Medienmitteilung vom 24.11.2002

Um 16.00 Uhr haben sich heute anlässlich der SVP-Asylinitiative 100 Leute auf dem Bärenplatz in Bern versammelt, um gemeinsam gegen das rassistische Klima in diesem Land zu demonstrieren und auf das Abstimmungsresultat zu reagieren. Gerade das knappe Ergebnis macht deutlich, dass in keiner Art und Weise von einem Sieg gesprochen werden kann. Unser Kampf für eine solidarische und antirassistische Gesellschaft geht weiter!
Siehe nachfolgendes Flugblatt Verschiedene Gruppen gegen Rassismus, Bern Flugblatttext: Wir sind hier, um für eine offene Schweiz zu demonstrieren Mit der Ablehnung der SVP Initiative kann heute zwar ein kleiner Sieg verbucht werden. Eine Annahme der Initiative hätte die Schweiz in noch schwärzere Zeiten geführt.
Bundesrätin Metzler und Polizeidirektor Wasserfallen und die unzähligen anderen, die gegen die SVP-Initiative mit Argumenten antraten wie:

zeigen schon, dass alle in den Startlöchern bereit sind, um eine «vernünftigere» und «rechtstaatlichere» Verschärfung des Asylrechts durchzusetzen. Die Zielrichtung von SVP-InitiantInnen und der rechtsliberalen Opposition ist die gleiche: Asylsuchende sollen abgeschreckt werden. Die Schweiz macht die Grenzen noch dichter, nur weniger radikal, dafür aber umso durchführbarer und bürokratischer. Die Zunahme von ungesicherten Arbeitsverhältnissen und illegalisierten Personen scheint in der Schweiz zum Programm zu werden.
Wir stehen ein für eine offene Welt, in der Verfolgte Schutz finden und die Völker untereinander solidarisch sind. Die Mehrheit der verfolgten Menschen bleibt trotz Gefahr und möglichem Tod im Herkunftsland. An Orten wie zum Beispiel im ehemaligen Jugoslawien, wo in den ethnisch homogenisierten Gebieten der Lebensraum von unzähligen Menschen verloren gegangen ist. Zum Beispiel in Kurdistan, wo Heimat zum Gefängnis wird, zum Beispiel Nigeria oder Sierra Leone, wo multinationale Konzerne von der Ausbeutung der wirtschaftlichen Ressourcen profitieren. Oder in Palästina, wo das Programm der israelischen Regierung die Vertreibung der PalästinenserInnen vorsieht. Niemand bleibt freiwillig als illegalisierte Person in einem Land, lässt sich auf dem Arbeitsmarkt als SchwarzarbeiterIn ausnützen und lebt in ständiger Angst vor einer Ausschaffung.
Zwar ist es der gezielten Hetze der SVP nicht gelungen, die Mehrheit der stimmberechtigten BürgerInnen der Schweiz von der Initiative zu überzeugen. Doch hat die Plattform der Initiative der SVP einmal mehr Gelegenheit geboten, rassistische Unwahrheiten mit Hilfe eines Millionenbudgets in Umlauf zu setzen. Damit wird ein rassistisches Klima geschürt, welches einem Angst macht. Rassistische Gewalt wird salonfähiger und alltäglicher. Die nächste Verschärfung des Asylrechts steht in der Frühlingssession an, die nächste Möglichkeit den Papierlosen eine menschlichere Perspektive zu geben in den Sans-Papier «Round Table»-Diskussionen im Dezember.

Keine weitere Verschärfung des Asylgesetzes

Für die sofortige kollektive Regularisierung der Sans-Papiers

Für eine solidarische Gesellschaft