Willkommen

Warum wir unser Land nicht lieben

Eine Broschüre zum Nationalfeiertag und den Nationalstaaten im Allgemeinen. Was haben 'wir' von der Schweiz?

Am Nationalfeiertag wird die Schweiz unhinterfragt gefeiert – unabhängig davon, was man gerade von ihr hat. Doch wenigstens einmal im Jahr wäre es angebracht, nicht nur die Versicherung, sondern auch die eigene Nation auf den Prüfstand zu stellen: Was gibt es eigentlich am 1. August zu feiern? Was bringt uns die Nation? Viele Schweizer*innen verbinden mit «ihrer» Nation den hohen Wohlstand. Also schauen wir uns das an: Was haben wir in diesem Jahr überhaupt von unserem Wohlstand?

Broschüre: Warum wir unser Land nicht lieben.

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Demo am 1. August: No Borders, No Nations!

Am 1. August findet in Bern nicht bloss das "No Borders, No Nations Festival" (Vorträge und Konzertliste siehe weiter unten) bei der Reitschule statt. Unter dem gleichen Motto wird es auch eine Demo geben: Gegen Grenzen und Nationen.
Kommt am 1. August 2015 um 12:30 auf den Bahnhofplatz in Bern!


An Mauern, Zäunen und auf der See sterben täglich Menschen, die versuchen ohne Erlaubnis nach Europa oder in die USA zu gelangen. In den vergangenen Wochen kamen mehr Menschen ums Leben, als an der „Berliner Mauer“ während ihrem rund 28 jährigen Bestehen.[1]

Laut dem UNHCR sind weltweit 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten dieser Menschen flüchten, weil erfolgreiche kapitalistische Nationen ganze Weltgegenden zu billigen Rohstoffländern und Armenhäusern nieder konkurrieren oder weil imperialistische Mächte aus nationalem Interesse dort Kriege führen oder unterstützen. Diese Menschen flüchten vor Armut, Verfolgung und Krieg – und viele von ihnen sterben an den Grenzen von Staaten, weil sie die falschen oder keine „Papiere“ haben[2] - nicht weil es zu wenig sichere Transportmittel und Möglichkeiten gäbe[3]. Sie müssen vor Hunger und Armut flüchten, obwohl es auf der Welt Nahrungsmittelüberproduktion gibt und so viel Geld, dass Grossanleger*innen nicht mehr wissen, wo sie es investieren sollen.

Diese Mächte, die für das Elend (mit)verantwortlich sind, haben andererseits kein Interesse Menschen bei der Flucht zu helfen: Sie hindern sie aktiv daran! Mit militärischen, polizeilichen und politischen Mitteln versucht man sie fernzuhalten. Denen, die es trotz alledem über die Grenzen schaffen, droht viel eher Repression, Ausbeutung und Ausschaffung als die Gnade des Asyls. Der Grund dafür ist, dass der Staat Menschen in In- und Ausländer*innen spaltet. Letztere sortiert er noch einmal nach wirtschaftlicher und politischer Verwertbarkeit (in der CH Bewilligung B, C, Ci, G, L, N, F, S oder eben keine). Diese Logik der Verwertbarkeit trifft uns jedoch alle. Auch die Inländer*innen sind Menschenmaterial, das sich für den Erfolg der Nation ins Zeug legen muss. In „friedlichen“ Zeiten fürs Wirtschaftswachstum (Produktivitätssteigerung, Arbeitszeiterhöhung) und in kriegerischen ganz direkt, mit der Waffe in der Hand. So droht der einheimischen Bevölkerung zwar nicht die Ausschaffung, aber dennoch in guten wie in schlechten Zeiten ein Leben als „working poor“ oder die „Altersarmut“.

Wir wissen, dass Staaten und ihre Grenzen politische Konstrukte sind, die die Menschen in In- und Ausländer*innen teilen und ihnen vorgaukeln, es gäbe ein „wir“ und das hätte mit „den Anderen“ so wenig gemeinsam, dass man sie schlechter behandeln und ausnutzen, mitunter sterben lassen kann.

Wir spüren, dass es in diesen Konstrukten nicht darum geht, das Beste für die Menschen herauszuholen, sondern darum, in der Konkurrenz der Nationen erfolgreich zu sein – auf Kosten der einheimischen und ausländischen Bevölkerung, auf Gedeih und Verderb!

Wir wollen, dass das nicht so bleibt! Wenn sich genügend Menschen finden, die sich nicht mehr für nationalstaatliche Logik, für Ausgrenzung und Ausbeutung einspannen lassen, sondern sich über alle Grenzen hinweg, für ein gutes Leben für alle und für mehr Menschlichkeit einsetzen!

Auf dass No Borders, No Nations mehr wird, als ein Festival, als eine Parole:

Heraus zur Demo!


Fussnoten:
[1] In der Zeit zwischen August 1961 und November 1989 starben an der Berliner Mauer nach unterschiedli-chen Angaben insgesamt zwischen 138 Menschen 251 Menschen (wenn man natürliche Tode wie Herzin-farkte nach der Grenzkontrolle mitzählt), mindestens 100 starben auf der Flucht. Zwischen 2004 und 2013 kamen nach Angaben von Hilfsorganisationen mehr als 6200 Boatpeople ums Leben, die versuchten Lam-pedusa oder Sizilein zu erreichen. Die US Border Patrol registrierte zwischen 1998 und 2013 6029 Todesfäl-le von illegalen Migranten an der US-Grenze zu Mexiko. Quelle: Wikipedia.
[2] Diese Tatsache macht die Rechnungsart deutlich, die Staaten mit Menschen betreiben: Diplomaten wer-den entsprechend anders behandelt als Gastarbeiter aus dem EU/EFTA-Raum und diese wiederum anders als Asylsuchende.
[3] Mit den Richtigen Papieren kommt man auch zum Beispiel aus Nigeria im Direktflug in die Schweiz - und erst noch günstiger, als mit den Schlepperbanden.

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Vorträge rund um das No Borders, No Nations Festival

Die Vorträge finden jeweils im Kino der Reitschule statt.

FREITAG 31.07.2015

18.45h: Nationalismus konkret.

SAMSTAG 01.08.2015

14.30h: Calais - Unmenschlichkeit kennt keine Grenzen

17.30h: Nation? Heimat? Gemeinschaft? Die Nation - ein Grund zum Feiern?


Die weiteren Veranstaltungen und Konzerte am 31.7 und 1.8. findet ihr auf Facebook.

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No Borders, No Nations

Nach dem letztjährigen Openair findet am 31.07.2015 & 01.08.2015 zum zweiten Mal das Reitschul-Sommerfest unter dem Motto „No Borders, No Nations“ auf der Schützenmatte statt.


Es wird jedoch nicht nur Musik, sondern auch Vorträge zu verschiedenen Themen geben. Die genauen Zeiten und Themen werden hier veröffentlicht, sobald der Zeitplan fixiert ist.
Bis dahin könnt ihr bereits unseren Text zum Sommerfest mit dem Titel 'Demokratiekritik - Volk und Herrschaft auf dem Prüfstand' lesen. Zu einer Nation gehört nämlich auch das politische System dazu, welches bei der Demokratie leider häufig romantisiert oder gar heroisiert wird. Ein Fehler, wie wir denken.

Text: Demokratiekritik - Volk und Herrschaft auf dem Prüfstand

Vorträge rund um das No Borders, No Nations Festival

Die Vorträge finden jeweils im Kino der Reitschule statt.

FREITAG 31.07.2015

18.45h: Nationalismus konkret.

SAMSTAG 01.08.2015

14.30h: Calais - Unmenschlichkeit kennt keine Grenzen

17.30h: Nation? Heimat? Gemeinschaft? Die Nation - ein Grund zum Feiern?


Die weiteren Veranstaltungen und Konzerte am 31.7 und 1.8. findet ihr auf Facebook.

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9. Antira Cup

Auch dieses Jahr findet wieder ein Antira Cup statt. Nicht nur in Solothurn, sondern auch in Bern, Aarau, Oberwallis, Luzern und Vomero Lumino (Tessin)!


Aufstehen, Anziehen, Raus gehen, Aufwärmen… Schon bald geht es wieder los. Am 13. Juni startet die die Antira-Cup-Saison in Solothurn. Danach gehts weiter in Aarau, im Wallis, in Luzern, im Tessin, in Luzern und dann ab- schliessend in Bern. So gibt es sechs mal diesen Sommer die Gelegenheit zusammen zu kommen, zu diskutieren, was gemeinsam zu essen und trin- ken und natürlich zu Fussball spielen sowie ein Zeichen gegen Rassismus und andere Unterdrückungsstrukturen zu setzen.

Samstag, 13. Juni 2015 • Solothurn
Vorstadt-Schulhauses, Hilariweg 2, 4500 Solothurn
Homepage

Samstag, 20. Juni 2015 • Aarau
Sportplätze Schachen, Schwimmbadstrasse 7, 5000 Aarau
Homepage

Samstag, 27. Juni 2015 • Oberwallis
«Chatzuhüüs», 3930 Visp
Homepage

Samstag, 18. Juli 2015 • Luzern
Infos folgen…
Homepage

Samstag, 1. August 2015, Vomero Lumino (Tessin)
Infos folgen…
Homepage

Samstag, 29. August 2015 • Bern
Infos folgen…
Homepage

Love Football - Hate Racism!

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Heraus zum revolutionären 1. Mai 2015!

Mit dem “Frankenschock” sehen die Unternehmen ihre “Wettbewerbs- fähigkeit” in Gefahr. Sie können nicht mehr wie bis her ihre Waren gegen die ausländische Konkurrenz verkaufen und ihre gewohnten Gewinne ver- dienen. Also werden in vielen Betrieben die “Kosten gesenkt”.


Allen, der Wirtschaft, der Politik, der Presse und selbst den Gewerkschaf- ten ist dabei klar, wo diese Kosten vor allem gesenkt werden müssen: Alle sprechen ganz offen aus, dass der Lohn der abhängig Beschäftigten der Kostenfaktor für “unsere” Wirtschaft ist. Und alle sprechen damit offen aus, welche schäbige Rolle eigentlich die Lohnarbeiter*innen im Kapitalismus spielen:

Allen ist klar, dass die Unternehmensgewinne und das Wirtschaftswachs- tum weiterhin sein müssen. Darauf kann die Schweiz nicht verzichten; auf den bisherigen Lebensstandard der Lohnabhängigen aber anscheinend alle mal! Im Jahr 2015 leben die Lohnarbeiter*innen in “unserer” Wirtschaft ein- fach zu gut. Für ihren Lohn arbeiten die Beschäftigten viel zu wenig und viel zu unproduktiv. Deswegen drücken die Unternehmen die Löhne und/oder lassen länger arbeiten – übrigens auch unabhängig davon, ob die Wirtschaft gerade in einer Krise steckt oder nicht. Und dabei bekommen die Unter- nehmen ganz viel Zustimmung von Politik und Öffentlichkeit.

Die Wirtschaft will sich also unseren Lebensstandard nicht mehr leisten.
Dann sagen wir Lohnarbeiter*innen eben:
»Wir wollen uns diese Wirtschaft nicht mehr leisten!«

Vortrag & Diskussion ’Lohnarbeit 2015’
Donnerstag, 16. April 15, 19:30 Uhr, Brasserie Lorraine (Sääli)

Demo 1.Mai
Revolutionärer Block, Besammlung 10:30 Uhr, Kramgasse, Bern

Diskussionszelt am 1.Mai Fest
Einführung Kapitalismuskritik, 14:30 Uhr, Bundesplatz, Bern


Revolutionäres 1. Mai-Bündnis

Plakat:



Flyer:





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Communiqué zum Anti-WEF Fest in Bern

Dieses Jahr wählten wir ein Fest um unserem Widerstand gegen das WEF Ausdruck zu verleihen (Artikel dazu in der JUNGE WELT). Am Nachmittag begannen wir das Fest mit dem Kinderprogramm, zahlreiche Kinder und Junggebliebene spielten, zeichneten und tobten sich auf dem Vorplatz der Reitschule aus. Der Kindernachmittag wurde von der Polizei aus der Ferne beobachtet und gefilmt.


Am Abend fanden sich mehrere hundert Personen zum Fest ein. Neben den Rappern von „Tarick one & Mutz“ und „Chaostruppe“ spielten auch die Punkband „Raptus di Follia“ am Anti-WEF Fest und erfreuten die Besucher- innen.
Zeitgleich wurde die gesammte Stadt Bern mit Polizisten in Vollmontur und Gitterwagen belagert. Hoffentlich frohren sie sich im Schneefall die Füsse ab!
Während des WEF, sind alle Augen auf Davos gerichtet und der Staat ver- sucht jegliche Form von Widerstand im Keim zu ersticken. Doch unser Kampf gegen den Kapitalismus und die Unterdrückung ist nicht auf ein paar Tage im Januar beschränkt.

Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!

Aktueller Text zum WEF: Nicht die Welt hat Probleme – ihr seid das Problem!

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Anti WEF 2015

Vom 21. bis zum 24. Januar 2015 treffen sich einmal mehr die führenden Vertreter_innen von Wirtschaft und Politik am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos.
Abgeschottet von der Aussenwelt gleicht Davos in diesen Tagen einer Fes- tung. Mit einem massiven Militär- und Polizeiaufgebot soll die Sicherheit der Teilnehmer_innen gewährleistet werden. Unter dem Motto: "The New Global Context" (Der neue globale Zusammenhang) steht der laufende poli- tische, soziale,wirtschaftliche und technologische Wandel im Mittelpunkt.


Die Teilnehmer diese Forums geben vor, die Welt verbessern zu wollen. Dabei sind genau diese Heuchler CEOs, Manager_innen und Ver- waltungsräte von Unternehmen, welche auf der ganzen Welt Menschen ausbeuten und die Umwelt zerstören.

Trotz 45 Weltwirtschaftsforen hat sich auf dieser Welt nichts geändert. Täglich verhungern Menschen, Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer auf der Flucht vor Armut, Verfolgung und Krieg. Arbeiterinnen und Arbeiter werden ausgebeutet und einige Wenige bereichern sich.
Es wird sich auch nichts ändern solange das kapitalistische Wirtschafts- system nicht überwunden ist.
Wir wollen uns nicht vorgeben lassen, wie wir uns zu organisieren haben. Nehmen wir unser Leben selbst in die Hand!

Lasst uns gemeinsam gegen das WEF festen!

Flyer: Was hat unser Alltag mit dem WEF zu tun?

12. Januar: Anti WEF Solilotto, um 15 Uhr in der Brasserie Lorraine.

24. Januar: Referat und Diskussion zum Thema "Das Geld und seine Alterna- tiven: so (a)sozial wie der Warentausch und der Markt es sind. Ein kritischer Blick auf den Nutzen von Alternativwährungen." 15 Uhr in der Autonomen Schule denk:mal.

24. Januar: Anti WEF Fest auf der Schützenmatte vor der Reitschule in Bern
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Kritik der Demokratie / Demokratie in der Krise

Vor über drei Jahren, im Sommer 2011, haben wir mit dem Anliegen, auf eine gemeinsame Debatte mit praktischer Perspektive hinzuarbeiten, ein erstes Diskussionswochenende durchgeführt. Seither fand jedes Jahr ein Diskus- sionswochenende zu unterschiedlichen Fragen statt. Haben wir an unserem letzten Treffen 2013 noch über Gender, Migration und Reproduktion disku- tiert, möchten wir den Fokus dieses Jahr auf die Demokratie legen.


Um uns nicht einfach mit dem bisherigen Format der Treffen bequem ein- zurichten, wollen wir uns dieses Jahr nicht erneut zu einem Diskussions- wochenende mit mehreren Workshop-​Themen treffen. Erstmals organisie- ren wir zwei Diskussionstage in Zürich und Bern zu einer übergeordneten Frage, die wir an den beiden Orten unterschiedlich beleuchten möchten. So werden wir am ersten Diskussionstag in Bern über die Kritik der Demokra- tie sprechen, während wir uns am zweiten Diskussionstag in Zürich mit der Demokratie in der Krise beziehungsweise mit dem Zusammenhang zwi- schen Demokratie, Krisenentwicklung und Bewegung auseinandersetzen möchten. Anhand vorbereiteter Thesen und kurzen Referaten wollen wir über diese Themen diskutieren.
Nach drei Diskussionswochenenden und verschiedenen kleineren Veran- staltungen im Rahmen des Projekts Kritik & Klassenkampf ist sich ein grup- penübergreifendes und überregionales antiautoritäres Milieu am Herausbil- den. Auf dieser Grundlage möchten wir das Begonnene fortsetzen und la- den euch dazu ein, an den beiden Diskussionstagen des Projekts Kritik & Klassenkampf teilzunehmen. Wir wollen mit allen interessierten Personen in Diskussion treten und Handlungsmöglichkeiten für den revolutionären Klassenkampf erarbeiten. Dabei geht es uns seit unserem Bestehen im We- sentlichen um Krise, Kämpfe, Interventionen, Organisierung und Perspek- tiven.

01.11.2014 in Bern: Kritik der Demokratie.

22.11.2014 in Zürich: Demokratie in der Krise.

Das vollständigen Flugblatt mit mehr Infos findet ihr hier, anmelden könnt ihr euch hier.

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Kampagne gegen Rassismus und Nationalismus

Momentan findet eine grössere Kampagne gegen Rassismus und Nationa- lismus statt. Mit der Kampagne soll erklärt werden, was Nationalismus ist und wie er wirkt, wem er nützt und wem er schadet.

Die Auftaktdemo zur Kampagne wird am Samstag, dem 04. Oktober 2014, um 16:00 Uhr bei der Heiliggeistkirche starten. Weitere Infos werden lau- fend auf dieser Homepage veröffentlicht.

Auftaktdemo: 04.10.2014, 16:00 bei der Heiliggeistkirche in Bern; Veranstaltung auf Facebook. Hier das Communiqué.

Antiflag-Action: 04.-18.10.2014, überall. Erklärung auf dem Flyer.

Vortrag: Argumente gegen die Liebe zur Nation, 09.10.2014, 19:00, Sääli der Brasserie Lorraine.

Film: "The Wind That Shakes the Barley", 14.10.2014, Tür 19:00 Uhr, Film 19:30 Uhr, Kino der Reitschule; Trailer.

Festung Europa stürmen - das Spiel zur Tragödie: 16.10.2014 - 19:00 Uhr, Bahnhofplatz; Flyer.

Broschüre: Rassismus begreifen, benennen, bekämpfen!


Flyer: Ich bin ja kein Rassist, aber...

Video: Massimo Portmann über die Antifa







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NO BORDERS, NO NATIONS – Sommerfest in der Reitschule

Die Reitschule veranstaltet am 31.07.2014 & 01.08.2014 zum ersten Mal ein Reitschule-Sommerfest unter dem Motto "NO BORDERS, NO NATIONS!" - Openair auf der Schützenmatte vor der Reitschule.

Programm 31.07.2014

14h - 17h Workshops:
• Beatbox / mit Steff la Cheffe & Marzel (Frauenraum)
• DJ / mit DJ Amaro (Dachstock)
• Sprayen / mit Funky Juice Crew (Innenhof draussen)
• Breakdance (Tojo)

ab 18h live auf der Schützenmatte:
• Hip Hop Cypher / DJs Dandy & Funk Bastard
• Moskito, Chaostruppe & Migo
• Boys on Pills
• Tommy Vercetti & Eldorado FM

ab 00.00h DJ’s:
• Ferris le Bleu (Beam Rec)
• Fabien (Midilux)
• Jon Donson (Elektrostubete)
• Amaro (Login)
• Knäckebröd & Entropie (Tiefgang)

Programm 01.08.2014


ab 14h Workshop:
• Siebdruck (Drucki)
• Kinderprogramm (Innenhof)

14.00h - 17.00h Erwin Stereo Dub-Bus - live (Vorplatz)

16.00 – 18h Workshop (Körper DoJo)
• „Grappling for beginners“* (siehe weiter unten)

17.00h Vortrag: (Kino)
• „Wer ist "Wir"? Argumente gegen die Nation, gegen den normalen Patrio- tismus und einen alternativen Nationalismus mit Prof. Dr. Arian Schiffer-Nasserie


ab 18.00h live auf der Schützenmatte
• Brett Newski (USA)
• The Autoramas (BRA)
• Überyou (CH)
• Under Bad Eyes (BRA)
• ANTI-FLAG (USA)
• The Strapones (CH)
• Radio Sous le Pont

NO BORDERS, NO NATIONS, STOP DEPORTATION!

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RAUMRAUB

Seit letztem Freitag wurde durch einen Schiffscontainer mehr Raum für po- litische Aktivitäten auf der Schützenmatte in Bern geschaffen. Hier das Communiqué des Kollektives:

Wir sind Menschen, die diesen Platz lebendig machen wollen. Diese soge- nannte „Problemzone“ Schützenmatte, auf der sich die krassesten Gesell- schaftlichen Gegensätze relativ offen zeigen (Kapitel, viv-à-vis der Drogen- abgabestelle, Reitschule gegenüber Regionalgefängnis, zwischen Aareufer und Railcity. An diesem Ort, wo Drogenabhängige und Partyvolk ihre Dosis Freiheit konsumieren, genau diesen Ort den wir alle uns angeeignet haben. Diesen Raum haben wir uns genommen. Wir haben RaumRaub begangen. Nun sind wir alle da und haben nicht vor zu gehen. Deshalb wurde als erste Tat ein Container auf den Platz gestellt.
Was passt besser an diesen Platz als ein Schiffscontainer? Er steht in sei- ner widersprüchlichen Umgebung und Zeit für Mobilität sowie Standhaftig- keit, für Transport und Delivery!
Dieser Raum soll uns als gemeinsamer Ort des Austausches dienen, als gemeinsamer Raum der Idee, der selbstbestimmten Tätigkeit. Denn der Platz in der Stadt wird knapp! Plätze und Räume ohne vorbestimmten Zweck, wo kein Zwang herrscht, genau das Vorgeschriebene tun zu müs- sen (konsumieren, arbeiten, warten etc.), existieren kaum.
Raumraub heisst, genau das zu verändern.

Alle können Raumrauben!

Auf diesem Stück Stadt gab es bis jetzt nicht mehr als Parkplätze. Nun gibt es einen 40 Fuss Schiffscontainer, einen Raum, der plötzlich da ist und auf den niemand Besitzansprüche erhebt, einen Raum, der kollektiv von allen Interessierten genutzt, verändert und gestaltet werden kann.

Raumraub heisst, mit den herrschenden Verhältnissen zu brechen. Heisst also auch, es wird versucht, ohne Unterdrückung die z.B. durch Sexismus, Rassismus, Homophobie, Xenophobie usw. entstehen, diesen Raum zu ge- stalten.

Raumraub erledigt sich ohne Unterdrückung und Ausbeutung - Raumraub heisst sich Raum zurück zu nehmen und zu gestalten.


RaumRaub auf Facebook, WordPress oder Twitter.

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Power to the People! — Widerstand statt Spaltung

Das
Bündnis Alle gegen Rechts unterstützt die Demonstration vom Samstag, dem 28.06.2014, zum diesjährigen Flüchtlingstag. Anbei der Aufruftext der Organisator_innen:

Wir alle – Migrant_innen Communities, antirassistische Kollektive und Ein- zelpersonen – wehren uns gegen die rassistische Asyl- und Ausländer_in- nenpolitik. Zum diesjährigen Flüchtlingstag tragen wir unseren Widerstand am 28. Juni 2014 (um 14.00 Uhr, Schützenmatte) auf die Strasse: „Power to the people!“


Keine Unterdrückung aufgrund von Herkunft

„Vor dem Gesetz sind alle gleich.“ Trotzdem werden Migrant_innen syste- matisch klassifiziert, hierarchisiert und gegeneinander ausgespielt. Je nach Aufenthaltsstatus wird ihnen der Zugang zu Bereichen wie Arbeits- und Wohnungsmarkt, Bildung und politisches Mitspracherecht systematisch er- schwert oder ganz entzogen. Wer den Job verliert oder auf den Wohlfahrts- staat zählen muss, verliert immer häufiger das Aufenthaltsrecht. Masslose rechtliche Diskriminierungen aufgrund von Herkunft haben einen Namen: Rassismus!

Bleibefreiheit für alle

Menschen, die in der Schweiz Asyl beantragen, werden in Lager oder Bun- ker gesteckt und ständig von der Polizei oder privaten Firmen überwacht. In der Regel behandeln die Behörden zuerst Gesuche, die sie ablehnen oder Gesuche aus Staaten, mit denen sie ein so genanntes Rückübernahmeab- kommen abgeschlossen haben. Die Schweiz schliesst diese Verträge auch mit Ländern ab, die systematisch Menschenrechte verletzen und ver- schleppt Menschen gewaltsam in jenes Land zurück, das diese um jeden Preis verlassen haben. Menschen masslos zu übergehen, weil sie am fal- schen Ort geboren sind, hat einen Namen: Rassismus!

Gemeinsamer Widerstand statt Spaltung

Das Wirtschaftsmodell Schweiz basiert zum einen auf dem weltweiten Han- del mit Rohstoffen und Schwarzgeldern wie auch der Billigproduktion im „Globalen Süden“. Zum anderen profitieren die Unternehmer_innen von Menschen, die in die Schweiz migrieren. Für gleiche Arbeit werden diese systematisch schlechter bezahlt. Das Ausspielen der Schweizer_innen und Migrant_innen gegeneinander bringt alle Löhne unter Druck und erschwert den gemeinsamen Widerstand gegen die Abzocker. Die spezifische Aus- beutung migrantischer Arbeitskräfte hat einen Namen: Rassismus!

Mit kollektiver, solidarischer Organisation können wir der Ohnmacht entge- gen treten und uns ermächtigen.

Power to the People – Antiracism everywhere

Mehr dazu findet ihr auf www.antira.org.

Dabei möchten wir auf dieThesen zu Rassismus unserer Genossen von der Eiszeit, sowie unseren Flyer Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber... auf- merksam machen.

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Tanzspaziergang für die Freilassung von O.!

Unser schwuler Freund O. sitzt wegen sogenannt „illegalem Aufenthalt“ im Knast. Ihm droht die Aussschaffung nach Nigeria.

Nigeria hat eine der homophobsten Gesetzgebungen der Welt. Kein Grund für Asyl, sagt das BFM. O. solle seine sexuelle Orientierung in Nigeria ein- fach verbergen.

Am Samstag dem 17. Mai, um 20.30 Uhr bei Schützenmatte in Bern (Reit- schule), findet deswegen ein Tanzspaziergang gegen die geplante Aus- schaffung von O. statt.

Keine Ausschaffung von lesbischwultransqueeren Flüchtlingen! Freiheit für O. SUBITO! Bleiberecht für alle sowieso!

Mehr Infos auf Facebook und der Homepage der Gruppe Liberty for O.

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Heraus zum ersten Mai!

Nach 200 Jahren Lohnkampf nun einen "existenzsichernden" Mindestlohn? Das ist zu wenig!

3800 Franken pro Monat gelten den Gewerkschaften als Armutslohn. Des- wegen fordern sie einen Mindestlohn von 4000 Franken. Doch mit 200 Fran- ken mehr im Monat soll die Armut behoben sein? Das ist extrem beschei- den!
Dagegen erklärt die Mehrheit aus Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit, dass schon ein allgemeiner Mindestlohn von 4000 Franken "zu teuer", "zu unflexi- bel", "zu unproduktiv" und "nicht konkurrenzfähig" ist. Sie drohen mit dem, was K. Graber (CVP) offen ausspricht: "Was nützt ein Mindestlohn, wenn man keine Stelle hat?"
Für die Gewerkschaften, SP und Grüne sind 4000 Franken Mindestlohn gera- de noch erträglich für die Wirtschaft. Für die Bürgerlichen sind 4000 Franken Mindesteinkommen schon unvereinbar mit Profit und Wachstum. Alle sa- gen damit, dass der Lohn bloss ein "Kostenfaktor" für die Wirtschaft ist. Ein guter Lohn für Alle ist daher nicht vereinbar mit dem Bedarf der Wirtschaft.
Nehmen wir das ernst! Dann erklären wir doch unseren Bedarf für unverein- bar mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise:

Kampf dem Kapitalismus!

Flyer: Heraus zum ersten Mai!

Heraus zum revolutionären 1. Mai in Bern! Besammlung zur Demo: 16.00 Uhr Kramgasse. Fest in der Reitschule ab 17.30 Uhr.

Im Vorfeld zum 1. Mai läuft in Bern folgendes Programm:

16. April, 19.00 Uhr: Kritik Picknick zum Thema "Sozialstaat", Falkenplatz

17. April, 19.30 Uhr: Diskussionsrunde zum Thema "Lohngerechtigkeit", im Infoladen der Reitschule

23. April, 19.30 Uhr: Film "Septemberweizen", im Kino der Reitschule

24. April, 19.30 Uhr: Diskussionsrunde zum Thema "Mindestlohn", im Infola- den der Reitschule

27. April, 19.00 Uhr: Film "Reds" im AKuT in Thun


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Keine Bundesplatzbesetzung am 29. März 2014

Der angekündigte antifaschistische Widerstand hat ein wichtiges Ziel er- reicht: Der Organisator der "Stopp Kuscheljustiz"-Demo hat sein Gesuch zu- rückgezogen und die Veranstaltung abgesagt. Die Besetzung des Bundes- platzes ist somit nicht mehr nötig und wird deshalb nicht durchgeführt.

Nach dem aktuellen Kenntnisstand wollen sich dennoch vereinzelt Rechts- extreme nach Bern begeben. Auch das angekündigte Polizeiaufgebot wird aufrecht erhalten – die Stadt dürfte auch ohne Demos einer Polizeifestung gleichen. In der Innenstadt ist weiterhin mit Personenkontrollen und Ver- haftungen zu rechnen. Bekennen wir trotzdem Farbe, hängen wir an die- sem Tag Transparente aus den Fenstern und machen wir deutlich, dass wir nach wie vor keinen Bock auf Nazis, Patriotinnen und rückwärts gewanndte Hetzer haben.
Tagsüber wird auf Twitter über die akutellen Ereignisse informiert und die Reitschule ist ab dem frühen Nachmittag geöffnet. Kommt wie angekündigt um 18 Uhr zum "Ganz FEST GEGEN RASSISMUS" in der Reitschule. Halten wir uns auch an diesem Tag weiterhin bereit, antifaschitischen Widerstand zu leisten.

Kein Fussbreit dem Faschismus! Bern bleibt Nazifrei!

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Wir kuscheln nicht mit Faschisten und rechten Hetzern!

Alle auf den Bundesplatz am 29. März 2014!



Der Rechtsrutsch in der Schweiz ist unerträglich: Fremdenfeindliche und rassistische Ideologien haben Oberwasser. Nach der Annahme der „Mas- seneinwanderungsinitiative“ demonstrierten bekennende Neonazis in So- lothurn und am 29. März will ein Gruselkabinett aus SVP-Anhänger_innen, Nationalist_innen und Neonazis in Bern gegen die angeblich vorherrschende Kuscheljustiz und für die härtere Bestrafung von Ausländer_innen demons- trieren.
Darauf haben wir keinen Bock. Wir wollen diesen rückwärtsgewanndten Fremdenfeinden in Bern keine Plattform bieten. Unsere Stadt bleibt Nazifrei! Kein Fussbreit den Faschisten!
Wir besetzen den Bundsplatz bevor die Nationalist_innen dort ihre Propa- ganda machen können und rufen alle auf, sich an der Blockade des Bundes- platzes zu beteiligen.

Treffpunkt 13.30 Uhr Bundesplatz, Bern. Anschliessend Fest in der Reitschu- le.

Kein Platz für Nazis und Nationalist_innen – Bern bleibt bunt!

Flyer 1: Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber...

Flyer 2: Kein Platz für Nazis und Nationalist_innen – Vorderseite, Rückseite.

Mehr Infos auf Facebook und der Homepage, neue Infos in Vorfeld und am 29. März auf Twitter.

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Aktionstag gegen WEF und Kapital!

Am 23. Januar 2014 findet um 18:30 Uhr auf dem Bahnhofsplatz in Bern ein Aktionstag mit Konzert von Holger Burner, Spiel, Bier und Grill statt.




Ob ihr wirklich richtig steht...

Wenn sich im Januar zum X-ten Mal die Eliten aus Wirtschaft, Politik, Wis- senschaft und Unterhaltung im verschneiten Davos treffen, jähren sich auch die Proteste gegen dieses Treffen. Darunter auch Anlässe, an denen nicht nur das WEF, sondern die herrschenden Verhältnisse überhaupt themati- siert werden. Wie am Donnerstag, dem 23. Januar 2014, in Bern.

Die meisten Leser_innen kümmert das wenig. So wie dich gerade? Das wäre schade.
Es wäre nämlich von Vorteil, wenn du dich dafür interessieren würdest – denn es geht um dein Leben! Nein, keine Sorge, wir wollen dir nicht an die Gurgel. Unser Anliegen ist es aufzuzeigen wie die kapitalistischen Verhält- nisse, in denen wir leben, sich negativ auf unser aller Leben auswirken! Und wir wollen dazu anregen, dass du dir überlegst ob du das Richtige tust, wenn du dich positiv zum kapitalistischen Geschäft und zur staatlichen Ge- walt stellst.

Wir führen gerne aus warum wir zum Schluss kommen, dass es dir (wie dem Grossteil der Bevölkerung) gar nicht gut bekommt, wenn...

... du Politiker_innen wählst, die deine Interessen vertreten sollen - dich dann aber regieren und wegen lauter „Sachzwängen“ Sparprogramme bei Dienstleistungen und Gesundheit durchsetzen, während sie sich selber die Entschädigungen erhöhen und  Steuererleichterungen für die Reichen be- schliessen.

...du dich für „die Wirtschaft“ und den „Standort Schweiz“ einsetzt  - und das für dich heisst, auf Lohnansprüche und mehr Ferien zu verzichten, pro- duktiver zu arbeiten, also in der gleichen Zeit, bei gleichem Lohn mehr zu leisten, um dann trotzdem keine „Arbeitsplatzgarantie“ zu haben.

…du dich freust, dass die Schweiz zu den (erfolg)reichsten Nationen gehört - dein Geld aber nur knapp zum Leben reicht und du dir wegen der Arbeits- belastung sorgen um das Familienleben und um deine  Gesundheit machst.

...du findest es sei eine ökonomisch Notwendigkeit, dass die  „unsichtbare Hand des Marktes“ bzw. die Kriterien von Konkurrenz und Profit entschei- den, was zu welchen Bedingungen produziert wird - und nicht du und die anderen Menschen, die die Güter brauchen und herstellen.

…du es gut findest, dass Global Leaders Verantwortung tragen und mitei- nander über Geschäfte, Umweltschutz und den Weltfrieden diskutieren - während Leute wie du und ich etwa Baumaterial tragen, unter den Folgen von ausgelaufenem Öl und explodierten AKWs leiden, ausgebeutet und in Kriege geschickt werden
...

...seht ihr, wenn das Licht angeht!

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Deine Rechte — online zum Download

Das "Deine Rechte" ist ein aktueller Rechtsführer und wird herausgegeben von der Kirchlichen Gassenarbeit Bern zusammen mit den Demokratischen Juristinnen und Juristen Bern.

Gegenstand sind eidgenössische, kantonale und kommunale Regelungen im öffentlichen Raum, bei Sportveranstaltungen, Rechte und Pflichten im Strafverfahren, im Umgang mit der Polizei, als Jugendliche und vieles mehr.

Das Handbuch gibt es in zwei Versionen; einer Langversion mit ausführli- chen Erklärungen, gedacht für Fachstellen und Beratungspersonen, sowie einer Kurzversion für die Hosentasche, welche allgemein und verständlich geschrieben ist.


Downloads:

vollständige Langversion

vollständige Kurzversion

Ergänzungen zur Langversion vom 1.1.2013

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Paul Mattick : Die Revolution als grosses Abenteuer

Einführung, Lesung & Diskussion mit den Herausgebern Marc Geoffroy und Christoph Plutte; Samstag, 14. Dezember 2013, 20:00
Uhr im Infoladen Bern.

Paul Mattick (1904-1981) ist vielleicht der exemplarische Arbeiterrevolutio- när und Intellektuelle: Seine furiose Abrechnung mit John Maynard Keynes, seine Kritik an Herbert Marcuse, die dieser übrigens als einzig taugliche Kri- tik von links akzeptierte, seine sprichwörtliche Marx-Orthodoxie, mit der er den tendenziellen Fall der Profitrate gegen allerlei »Modernisierer« vertei- digte, machten den Deutsch-Amerikaner in den 60er und 70er Jahre zu ei- ner Art kommunistischem Gewissen und Stichwortgeber der antiautori- tären Revolte.

Fundiert war sein sympathisch halsstarriges radikales Denken in einer auf- regenden Lebensgeschichte, von der man sich damals wie von einer Le- gende erzählte: Der Schulabbrecher und Autodiktat aus prekären proleta- rischen Verhältnissen war in der Weimarer Republik in der anti-parlamenta- rischen marxistischen KAPD organisiert, schlug sich als Schlosser, Tage- löhner und Wanderagitator durch, war durchdrungen von der revolutionären Stimmung jener Tage. 1926 wanderte er aus Abenteuerlust in die USA aus, re-organisierte in Chicago die Wobblies, engagierte sich in der Arbeitslo- senbewegung der Grossen Depression, tauchte später in die New Yorker Boheme ein und verfocht in selbstverlegten Kleinstpublikationen einen anti- autoritären Kommunismus.

Mattick hat um diese Biographie kein Aufheben gemacht, Heldengeschich- ten waren ihm zuwider. Aber er gab trotzdem Auskunft: 1976 führte der Hannoveraner Politologe Michael Buckmiller ein langes autobiographisches Interview mit ihm. Das Interview wurde bis dato nie publiziert, nur einzelne Informationen daraus kursierten, Jahrzehnte war es unter Verschluss, erst vor kurzem haben es die Berliner Herausgeber ausgegraben – und das Recht auf eine Veröffentlichung durchsetzen können. Das Interview über- trifft tatsächlich die Erwartungen: Es ist ein lebenssatter Bericht, in dem uns Mattick als ebenso lakonischer wie unabhängiger Kommunist, dem alle Par- teischablonen und alles friedfertig sich beschränkende Denken zuwider waren, begegnet.

Die beiden Herausgeber werden kurz in Leben und Werk von Paul Mattick einführen und Passagen aus diesem Lebensbericht lesen – kombiniert mit literarischen Texten Matticks, in denen er etwa die Klassenkriege, die in den 20er Jahren in den USA tobten, verarbeitete.


Mehr Informationen zum Buch

Die Veranstaltung findet nicht nur in Bern, sondern auch in Zürich, am Frei- tag, 13. Dezember 2013 um 19:30 Uhr, statt. Weitere Informationen dazu un- ter www.eis-zeit.net
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Solidarität mit den kämpfenden Asylsuchenden!

Seit dem 9. September besetzen über 100 Asylsuchende den Platz vor dem Bundesamt für Migration  in Wabern.

Wir begrüssen, dass sich Menschen gegen die herrschenden Verhältnisse wehren und solidarisieren uns mit den Kämpfenden. Wehren wir uns ge- gen ein System, in dem die Menschen stets der Kalkulation von Staat und Kapital ausgeliefert sind – in der Asylpolitik wie im täglichen Leben!

Für aktuelle Infos siehe: Bleiberecht Bern auf Facebook.

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Antikapitalistischer Block an der Gewerkschaftsdemo

Am 21. September, um 13:30 Uhr, wird in Bern eine Demonstration des SGB stattfinden. Unter anderem werden Mindestlöhne, Rentenklau und die 1:12 Initiative ein Thema sein. Wir finden: Wenn Klassenkampf, dann richtig - Revolution statt Reform!

"[...] Lohnarbeit ist immer Ausbeutung. Allein die Tatsache, dass wir, um überhaupt existieren zu können, unsere Arbeitskraft und damit einen gros- sen Teil unserer Lebenszeit an einen Arbeitgeber verkaufen müssen, dies aber nur können, wenn wir das Kapital des Arbeitgebers vermehren, finden wir eine absolute Härte. Dass wir auch noch dafür kämpfen müssen, dass der Lohn für diese Arbeit zum Leben ausreicht, macht die Sache nicht gera- de besser, sondern vielmehr notwendig, dass wir uns von den Fesseln des Kapitals lösen. Reformieren wir nicht die Ausbeutung, schaffen wir sie ab! [...]"

Den ganzen Flyer, als Antwort zu den gewählten Themen des SGB, findet ihr hier.

Die dreisprachige Version des Flyers (de, fr, it) findet ihr hier.

Heraus zum antikapitalistischen Block! Revolution statt Reform!

Demonstration in Bern, am 21.09.2013, um 13:30 Uhr auf der Schützenmatte.

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Flyer zur Antira-Demo in Solothurn

Am 15.8. fand, anlässlich der Räumung des 4-tägigen Protests von Asylsu- chenden am Hauptbahnhof Solothurn, eine Antira-Demo statt. Dabei haben wir folgenden Text verteilt, der kurz auf einige Punkte zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit eingeht.


Es ist unbestritten eine Form von Rassismus, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft für höher- oder minderwertiger als andere betrachtet wer- den, ihnen deshalb unterschiedliche Rechte und Pflichten zugesprochen und sie hinsichtlich ihrer Lebensbedürfnisse unterschiedlich behandelt – sprich diskriminiert – werden. Bei Umfragen pflichtet uns da fast jeder bei und theoretisch hat hierzulande kaum jemand Mühe kurz zu definieren was fremdenfeindlich oder rassistisch ist – um sich davon sofort zu distan- zieren. Man findet kaum jemanden, der sich offen als Rassist bezeichnet oder die Diskriminierung von Ausländern befürwortet. Und dennoch, in der Schweiz gibt es keinen Aufschrei sondern viel Verständnis, wenn Asylan- ten – einfach aufgrund ihres Status – das besuchen der örtlichen Bade- anstalt verboten werden soll oder wenn erwachsene Männer zu dutzend in einem Bunkerraum einquartiert werden, obwohl hier gerade kein Krieg herrscht und Alternativen leicht zu finden oder zu schaffen wären. Einen Aufschrei gibt es im „reichsten Land der Welt“ allerdings, wenn sich Asyl- suchende Zumutungen nicht gefallen lassen wollen, von denen Herr und Frau Schweizer froh sind, dass sie ihnen nicht ausgesetzt sind. Woran liegt das? Im Unterschied zum biologistischen Rassismus, welcher die Über- und Unterordnung als Ausdruck und Konsequenz wirklicher oder erfunde- ner, natürlicher Unterschiede zwischen den Menschen rechtfertigt, begrün- det der hier viel weiter verbreitete nationalistische Rassismus (Chauvinis- mus) die Ungleichheit und Ungleichbehandlung von Menschen mit ihrer Zu- gehörigkeit zu einer Nation. Bemerkenswert daran ist, dass niemand selber entscheiden kann, zu welcher Nation er gehört. Wo man geboren wird, kann man sich nämlich bis auf Weiteres nicht aussuchen und, auch wenn man eine andere Staatsbürgerschaft beantragen kann, hat man nicht in der Hand, ob man sie kriegt. Einer Nation anzugehören, das ist ein Gewaltakt der je- weiligen Herrschaft, die entscheidet, wer sich zu ihrem Fussvolk zählen darf und wer nicht. Es sind also die Nationen selbst, welche die Teilung der Menschen in die zur eigenen Mannschaft gehörende Inländer -und in eben nicht dazu gehörende Ausländer vornehmen – und damit den ersten Grund für die Fremdenfeindlichkeit liefern. Nationen verfügen nach ihren Kalkula- tionen, wer in welcher Weise „dazu gehört“ und wer nicht. Sie sortieren die auf ihrem Territorium lebenden Menschen in die „Ihren“ (CH) und die „Anderen“ (B, C, Ci, G, L, N, F, S). Hinsichtlich der Rechte und Pflichten die diesen zukommen, machen sie Unterschiede, wie es die eigens auf die „Anderen“ gerichtete Ausländer- und Asylgesetzgebung zeigt. Diplomaten werden zum Beispiel anders behandelt als Gastarbeiter aus dem EU/EFTA-Raum und diese wiederum anders als Asylsuchende.


Den ganzen Text gibts hier:
Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber...

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Nachtrag zum Spar-Streik in Dättwil

Folgenden Text haben wir bei unseren Genossen auf www.überzeit.ch gefunden: 'Einige Anmerkungen zum Spar-Streik in Dättwil'.


Gewerkschaften vertreten die Interessen der Arbeiter im kapitalistischen System. Das ist hart – denn die Rolle, die den Arbeitern im Kapitalismus zu- kommt, ist sich für Lohn zu verausgaben, um fremdes Eigentum zu ver- mehren. Sie sind darauf angewiesen, ihre Arbeitskraft verkaufen zu kön- nen, weil sie kein anderes Eigentum haben, dass sie als Einkommensquelle dauerhaft zu Geld machen können. Die Kapitalisten bezahlen für die Arbeits- kraft gerne so wenig wie möglich, ungern soviel wie nötig, aber jedenfalls nur soviel, dass für sie ein genügend grosser Gewinn herausspringt. Und sie richten die Arbeitsplätze und Arbeitszeiten nach dem gleichen Ge- sichtspunkt ein, für den sie sich auch das Kommando über die Arbeitskraft kaufen. Das heisst konkret, dass Arbeitsplätze rentabel und nicht gemütlich eingerichtet werden, dass mehr Arbeit in weniger Zeit verrichtet werden muss und gegebenenfalls Überstunden angesagt werden.
Das stellt die Arbeiter vor ein ernsthaftes Problem. Der Lohn ist nicht das Mittel für ihr Leben, sondern das Mittel ihres Arbeitgebers, um sie Auszu- beuten. Der Lohn richtet sich nicht nach den Bedürfnissen, welche die Ar- beiter haben, sondern nach dem Kalkül der Arbeitgeber. Das führt dazu, dass sie von Zeit zu Zeit dafür kämpfen müssen, dass ihr Lohn überhaupt zum (Über)Leben reicht. Ihren Forderungen sind dabei – solange sie Lohn- arbeiter bleiben wollen/müssen – enge Grenzen gesetzt: Sie können nur soviel verlangen, wie die Kapitalisten auch zu zahlen bereit/fähig sind. Wer seinen Betrieb heute kaputt streikt, hat morgen keine Arbeit mehr – und auch das heisst im Kapitalismus nichts Gutes.
Für die Gewerkschaften ist das alles schon lange kein Grund mehr, mal etwas grundsätzlicher über den Zusammenhang von Lohnarbeit und Aus- beutung, von Armut und Reichtum – kurz: über den Kapitalismus – nachzu- denken, ihm gar den Kampf anzusagen. Sie kümmern sich um ganz andere Probleme. Sie wollen gerechte Löhne für ihr Klientel. Das ein gerechter Lohn das gleiche ist wie gerechte Ausbeutung, weil die Bereicherung des Kapitals auf Kosten der Arbeiter in diesem Verhältnis drin steckt, davon wollen sie theoretisch nichts wissen. Und praktisch haben sie einen Um- gang damit gefunden: So kann zum Beispiel die kämpferischste Schweizer Gewerkschaft den Lohn von 3600.- CHF für eine Spar- Angestellte in Dättwil locker als Hungerlohn skandalisieren, während sie im GAV-Personalverleih einen Mindestlohn von 3000.- CHF, im GAV des Gastgewerbes einen Min- destlohn von 3400.- und im GAV für die Tankstellenshops in St. Gallen einen von 3500.- CHF (jeweils für Ungelernte) unterschrieben hat.
Aber das nur zur Einleitung, hier soll es ja um den Spar-Streik an sich und sein unrühmliches Ende gehen. Der hat in der streikarmen Schweiz ja hohe Wellen geworfen, und es ist in der Tat auch nicht gerade alltäglich, dass sich zehn mutige Verkäuferinnen einer einzelnen Detailhandels-Filiale dazu entschliessen, für höhere Löhne, mehr Personal und bessere Behandlung zu streiken. Deshalb sollte der Streik auch Signalwirkung haben, die Ge- werkschaft Unia wollte nicht weniger als ein Exempel statuieren. Das hat sie dann auch!
Anfangs hat der klassisch und konsequent geführte Streik für einigen Bei- fall – auch aus verschiedensten Teilen der hiesigen radikalen Linken – ge- führt, obwohl auch von diesem Streik nicht das Fanal für die Weltrevolution erwartet wurde. Das Ziel des Streiks war es, mit der Verweigerung und der Verhinderung der Arbeitskraft deren Preiserhöhung, also mehr Lohn und mehr Personal, sowie bessere Behandlung zu erzwingen. Weil noch jedes Unternehmen versucht hat, Streikbrecher anzuheuern, um seinen Laden weiterführen zu können, haben streikende Arbeiter den Streikposten er- funden, um zu verhindern, das unsolidarische Arschlöcher an ihre Dienst- stelle treten und damit ihren Kampf wirkungslos machen. Das gehört zum Einmaleins des Streiks. Und mit diesem Mittel gelang es auch, den von Spar aufgebotenen Streikbrechern den Zugang zum Shop zu verwehren. Als das Bezirksgericht in Baden zwar den Streik für rechtens, die Blockade des Shops (die Streikposten) aber für illegal hielt und ihre Aufhebung verfügte, liess die Streikleitung der Unia nicht etwa die Streikposten verstärken, son- dern befahl, diese abzuräumen. Was die Kapitulation der Streikposten be- deuten wird, war allen klar. Der Streik wird wirkungslos und Spar auf gan- zer Linie gewinnen.
Es ist ja nicht so, dass die Unia nicht die Möglichkeit gehabt hätte, auf die Provokation des Gerichtes angemessen zu reagieren. Aber darauf hat man vergebens gewartet. (Massen-)Mobilisierung zu den Streikposten? Aus- weitung der Streiks auf andere Filialen? Blockade der Verteilzentrale von Spar? Boykottaufruf? Fehlanzeige! Eine Anzeige hat die Unia eingereicht, bei den selben Behörden, die den Rahmen für die Arbeitskämpfe so festlegen, dass sie möglichst wirkungslos sind! Und damit hat sie ein Zeichen ge- setzt. Denn wer Streiks nur solange führen will, wie sie Medienwirksam in- szeniert werden können, sich dabei aber vor der Konfrontation mit der Staatsmacht und dem Verletzen von bürgerlichen Gesetzen scheut, der kann mit einem Streik niemanden mehr erschrecken. Und dieses Signal ha- ben auch die Arbeitgeber verstanden!
Wäre es vor diesem Hintergrund nicht auch für Gewerkschafter einmal an der Zeit, sich zu überlegen, auf welcher Seite die Institutionen des bürger- lichen Staates stehen und für welche Interessen sie wirklich da sind? Und wenn sie schon dabei sind; welche Rolle die Gewerkschaften dabei spie- len? Und sollten sich kämpfende Arbeiter, trotz aller Notwendigkeit der Ar- beitskämpfe, nicht einmal Gedanken darüber machen, wofür sie eigentlich Streiken – also die Konkurrenz unter sich aufheben, um solidarisch ein ge- meinsames Ziel zu erreichen – wollen? Dafür, dass sie, sobald sie sich durchgesetzt haben, von neuem als Konkurrenten unter dem Kommando der Kapitalisten für die Vermehrung von fremdem Eigentum antreten müs- sen?

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Gemeinsam diskutieren — Gemeinsam handeln!

Gender, Migration, Reproduktion; dies sind die diesjährigen Themen des Projekts Kritik & Klassenkampf, welches vom 31. Mai - 2. Juni 2013 in der Re- gion Bern stattfinden wird.

Wir wollen mit allen interessierten Personen in Diskussion treten und Handlungsmöglichkeiten für den revolutionären Klassenkampf erarbeiten. Dieses Jahr soll es im Wesentlichen um Gender, Migration und Reproduk- tion, als auch um die Frage nach Möglichkeiten zur Aufhebung dieser Trennlinien des Kapitals gehen. Dabei werden wir diese Themenkomplexe nicht voneinander losgelöst diskutieren, sondern nach Momenten suchen, wo sie zusammenkommen. Anhand vorbereiteter Thesen wollen wir über diese Themen diskutieren.

In den bisherigen Diskussionen sind wir auf Fragen gestossen, welche für uns von zentraler Bedeutung sind, so zum Beispiel:

• Gibt es eine strukturelle Notwendigkeit eines deklassierten Reproduk- tionsbereichs und ist eine geschlechterhierarchische Arbeitsteilung für die kapitalistische Produktionsweise erforderlich?
• Werden sich zukünftige Aufstände an der Krise der Reproduktionsarbeit entzünden und in welcher Art und Weise werden sie sich äussern?
• Wo und wie finden die Kämpfe der Migrantinnen statt und welche Rolle se- hen wir für uns dabei?
• Was erwarten wir von der Wanderung von Kampfformen und wann und un- ter welchen Umständen bringen Migranten den Klassenkampf voran?
• Welche Entwicklungen und Auseinandersetzungen eröffnen Möglichkeiten zur Aufhebung der Trennlinien des Kapitals?


Aufruf: Gender, Migration, Reproduktion: Trennlinien des Kapitals und ihre Aufhebung

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Tanz dich Frei 3.0

Für viele war das Tanz dich Frei 2.0 ein Höhepunkt des letzten Jahres. Wie sich ein bunter Haufen von 20'000 Leuten unbewilligt ihren Freiraum geschaffen hat, war legendär.
Es wird nun Zeit das Tanz dich Frei drei in Angriff zu nehmen.


Auch dieses Jahr wollen wir mehr als einfach feiern. Es geht nicht um ein neues Nachtleben-Konzept.
Wir wollen verantwortungsbewusst, selbstbestimmt leben. Es braucht niemanden, der vermeintlich unsere Interessen vertritt, uns kontrolliert und beherrscht. Die Stadt soll nicht wie ein Unternehmen profitorientiert funktionieren, sondern Lebensraum für alle bieten. Wir lehnen das kapi- talistische System, welches auf Unterdrückung und Ausbeutung basiert, ab.

Parteien und Vereine haben versucht, das Tanz dich Frei 2.0 für ihre Anliegen zu missbrauchen. Wir betonen ein weiteres Mal, dass wir unabhängig sind von jeglichen Parteien. Ihren Vorschriften und Regeln, halten wir die Solidarität und die Selbstorganisation entgegen. Dass dies funktioniert, wurde bereits letztes Jahr bewiesen. Es haben sich unzählige Menschen mit kreativen Aktionen, eigenen Soundmobilen und vielem mehr beteiligt und somit einen grossen Umzug ermöglicht.
Also Zeigen wir ein weiteres Mal, dass wir nicht so einfach still zu kriegen sind und machen den 25.5.2013 zu einem unvergesslichen Tag, wenn es heisst: Tanz dich Frei drei - im Mai!

Link zum Facebook-Event

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Communiqué zum Revolutionären 1. Mai in Bern

Gut 200 Personen liefen an der diesjährigen 1. Mai Kundgebung in Bern im revolutionären Block mit.


Der revolutionäre Block zog unter dem Motto „Nieder mit der Lohnarbeit!“ kraftvoll und lautstark durch die Stadt zum Bundesplatz. Mit einem Flugblatt wurde versucht auf die Sinnlosigkeit der Forderung nach fairem Lohn hinzuweisen – Lohnarbeit ist immer Ausbeutung, immer schaffen die Arbeitenden mehr Wert, als ihnen in Form von Lohn zukommt. In diesem Ausbeutungsverhältnis „Fairness“ zu fordern, ist absurd. Den Flyer findet ihr hier.
Die Revolutionären waren auch während der anschliessenden Kundgebung auf dem Bundesplatz präsent. Einerseits mit einem Stand an welchem Lite- ratur, Filme, CD's und T-Shirts verkauft wurden und andererseits wurde eine Broschüre der Gruppe Überzeit verteilt in welcher auf die meist ge- stellten Fragen gegenüber den Revolutionären Antworten formuliert sind.
Die Broschüre findet ihr auf www.überzeit.ch.

Überwinden wir diese Zeit, in der die einen Überzeit arbeiten, während Arbeitslose über Zeit, nicht aber über ausreichend Mittel verfügen.

Nieder mit der Lohnarbeit!

Bilder zur Demonstration gibt es hier.

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Heraus zum Revolutionären 1. Mai!

Auch dieses Jahr wird es wieder einige Veranstaltungen im Vorfeld der 1. Mai Demonstration geben.

Bei der Lohnarbeit geht es nicht um dich und deine Bedürfnisse, sondern um den Profit der Kapitalisten. Kapitalisten stellen uns nur dann ein, wenn sie mit unserer Arbeit Profit machen können. Das heisst wir erhalten nur einen Bruchteil des Wertes, den wir herstellen.
Fordern wir nicht einen fairen Lohn, denn das bedeutet faire Ausbeutung. Machen wir Schluss mit der Ausbeutung - nieder mit der Lohnarbeit!


Die Termine (Kritik Picknicks, Filme und Konzert) findet ihr hier.

Aufruftext: Vom fairen Lohn...


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Nicht lange fackeln mit Nazis! - Communiqué

Medienmitteilung zum Antifaschistischen Abendspaziergang in Bern am 16. Februar 2013

Ein Mobilisierungserfolg: Unter dem Motto "Nicht lange fackeln mit Nazis!" zogen heute Samstag rund 350 Antifaschistinnen und Antifaschisten durch die Berner Innenstadt und machten klar: Bern bleibt nazifrei! Vor einer knappen Woche erst wurde dank antifaschistischer Recherche publik, dass Neonazis anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens zu ei- nem Fackelmarsch in Bern aufrufen. Die Rechtsextremen sagten daraufhin ihren Marsch ab.

Weil die Neonazis bei ihren Aufmärschen in Dresden immer mehr mit anti- faschistischem Widerstand zu kämpfen hatten, führen sie seit einigen Jahren vermehrt Gedenkmärsche in anderen Orten durch – offensichtlich auch in der Schweiz. 2012 marschierten rund 60 Naziskins durch Hombrech- tikon ZH, dieses Jahr unternahmen sie einen bereits im Vorfeld gescheiter- ten Versuch in Bern. Offensichtlich war es den Neonazis weder bewusst, dass heute in Bern Fasnacht ist, noch dass sie auf entschlossenen Wider- stand stossen würden.

Zum gescheiterten Fackelmarsch aufgerufen hatten einschlägig bekannte Neonazis aus der Gruppierung "Legion Werwolf" mit Verbindungen nach Deutschland. Eine dieser Personen - Jonas Schneeberger - wurde 2011 aus der Rechtsaussenpartei "Schweizer Demokraten" ausgeschlossen, da wäh- rend seiner Kandidatur für dieselbe Partei Fotos auftauchten, die ihn in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald zeigen, den Arm zum Hitlergruss gestreckt. Ausserdem wurde vor kurzem publik gemacht, dass er Gründungsmitglied der "Weisse Wölfe Terror Crew" ist (siehe auch hier) - bereits der Name dieser Gruppierung dürfte wohl genügend Aufschluss über deren Ausrich- tung geben. Ebenfalls Gründungsmitglied ist Sebastien Nussbaumer, der letztes Jahr in zweiter Instanz wegen insgesamt 44 Delikten zu 39 Monaten Haft verurteilt worden war. Im Mai schoss er im Zürcher Niederdorf einen Gesinnungsgenossen nieder und versuchte dann, nach Hamburg zu flüch- ten, wo er schliesslich verhaftet wurde.

Bern bleibt nazifrei!

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Nicht lange fackeln mit Nazis!

Heraus zum Antifaschistischen Abendspaziergang am Samstag 16. Februar 2013 um 19.00 Uhr, Besammlung bei der Heiliggeistkirche in Bern.

Für den 16. Februar 2013 haben Neonazis zum Fackelmarsch durch Bern auf- gerufen. Stattfinden soll er während der Berner Fasnacht um 19.00 Uhr, der genaue Ort ist unbekannt

Fackelmärsche haben in rechtsextremen Strukturen eine lange Tradition. Noch am Abend des 30. Januar 1933 organisierten die Nationalsozialisten einen Fackelmarsch durch Berlin, um die Machtübergabe an Adolf Hitler öf- fentlich zu zelebrieren. Nur wenige Monate später wiederholte das „Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ diesen Anlass – das 3. Reich war erst wenige Monate alt, als die Naziführung ihre Geschichte be- reits zu glorifizieren begann.

Auch heute bedienen sich Neonazis der Form des Fackelmarsches, um sich und ihre menschenverachtende Ideologie zu zelebrieren oder um Eckdaten ihrer verfälschten Darstellung geschichtlicher Ereignisse zu gedenken. Beim aktuellen Aufruf ist davon auszugehen, dass das Datum nicht zufällig gewählt ist: Zwischen dem 13. und dem 15. Februar 1945 wurde die Stadt Dresden bombardiert und nahezu vollständig zerstört. Seit Jahren dient dieser Anlass rechtsextremen Gruppierungen dazu, das eigene Ge- schichtsverständnis an die Öffentlichkeit zu tragen. So finden jährlich um dieses Datum herum Gedenkveranstaltungen zum sogenannten „Bomben-Holocaust“ und der Deutschen Zivilbevölkerung als Opfer des Zweiten Welt- krieges statt. Da es durch die massive Gegenmobilisierung für die Neonazis in den letzten Jahren zunehmend schwieriger wurde die Gedenkveran- staltung in Dresden selber durchführen zu können, lässt sich eine Dezen- tralisierung der Gedenkaktivitäten feststellen – dieses Jahr auch in Bern. Zu dieser Veranstaltung wurde von einschlägig bekannten Neonazis mit Ver- bindungen nach Deutschland aufgerufen. Eine dieser Personen – Jonas Schneeberger – wurde 2011 aus der Rechtsaussenpartei „Schweizer Demo- kraten“ ausgeschlossen, da während seiner Kandidatur für dieselbe Partei Fotos auftauchten, die ihn in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald zeigen, den Arm zum Hitlergruss gestreckt. Ausserdem wurde vor kurzem publik ge- macht, dass er Gründungsmitglied der „Weisse Wölfe Terror Crew“ ist (https://linksunten.indymedia.org/de/node/77633) – bereits der Name dieser Gruppierung dürfte wohl genügen Aufschluss über deren Ausrichtung ge- ben.

Wir wollen den Neonazis, ihrer rassistischen Gesinnung und Verherr- lichung ihrer verfälschten Geschichtsdarstellung keinen Platz überlassen und ihnen lautstrakt entgegentreten. Deshalb: heraus zum Antifaschis- tischen Abendspaziergang am 16. Februar 2013 in Bern. Besammlung 19.00 Uhr bei der Heiliggeistkirche. Vergesst die Verkleidung nicht!

!Bern bleibt nazifrei!

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Anarchietage in Winterthur 2013

Grenzen sind für das Funktionieren der kapitalistischen Gesellschaft not- wendig. In ihrer manifesten politisch-geographischen Form lässt sich durch Grenzen nicht nur der Güterverkehr regulieren und wenn nötig eindämmen, sondern auch die Bewegungsfreiheit der Menschen.


Während aber das neoliberale Streben nach einem "globalen Markt" diese Grenzen für Güter immer durchlässiger macht, werden sie für viele Men- schen, die eben im Zuge dieser Politik zur Migration gezwungen werden, zu einem fast unüberwindbaren Hindernis. Begriffe wie die "Festung Euro- pa" oder die "Border Wall" zwischen Mexiko und den USA stehen nicht nur sinnbildlich für eine extrem restriktive Migrationspolitik der reichen Länder des Nordens, sondern verweisen auch auf den militärischen Charakter die- ser hochgerüsteten Barrieren, die Flüchtenden immer wieder den Tod bringen.

Grenzen werden aber nicht nur gegen aussen, sondern auch im Innern ge- zogen. Diskriminierung und Exklusion trifft nicht nur Menschen mit "Migra- tionshintergrund", aber auch und vor allem solche. Xenophobie und Rassis- mus sind in der Bevölkerung weit verbreitet und erschweren ein für den Kampf gegen das kapitalistische System notwendiges Zusammengehen der Ausgebeuteten, egal ob "Schweizer_innen" oder "Ausländer_innen", er- heblich.

Für Anarchist_inn_en sind Fragen nach Grenzen, nach der Bedingungen und Auswirkungen von Migration sowie nach Fremdenfeindlichkeit und Rassis- mus daher oftmals von grosser Bedeutung. An diesen achten Anarchie- tagen in Winterthur wollen wir diese Themen aufgreifen und theoretische Reflexion sowie wirksame Praxis ins Zentrum stellen.

Anarchietage in Winterthur, 8. Februar bis 10. Februar 2013.

Website und Programm: www.anarchietage.ch

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Communiqué zur Anti-WEF Rally

Am Samstag, den 26. Januar, haben wir diverse Flashmobs und Aktionen gegen das WEF in der Berner Innenstadt durchgeführt.

Begonnen haben die Aktionen im Bahnhof Bern, in der sogenannten "Rail City“. Wir hängten ein 40m2 grosses Transparent mit der Aufschrift: "Still not loving Capitalism". Zudem wurden Flyer verteilt und mit Parolen be- schriftete Konfetti herumgeworfen. Im 30 Minuten Takt gingen die Aktionen weiter: Als nächstes wurden in der Marktgasse zwei Stadtbrunnen symbo- lisch privatisiert und es wurde versucht, das Trinkwasser zu einem Markt- preis von 1.- pro Becher an die Schaulustigen zu verkaufen. Damit wurde auf die zunehmende Wasserprivatisierung von Firmen, wie beispielsweise Nestlé und CocaCola, aufmerksam gemacht. Die nächste Aktion fand im Migros in der Marktgasse statt, wo wir uns wie alle andern an der Kasse anstellten und für einmal bewegungslos verharrten. Als vierte und letzte Aktion besammelten wir uns auf dem Kornhausplatz, um mit einer kurzen, aber lautstarken Demo unseren Protest gegen die herrschenden Verhält- nisse auf die Strasse zu tragen. Unter dem Motto "Solidarität statt Konkur- renz - Wipe out WEF" zog die Demo in die Marktgasse, wo sie sich selbst- bestimmt auflöste. Später sammelte sich auf der Grossen Schanze eine spontane Nachdemo und zog lautstark durch den Bahnhof.
Mit den Flashmobs und mit all den Aktionen, die in der ganzen Aktions- woche durchgeführt wurden, zeigen wir, dass der Widerstand gegen das Gipfeltreffen viele verschiedene Ausdrucksformen haben kann. Nach der grossen Repression, die die Anti-WEF Bewegung in den letzten Jahren zu spüren bekam, sind all die Aktionen ein Zeichen dafür, dass es trotz der scheinbar überwältigenden Staatsmacht möglich ist Protest direkt an die Öffentlichkeit zu tragen. Die Polizei versuchte diverse Male Aktionen zu verhindern und verhaftete dabei mehrere Personen. Trotzdem gelang es ihr nicht, die Situation zu kontrollieren und wir konnten alle Aktionen wie geplant durchführen.

Das WEF in Davos ist morgen zu Ende, unser Widerstand gegen den Kapita- lismus jedoch nicht!

Wipe out WEF - Für eine herrschaftsfreie Welt!

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Was hat unser Alltag mit dem WEF zu tun?

Warum wir die ganze Scheisse überwinden müssen. Eine Stellungnahme des Bündnis gegen Rechts zum Weltwirtschaftsforum in Davos.


"Wenn wir morgens in aller Frühe zum Tram stolpern, machen das die wenigsten von uns zum Vergnügen. Man muss ja arbeiten gehen, um leben zu können. Fürs Bahnabo haben wir schon Anfang Monat bezahlt, und so können wir uns die gequälten Gesichter unserer Leidensgenossen ansehen, ohne vorher am Automat anzustehen. Das Vergnügen währt nur kurz, den bald darauf geht’s auch schon los: auf der Baustelle, in der Werkstatt, am Fliessband, im Büro – überall das Gleiche: Die Arbeit wartet darauf, von uns erledigt zu werden."

Flyer zum Download

Auch dieses Jahr gibt es diverse Veranstaltungen rund um das WEF. Den Aufruftext gibts auf Indymedia, die einzelnen Aktionen sind bei uns im Kalender aufgeführt.


Anti-WEF Rally, 26.01.2012: Beim Anti-WEF Rally werden den ganzen Nachmit- tag hindurch verschiedene symbolische Aktionen und Flashmobs stattfin- den, mit denen wir unsere Inhalte an die Öffentlichkeit tragen wollen.
Notwendige Informationen zu den Aktionen können zwischen 11:00 und 13:00 beim Infopoint in der Reitschule abgeholt werden. Der Infopoint bleibt den ganzen Tag geöffnet.

Wir raten, in kleinen Gruppen von 2-6 Leuten am Anti-WEF Rally teilzuneh- men.

Falls Du Festnahmen oder andere Formen der polizeilichen Repression beo- bachtest, kontaktiere das Anti-Rep: 077 440 60 99

Folge der Aktion auf Twitter @Antiwef

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Veranstaltung zur aktuellen Situation in Griechenland

Kurzfilm über den Stahlarbeiterstreik und Filminterview mit Mitgliedern des 'Revolutionären Kampfes'. 14.12.2012, 19.30 Uhr, Infoladen Reitschule Bern.

"Wir glauben in der Tat, dass in Griechenland die objektiven Bedingungen für eine Revolution gegeben sind" (Nikos Maziotis, Revolutionärer Kampf).

Täglich erreichen uns in den Medien die Nachrichten über weitere Spar- massnahmen in Griechenland und der verzweifelte Kampf der Regierung gegen den Staatsbankrott. Die Bilder des Wütenden griechischen Volkes, sei es an Grossdemonstrationen oder bei Riots sind uns allgegenwärtig.
Die Veranstaltung bietet uns Gelegenheit, uns mit verschiedenen Kampf-formen der Unterdrückten auseinanderzusetzen.
Wir zeigen den Kurzfilm 'Days Of Strike' über die streikenden Stahlarbeiter in Aspropyrgos und das Film-Interview mit zwei mittlerweilen unterge- tauchten Mitgliedern des 'Revolutionären Kampfes' Pola Roupa und Nikos Maziotis - anschliessend gibt es eine Diskussion.


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Medienmitteilung zur Solidaritätskundgebung, 14.11.2012

Unter dem Slogan ‚Vereinigen wir uns!‘ haben heute in Bern rund hundert Menschen ihre Solidarität mit den (General-) Streikenden Europas kund- getan. Nach der Besammlung bei der Heiliggeistkirche und dem gemein- samen Aufwärmen mit Glühwein zogen wir lautstark durch die Innenstadt.

Zum europaweiten Generalstreik hat ein internationales Bündnis auf- gerufen, um gegen die massiven Sparplänen zu demonstrieren. In den von massiven Sparmassnahmen getroffenen Ländern wie Portugal, Malta, Zypern, Spanien, Italien und Griechenland haben sich die grossen Gewerk-schaften dem Aufruf angeschlossen, um gemeinsam gegen die Sparpläne zu streiken.
Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich bei der Sparpolitik nicht um eine temporäre Reaktion auf die Krise handelt, denn Sparmassnahmen werden nach Krisen nicht wieder aufgehoben. Die Massnahmen dienen der dauer-haften Aussetzung und Kürzung von Sozialprogrammen. Diese wurden in vielen und langjährigen Kämpfen von der arbeitenden Bevölkerung er- rungen. Sozialprogramme werden immer wieder, insbesondere in Kri- senzeiten, durch Arbeitgeber und Politiker gekürzt. Dass unsere Inte- ressen von ihnen immer wieder bekämpft werden, ist nicht nur in Krisenzeiten üblich. Der Widerspruch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist kapitalistischer Alltag. Unsere Löhne sind für die Arbeitgeber immer ein Aufwand, den sie möglichst tief halten. Wir sind die täglichen Verlierer dieses Systems.
Wenn wir nicht einen ewig währenden Kampf um kleine Verbesserungen und Sozialprogramme führen wollen, welche von den Kapitalisten an- dauernd wieder angegriffen werden, müssen wir dieses System über- winden. Ein System, in welchem einige Wenige ihren Profit durch die Aus- beutung der arbeitenden Klasse machen, lehnen wir ab. Deswegen zeigen wir uns solidarisch mit den kämpfenden ArbeiterInnen.

Kämpfen wir gemeinsam für unsere Interessen!

Solidarität ist eine Waffe!

www.anti-ka.ch

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Linke Hochschultage: Krise, Analyse, Widerstand.

Vom 21. bis zum 24.11.2012 finden an der Universität Zürich, im ehemaligen PH-Gebäude, die linken Hochschultage statt. Unter dem Motto "Aufs Ganze gehen: Politik und Wissenschaft zusammen in der Krise" finden Referate und Workshops mit ReferentInnen aus ganz Europa statt.

"Die ökonomische Krise ist in aller Munde und dient immer öfter als Argument für den Angriff auf soziale und politische Errungenschaften. Von der Ökonomie, die als etablierte und hierfür zuständige Wissenschaft gilt, wird sie aber kaum verstanden. Man weigert sich geradezu, die Krise als eines der wesentlichen Phänomene unserer gesellschaftlichen Organi-sationsweise zu verstehen. Den Sozial- und Geisteswissenschaften, die hier wiederum zuständig wären, wird im gleichen Moment aber die Kom- petenz dazu abgesprochen, wollen sie sich nicht aufführen wie einige Ökonomen, die uns allen Ernstes weis machen wollen, dass die simple Mathematisierung und Axiomatisierung einiger Annahmen zum subjektiven Nutzenkalkül ausreicht, um aus einer speziellen Sozialwissenschaft eine Naturwissenschaft zu machen." (Quelle und restlicher Text: Flyer)

Detailliertes Programm und mehr Informationen unter:

http://linketage.blogsport.de/

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Öffentlicher Prozess zur Antirep-Demo

Am 4.6.2011 gingen in Bern hunderte Menschen auf die Strasse, um ihre Solidarität mit allen Menschen auszudrücken, welche direkt von staatlicher Repression betroffen sind. Seien das politische Gefangene oder« illegale » Menschen, denen jeden Tag Verfolgung und Ausschaffung droht. Zudem wollten sie auf die zunehmende Überwachung, Kontrolle und Repression im Alltag aufmerksam machen und dagegen protestieren.

Jetzt laufen Prozesse gegen viele, die im Rahmen dieser Demo verhaftet wurden. Auf die Demonstrierenden werden jetzt ironischerweise die- selben Repressionsmechanismen angewendet, welche sie kritisiert haben. Die hohen Bussen und die Prozesse, welche aufgrund der Teilnahme an dieser Demo geführt werden, zeigen, dass die staatlichen Institutionen Wi- derstand und Kritik im Keim ersticken wollen. Dies sind politische Prozesse. Sie sind der handfeste Beweis dafür, dass dieses Thema und unsere Solidarität ein Dorn im Auge der Staatsgewalt ist.

Zeigen wir, dass ihre Repression unsere Solidarität nicht zerstören kann. Kommt zahlreich zum Prozess am 16.November, nicht nur um aktiv die Angeklagten zu unterstützen, sondern um ein weiteres Mal ein Zeichen gegen die staatliche Repession zu setzen.

Wir treffen uns am 16. November um 07:30 vor dem Amtshaus, Bern. Die Solidaritätsaktion dauert den ganzen Tag, bis ca. 16:00 Uhr. Für Kaffe und Tee wird gesorgt, am Mittag gibt es ein Soliessen. Zudem sorgt ein Strassentheater für kritische Unterhaltung.

Repression betrifft uns alle!
Solidarität ist unsere Waffe!

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Vereinigen wir uns!

Ein internationales Bündnis hat für den Mittwoch, dem 14. November 2012, zu einem europaweiten Generalstreik aufgerufen. In den von massiven Sparmassnahmen getroffenen Ländern wie Portugal, Malta, Zypern, Spanien und Griechenland haben sich die grossen Gewerkschaften dem Aufruf an- geschlossen, um gemeinsam gegen die Sparpläne zu demonstrieren. In anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland und in der Schweiz, sind lediglich einige kleinere Aktionen geplant.
          
Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich bei der Sparpolitik nicht um eine temporäre Reaktion auf die Krise handelt, denn Sparmassnahmen werden nach Krisen nicht wieder aufgehoben. Die Massnahmen dienen der dauer-haften Aussetzung und Kürzung von Sozialprogrammen. Diese wurden in vielen und langjährigen Kämpfen von der arbeitenden Bevölkerung er- rungen. Sozialprogramme werden immer wieder, insbesonders in Kri- senzeiten, durch Arbeitgeber und Politiker gekürzt. Dass unsere Interes- sen von ihnen immer wieder bekämpft werden, ist nicht nur in Krisenzeiten üblich.  Der Widerspruch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist kapi- talistischer Alltag. Unsere Löhne sind für die Arbeitgeber immer ein Aufwand, den sie möglichst tief halten. Wir sind die täglichen Verlierer dieses Systems.
Wenn wir nicht einen ewig währenden Kampf um kleine Verbesserungen und Sozialprogramme führen wollen, welche von den Kapitalisten an- dauernd wieder angegriffen werden, müssen wir dieses System über- winden. Ein System, in welchem einige Wenige ihren Profit durch die Aus- beutung der arbeitenden Klasse machen, lehnen wir ab. Deswegen zeigen wir uns solidarisch mit den kämpfenden ArbeiterInnen.              

Kämpfen wir gemeinsam für unsere Interessen!           

Solidarität ist eine Waffe!

Kundgebung am Mittwoch, 14.11.2012, Heiliggeistkirche, Bern.

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Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Im Rahmen des Aktionstages für unseren gefangen gehaltenen Genossen in Basel haben wir heute diverse Transparente in Bern und Umgebung aufgehängt.

Philipp wurde am 2. Juni in Basel an einer Illegalen Party verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Grund dafür sei ein Handgemenge, welches er mit einem Polizisten gehabt haben soll. Für uns ist jedoch klar, dass dies nicht wirklich der Grund ist; dem Staat geht es darum den sich selbst als Kommunisten bezeichnenden Genossen einzuschüchtern und zu schi- kanieren.
Ein gleicher Fall ist momentan der Prozess gegen Deniz K., dem vor- geworfen wird, er habe an einer Antifaschistischen Demo fünf Polizisten töten wollen. Deniz soll laut der Nürnberger Staatsanwaltschaft während ei- ner Auseinandersetzung an der Demonstration mit einer Fahnenstange in Richtung von fünf Polizisten in Vollmontur  geschlagen haben. Dies reicht für die Staatsanwaltschaft aus, Deniz für fünffachen versuchten Totschlag sechs Monate in Untersuchungshaft zu stecken. Auch hier geht es darum antifaschistische und systemkritische Menschen einzuschüchtern und in ihrem Handeln zu beeinträchtigen.
Ein weiterer Fall von Repression findet zurzeit in Kroatien statt. Frau Vicdan Özerdem wird seit Monaten vom kroatischen Staat in Gewahrsam gehalten. Dies aufgrund eines internationalen Haftbefehls, der die Türkei erliess. Vicdan floh im Jahr 2000 aus der Türkei, in der sie zuvor als politische Gefangene jahrelang im Gefängnis sass und gefoltert wurde. Sie ist in Deutschland als Konventionsflüchtling anerkannt und erhielt eine Nie- derlassungsbewilligung. Aktuell wird Vicdan der Mitgliedschaft in einer illegalen linken Partei und der Tötung von 2 Soldaten beschuldigt. Vicdan war damals im Zuge ihrer journalistischen Tätigkeit am Ort des Ge- schehens und wurde dort festgenommen. Unter Folter sollte sie zugeben, als Mitglied einer illegalen linken Partei an den Vorfällen beteiligt zu sein. Die Anschuldigungen wurden während ihrer damaligen Verhandlung als haltlos fallengelassen. Jetzt aber soll der Fall als Vorwand dazu dienen, Vicdan – wie andere ehemalige politische Gefangene auch – erneut in Haft zu nehmen. Nun droht Vicdan die Auslieferung in die Türkei, wo sie mindestens 12 Jahre Gefängnis erwarten!

Unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Mehr Infos unter:

www.freevicdan.com

http://denizk.blogsport.de/

www.aufbau.org










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Freiheit für den Gefangenen vom NT-Areal!

Erinnerst du dich noch an die Party Anfang Juni auf dem NT-Areal? Mehr als tausend Menschen, gute Stimmung, Musik, Feiern bis in die Mor- genstunden...

Sicher hast du damals mitbekommen, dass im Anschluss mehrere Leute von der Polizei verhaftet, Material beschädigt und beschlagnahmt und Schläge, Pfefferspray und Beleidigungen verteilt wurden. Einer der Ver- hafteten sitzt immer noch! Mehr als drei Monate nach der Party!

Ihm wird vorgeworfen, an einem Gerangel mit einem Zivilfahnder teil- genommen zu haben. Und nun sagen sie, es bestehe Wiederholungsgefahr.

Es ist klar, dass hier nur politische Gründe dahinter stecken. Er sitzt wei- terhin – und wohl noch lange – im Knast, weil sie uns einschüchtern wollen,

- damit wir endlich aufhören, den öffentlichen Raum zu beanspruchen;

- damit wir uns nicht organisieren und gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen;

- damit Fussballfans, HausbesetzerInnen, Partyleute, Flüchtlinge, Quar- tierbewohnerInnen usw. aufhören, sich für ihre Interessen einzusetzen;

- damit wir uns bedingungslos der Macht von Staat, Wirtschaft und Polizei unterwerfen.

Lassen wir uns das nicht bieten!
Wehren wir uns gemeinsam dagegen!


Quelle

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Bern bleibt Nazifrei!

Auf Facebook wurde eine Gruppe gegründet, die aufruft in Bern gegen „Ku- scheljustiz“ zu demonstrieren. Wenn man sich den Aufruf und die Kom- mentare durchliest wirdschnell klar, dass die InitiantInnen aus der extremen Rechten stammen.

Da wird beispielsweise den AsylantInnen die Schuld gegeben, wenn SchweizerInnen ihre Wohnungen verlieren, oder es werden Aus- länderInnen dafür verantwortlich gemacht, wenn das Lohnniveau sinkt.
Sie kreieren einen Sündenbock, welcher auf die Verhältnisse gar keinen Einfluss hat. Es sind die EigentümerInnen von Wohnungen, welche be- stimmen wer wo wohnen kann und es sind die ArbeitgeberInnen, die ein Interesse daran haben, das Lohnniveau möglichst zu senken. Die Demon- stration ist ein offensichtliches Beispiel dafür, wie Rechte die Arbei- terklasse spalten in dem sie ein falsches Feindbild schaffen. Sie zeihen eine Grenze zwischen In- und Ausländer statt zwischen oben und unten. Es ist der Kapitalismus mitsamt dem Staat, der ihn garantiert, was uns täglich das Leben schwer macht.
Ist einem klar, dass der Staat mit seiner Justiz nicht bloss die kor- rigierende Instanz der Gesellschaft ist, sondern dieses System überhaupt erst möglich macht, scheint es irrsinnig eine härtere Justiz zu fordern. Denn diese ist es, welche die Eigentumsverhältnisse bewachen, die uns zwingen täglich arbeiten zu gehen und bestimmen, was für uns übrig bleibt, wenn unsere Arbeitskraft nicht (mehr) gebraucht wird.

Wir werden es nicht zulassen, dass rechtsradikale Kreise in Bern eine Platt- form bekommen. Am noch unbekannten Tag X werden wir uns wehren – dem Aufmarsch gilt es mit kreativen Mitteln zu entgegnen.
Über Datum, Zeit und genauen Ort wird hier, auf Indymedia und Facebook informiert.

Haltet euch bereit – gegen Nazis, in Bern und überall!

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Wir fordern: Freiheit für die Gefangenen vom 1. Mai!

Am Dienstag, dem 10. Juli, wurden in einer koordinierten Verhaftungsaktion Genossen festgenommen. Die Mehrheit ist zwischen 18 und 20 Jahre alt. Es zeigt sich klar, dass die Repression gezielt bei den Jungen ansetzt, um möglichst früh durch die Gefährdung von Lehr-, Schul- oder Arbeitsplätzen Eindruck zu schinden. Einer ist am Freitag (13. Juli) freigelassen worden, die Übrigen sitzen nun in Untersuchungshaft. Ihnen allen werden Aktivitäten am 1. Mai vorgeworfen – darunter sowohl Aktionen an der bewilligten Demon- stration am Vormittag wie auch am Nachmittag im Rahmen des Revo- lutionären Treffs auf dem Kanzleiareal und in der nahen Umgebung.

Der Machtanspruch des Staates in Form von Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz auf die absolute Kontrolle des Raums soll untermauert werden. Wer mit seinen oder ihren Inhalten und Formen im öffentlichen Raum präsent sein will, soll abgeschreckt werden. Das zeigt sich nicht nur am 1.Mai, son- dern auch in der allgemeinen Zunahme der Überwachung im öffen-tlichen Raum, der Vertreibung von "unerwünschten Gruppen" im Rahmen der "Stadtaufwertung" (wie auf der Bäckeranlage in Zürich) oder in der Ver- folgung der Beteiligten an illegalen Parties. In all diesen Fällen wie auch anhand der Vorwürfe in dieser Geschichte soll aufgezeigt werden, dass nichts toleriert wird, was sich unkontrolliert den öffentlichen Raum nimmt und ihn nutzt.

Wir lassen uns nicht einschüchtern von diesen Abschreckungsversuchen. Wir sind der Meinung, dass wir uns den öffentlichen Raum nehmen sollen, ihn nutzen und verteidigen wollen. Daher gilt es, sich in derartigen Situa- tionen gemeinsam und kämpferisch zu wehren.

Mehr Informationen unter www.aufbau.org.

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Solidarität mit der Genfer Antifa!



Quelle: http://rage.noblogs.org

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Die Rückkehr des Proletariats - war es denn weg?

Ergänzungen zum Interview „Die Rückkehr des Proletariats“ aus dem „antidot.incl“ Nr. 12

Wir haben uns dazu entschlossen, etwas ausführlicher zu unserem Interview im „antidot.incl“ Nr. 12  Stellung zu nehmen, weil wir einerseits stärker auf die Themen eingehen wollen, welche entweder der Kürzung des Interviews zum Opfer gefallen oder nicht angesprochen worden sind und andererseits weil wir die Einschätzung haben, dass die Haltung, die unser Interviewer vertritt in der Schweizer Linken weit verbreitet ist: Etwa, dass es in der Schweiz kein Proletariat mehr gäbe, oder dass, wenn überhaupt, die Schwei- zer Proleten - im Vergleich zum Ausland - doch wirklich keinen Anlass zum Jammern hätten und sie sogar noch von den billigen Produkten aus dem Ausland profitierten. Dem möchten wir folgendes entgegenhalten:

Es gibt kein Proletariat mehr? Wer macht denn nun die ganze Arbeit?

Proletarier sind Leute, welche selbst kein Eigentum an Produktionsmitteln besitzen und selbst nicht besessen werden - wie das etwa bei Sklaven der Fall wäre. Ihre Lage zwingt diese doppelt freien Menschen also, für Lohn arbeiten zu gehen und somit das Einzige zu verkaufen, was sie fortwährend zu Geld machen können: ihre Arbeitskraft. Diese Arbeitskraft können sie allerdings nur dann verkaufen, wenn ein Kapitalist damit Gewinn machen kann und den Proletarier deswegen einstellt. Der Prolet erhält vom Kapitalisten nicht den Wert, den er, der Prolet, selber herstellt, sondern nur einen Bruchteil davon: den Lohn. Die Differenz, der sogenannte Mehrwert, gehört dem Kapitalisten. Der Proletarier wird also ausgebeutet. Wenn ein Kapitalist, Kapitalist bleiben will, ist er bei Strafe des Untergangs in der Konkurrenz dazu gezwungen aus seinem Geld mehr Geld zu machen. Die Kapitalisten besitzen entweder Grundeigentum oder Eigentum an Pro- duktionsmitteln, wie etwa eine Fabrik oder eine Maschine, und/oder sie leben von der Vergabe von Krediten usw. Sie werden durch die Arbeit anderer reich, ihr Geld dient als Kapital und vermehrt sich, während die Proletarier ihr Geld meist für das Lebensnotwendige verbrauchen. Im Übrigen: Den Lohn, den die Proleten vom Kapitalisten erhalten, geben sie in der Regel für ihre private Reproduktion bei (anderen) Kapitalisten wieder aus.
Seit der industriellen Revolution hat sich am Prinzip der kapitalistischen Produktionsweise nichts geändert - und solange es den Kapitalismus gibt wird sich daran auch nichts ändern. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht nur klassische Fabrik- oder Bauarbeiter zum besagten Proletariat gehören, sondern alle Menschen, welche auf Lohn angewiesen sind. Ob diese als Busfahrer, Kassier, als Ingenieure oder IT-Spezialist arbeiten, ist dabei egal - zur ausgebeuteten Klasse gehören sie alle, weil sie nicht leben können, ohne ihre Arbeitskraft immer von neuem zu verkaufen und ihr Lohn in der Regel nicht dazu ausreicht, sich selber Produktionsmittel zu verschaffen. Sie müssen sich also einen Kapitalisten suchen, für den es sich lohnt, sie einzustellen. Jeder kann sich im Netz, z.B. beim Bundesamt für Statistik, bei Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften selber vergewissern, wie es Zahlenmässig um Kapitalisten und Proletarier steht. Alleine in der klas- sischen schweizerischen Maschinen- und Metallindustrie schuften noch rund 336'000 Proleten. Von den Menschen im erwerbsfähigen Alter gehören in der Schweiz rund 15% zu den Kapitalisten, den Unternehmern und Klein- gewerblern. Weitere 5% zu den Funktionären von Kapital und Staat (Ma- nager, Kader, hohe Staatsangestellte). 60% sind klassische Lohnabhängige, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben. Von sozialen Leistungen sind rund 10% abhängig. Das Proletariat an sich war nie weg - ob sich die mo- dernen „Mitarbeiter“ heute selber noch als Proletarier verstehen, ist eine andere Frage – eine des Bewusstseins.

Das Proletariat ist ausländisch? Für wen spielt das eine Rolle?

„Das Proletariat hat kein Vaterland“, hat der alte Bärtige schon im Kom- munistischen Manifest festgehalten um am Schluss die Proletarier aller Länder dazu aufzurufen sich zusammenzuschliessen. Auch wenn diese Schrift nicht zu Marx grössten Würfen gehört - wo er recht hat, hat er recht!
Für uns ist es nicht relevant, ob ein Proletarier zur Kategorie „Ausländer“ gehört oder nicht, denn wir halten diese Kategorisierung an sich schon für falsch. Wer sich auf diese Unterscheidung einlässt, denkt  an einer Frage herum, die ihm von oben, vom Staat aufgemacht wird. Ob jemand Schweizer oder Ausländer wird, kann er nicht selber entscheiden, das entscheidet eine Herrschaft über ihn. Die Proletarier auf der ganzen Welt haben nichts von der nationalistischen Spaltung - ihre Herren schon! Eben z.B., weil sich so „tüchtige“ Schweizer gegen „faule“ Griechen ausspielen lassen oder weil Proletarier hierzulande freiwillig auf zwei Wochen Ferien verzichten, weil sonst der Schweiz ein Standortnachteil entstehen könnte. Oder wenn der Erfolg der Schweiz bei der Krisenbewältigung für sie bedeutet, dass sie ohne Lohnerhöhung länger arbeiten müssen, dass sie arbeitslos werden, weil die (Schweizer) Unternehmen umstrukturieren um konkurrenzfähig zu bleiben oder, dass dem nationalen Ganzen zuliebe die Sozialleistungen gekürzt werden... Nationalismus dient dazu, Unterschiede innerhalb der Staaten zu verwischen - hinter der nationalen Identität verschwinden alle sonstigen Unterscheidungen.  Erwerbsquelle oder Klassenlage? Egal, „als Schweizer sind wir alle gleich!“ Irgendwie komisch, oder? Weil sie der gleichen Nationalität angehören, sollen sich die Proleten gerne ausbeuten lassen? Soll sich ein Schweizer Bauarbeiter plötzlich einem Schweizer Mul- timillionär näher fühlen, als z.B. einem kroatischen Berufskollegen? Sollen wir uns für unseren Staat stark machen, der die herrschenden Ver- hältnisse aufrecht erhält, von denen wir den Schaden haben?

„Wir Schweizer“ beuten Drittweltländer aus? In dem wir bei Kapitalisten einkaufen?

Es ist schon hart, wenn Schweizer Proletarier auch noch ein schlechtes Gewissen haben sollen, weil sie sich eine günstige Aubergine, 2-Franken- Socken aus pakistanischer Baumwolle, ein Velo aus Taiwan und ein neuen (sackbilligen) Flachbildschirm aus China posten. Was sollen sie denn sonst tun? Auch noch auf das bisschen „Luxus“ verzichten? Teurere Produkte kaufen, damit sie auf andere gänzlich verzichten müssen.
Der Lohn der Proleten ist beschränkt und auch wenn sie ihn - mittels ver- staubter Klassenkampfmethoden – ab und zu in die Höhe treiben können, er wird vom Kapitalisten bestimmt! Genauso wie der Ort der Produktion und was für Produkte wo in welche Regale kommen und zu welchen Prei- sen. Da nützt auch die „Konsumentenmacht“ wenig, wenn Proleten mit ziemlich beschränkter Kaufkraft nicht mitbestimmen, sondern nur auswählen können, zwischen dem was die Kapitalisten zu den jeweiligen Preisen in den Laden stellen lassen.
Darin liegt der Grund, warum wir immer noch mit verstaubten Revo- lutionsparolen hausieren gehen, weil wir Angehörigen der Arbeiterklasse hier den ganzen Dreck machen müssen, weil wir nix entscheidendes zu sagen haben, weil hier kein gutes Leben drin ist, weil das Geld nicht reicht und wir Körper und Geist zum Wohle unserer Ausbeuter verschleissen müssen!

Text zum Download

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Communiqué zum Tanz dich Frei 2.0

Gestern haben sich ca. 18000 Menschen in der Stadt Bern versammelt und sind dem Aufruf des Tanz dich Frei gefolgt. Um 00.00 Uhr waren Bundesplatz wie auch Bärenplatz komplett mit Tanzenden gefüllt, gleichzeitig hielten sich bei der Heiliggeistkirche weitere Soundmobile mit hunderten Party- gänger_innen auf.


12 Wagen starteten auf dem Vorplatz der Reitschule und der Schützen- matte. Die riesige Menschenmenge setzte sich gegen 21:00 Uhr in Bewegung Richtung Bahnhofplatz. Die Strassen wurden komplett von Tanzenden in Beschlag genommen.
Auf dem ganzen Weg bis zum Bundesplatz fanden diverse Livekonzerte statt, zwischendurch verstummte die Musik zugunsten einer politischen Rede. Auf dem Baldachin wurden Transparente mit Bezug auf politische Ge- fangene und die Tanz dich Frei Bewegung aufgehängt.
Auf dem Bundesplatz wurde ein längerer Halt gemacht und die Leute feier- ten ausgelassen, zu verschiedenen Musikstilen – von Goa über Techno, Punk, Electro, Dubstep, Rock bis Hip-Hop waren alle Stilrichtungen vertreten. Zu später Stunde zogen sich die Wagen auf die Schützenmatte zurück, wo Patent Ochsner noch ein spontanes Konzert gaben.

Mit der Veranstaltung wurde auf die Stadtentwicklung aufmerksam ge- macht:
Das Kernanliegen der aktuellen Stadtentwicklung ist es der Entstehung einer A-Stadt entgegenzuwirken. Das heisst eine Stadt mit einem über- mässigen Anteil an Armen, Alten, Arbeitslosen, Autonomen, Auslän- der_innen, Asozialen und Anderen zu vermeiden.
Niemand fragt uns, ob diese Politik unseren Vorstellungen entspricht. Denn das tut sie nicht!
UNSER Problem ist, das IHRE Aufwertungspolitik sich einzig und allein an den Bedürfnissen eines kleinen, wohlhabenden Bevölkerungsteils orien- tiert, denn nur Menschen mit Geld bringen die erwünschten Profite. All jene, die nicht zu dieser Schicht gehören, bleiben einmal mehr auf der Strecke. Obwohl der Nutzen nur einigen Wenigen vorbehalten ist, wirkt sich diese Politik im Alltag von uns allen aus. Die Nutzung des öffentlichen Raums wird grundsätzlich eingeschränkt, unliebsame Personengruppen aus diesem weggewiesen. In privaten Geschäften und immer mehr auch auf öffentlichen Plätzen werden wir von Kameras überwacht. Das (Nacht- )leben wird zusehends eingeschränkt. Politische Aktionen werden nicht toleriert und im Keim erstickt um eine möglichst hohe Abschreckung zu erreichen. Und dies sind nur einige Beispiele.

Auch wir wollen eine A-Stadt verhindern. Diese besteht für uns aber aus Aufwertungspolitik, Ausgrenzung und Ausbeutung. Wir wollen uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen, sondern selber bestimmen, wo und wann wir tanzen!

Wir sind enttäuscht von den Vereinnahmungsversuchen der politischen Parteien, die sich jetzt mit fremden Federn schmücken wollen und die Tanz dich Frei Veranstaltung für ihren Wahlkampf missbrauchen!
Die Organisator_innen der Veranstaltungen sind in einem basisdemokra- tischen, ausserparlamentarischen Bündnis zusammengeschlossen und gehören zu den sogenannten Linksaktivisten. Es ist absurd wie die CVP zu behaupten, linksalternative Kreise würden das Strassenfest mit anti- kapitalistischen Anliegen vereinnahmen – wir organisieren es deshalb!

Wir begrüssen die Eigeninitiative von anderen, die jetzt erneut zu einem Tdf 2.1 aufrufen, möchten jedoch betonen, dass wir mit der Organisation dieses Anlasses nichts zu tun haben, sondern unglücklicherweise denselben Namen dazu verwendet wird.

Herzlichen Dank allen Teilnehmer_innen!

Bilder und weitere Texte findet ihr hier auf der Homepage.

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