AntifaschitInnen zu Sexismus:

Wenn von Sexismus, Diskriminierung oder Unterdrückung der Frau die Rede ist, denken wohl die meisten von uns an verschleierte Frauen in Algerien, türkische Mädchen, die von ihren Familien zwangsverheiratet werden oder an die Gräueltaten an Frauen durch die Taliban. Doch solche und noch viele andere Formen von Sexismus und Unterdrückung sind auch in unserer westlichen Welt alltäglich- nur viel versteckter. In der Schweiz haben Frauen seit 30 Jahren das Wahl- und Stimmrecht, im Volksmund, die Frau ist gleichberechtigt. Dochdiese Gleichberechtigung existiert leider nur auf dem Papier. In der Schweiz, wie auf der ganzen Welt werden täglich Frauen belächelt, nicht ernst genommen, für gleiche Arbeit

schlechter bezahlt, gegen ihren Willen angefasst, als Sexobjekt betrachtet, belästigt, erniedrigt, unterdrückt, ausgebeutet, gehandelt, geschlagen, missbraucht und vergewaltigt.

Es gibt immer noch„Männerjobs“, etwa auf dem Bau, im Büro, …, wo Frauen immer noch belächelt und nicht ernst genommen werden.

Frauen verdienen vielerorts immer noch weniger als ihre männlichen Arbeitskollegen. Und das für die gleiche Arbeit. Im Falle eines Stellenabbaus sind Frauen meistens die ersten, die gehen müssen, oder in die Zeitarbeit gedrängt werden.

In der Werbung werden Männer oft als coole Alleskönner und Supermänner dargestellt, während Frauen die potentielle Kundschaft leicht bekleidet und verführerisch zum Kauf eines Artikels locken sollen.

Die Hausarbeit ist immer noch grösstenteils Sache der Frau. Die Frau soll den ganzen Tag putzen, kochen, waschen, aufräumen, … und daneben noch eine gute Ehefrau und Mutter sein. Dadurch, dass Hausarbeit unbezahlt ist, sind Frauen abhängig von ihren (Ehe-) Männern, die ihnen ein Taschengeld zahlen ( können). Das kapitalistische System basiert auf einem Patriarchat, das auf der physischen Übermachtstellung des männlichen Körpers gründet.

Auch der Kapitalismus nutzt diesen Unterdrückungsmechanismus schamlos aus. Wie viele Frauen arbeiten gratis im Haushalt oder als Teilzeitangestellte, etwa als Putzfrauen oder Aushilfskassiererinnen, zu Minimallöhnen unter schlechten Arbeitsbedingungen?

Frauen werden gehandelt. Mit falschen Versprechungen, die sie auf ein besseres Leben hoffen lassen, werden sie in die Schweiz gelockt und dazu gezwungen, sich zu prostituieren. Oder sie werden dazu gezwungen, einen Schweizer Mann zu heiraten, um ihren Aufenthalt in der Schweiz zu regeln. Sie sind diesen Männern ausgeliefert, denn falls sich diese von ihnen trennen sollten, würden sie ihre Aufenthaltsgenehmigung verlieren. Diese Zwangslage wird von vielen Schweizer Ehemännern als Druckmittel eingesetzt, so dass Frauen jahrelang Gewalt in der Ehe ertragen müssen. Zur Wehr setzen können sie sich nicht, denn das Gesetz bestraft die Opfer, und nicht ihre Peiniger. Es bleibt ihnen nur noch die Aussicht auf ein Leben als Zwangsprostituierte beziehungsweise –ehefrau, oder eine Ausschaffung.

Immer wieder werden Frauen Opfer von psychischer und physischer Gewalt. Gerade in Beziehungen werden Frauen oft unterdrückt, bedroht, geschlagen genötigt und vergewaltigt. Doch dies geschieht versteckt und unter Ausschluss der Öffentlichkeit und in den meisten Fällen erfährt nie jemand etwas davon.

Jede dritte Frau einmal im Laufe ihres Lebens Opfer sexueller Gewalt wird. Sexuelle Nötigung und Missbrauch sind überall anzutreffen; zu Hause in der Familie, auf der Strasse, in der Schule, am Arbeitsplatz, in Freizeiteinrichtungen, … Sexistisches Verhalten beginnt oft schon im Kleinen, etwa mit Bemerkungen, Ignorieren, … und ist überall zu finden. Doch wenn Männer auf ihre ( absichtlich) sexistische Verhaltensweise aufmerksam gemacht und angesprochen werden, weichen sie oft mit Floskeln und schlechten Ausreden aus und spielen ihr „Vergehen“ als lächerlich herunter. Die Opfer werden für dieses Verhalten verantwortlich gemacht.

Wir fordern deshalb alle Männer dazu auf, sich ernsthaft mit Sexismus und Patriarchat auseinanderzusetzen und das eigene Verhalten zu reflektieren. Oft werden Dinge gesagt oder getan, die nicht diskriminierend sein sollen, von Frauen aber als sexistisch oder als Angriff gegen ihr Geschlecht aufgefasst werden.

Stopp dem Männlichkeitswahn und dem Mackerverhalten!

Für eine Welt ohne psychische, physische oder sexuelle Gewalt an Frauen!

Es gibt keinen Antifaschismus ohne Antisexismus!