Dieses Communiqué wurde uns am Morgen des 22.10.02 zugeschickt:

TRAGEN WIR DIE JSVP ZU GRABE

Wir haben heute Nacht (21. auf 22.10.) dem JSVP-Präsidenten André Schären einen Sarg vor die Haustüre gelegt, weil die Zeit gekommen ist, dass sich die Jungpartei selber beerdigt.

Mit dieser Aktion beziehen wir uns auf eine von der JSVP kolportierten abstrusen Geschichte über eine angeblich vertuschte Gewalttat in Biel. Vom SVP-Kantonalpräsident wurde daraufhin verlangt, dass entweder die Leiche präsentiert wird oder die JSVP sich öffentlich entschuldigen müsse. Da es keine Leiche vorzuweisen gab, erfolgte nach "huere langer" Zeit (Zitat Weyeneth) ein halbherziges Dementi, wo es weniger um eine Entschuldigung wegen der rassistischen Agitationsweise ging, sondern darum dass die JSVP den Kopf aus der Schlinge ziehen wollte.

Die Verurteilung durch die Vaterpartei ist eine Farce, denn mit der jahrelangen rassistischen Propaganda und Ausgrenzung auf dem Rücken der MigrantInnen betreibt die SVP selber aktive Innen- und Machtpolitik. Damit soll verdeckt werden, dass in der Schweiz eine strukturelle Umverteilung von Reichtum von unten nach oben stattfindet, unter anderem abzulesen an den Millionengewinnen der Grossbanken und internationalen Konzernen.
Auf wessen Buckel dieser Prozess ausgetragen wird, erleben wir heute. Mit dem Prinzip "teile und herrsche" lassen sich SchweizerInnen gegen MigrantInnen, Männer gegen Frauen ausspielen und aufhetzen. Reale Aengste um den Arbeitsplatz, Verlust von sozialen Sicherheiten werden kanalisiert und auf die benachteiligte Gruppen der Gesellschaft gelenkt. Mit dieser Politik haben die Herrschenden mit wenig Phantasie den "sichersten Angstwert" hervorgeholt. Die Auswirkungen, die der Rassismus stiftet, trifft letzten Ende uns alle: Diskriminierung, Verleumdung und Gewalt zersetzen die Grundlage jeder Gesellschaft. Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ankämpfen heisst, alle Auswüchse, seien sie physisch, strukturell oder verbal, entschieden zu verurteilen und dagegen anzukämpfen.

Spassguerilla gegen Rassismus