vermehrte präsenz und pöbeleien von neo-nazis in biel

in den letzten zwei monaten mussten wir eine vermehrte präsenz von neonazis in biel feststellen. bevorzugter treffpunkt der rechtsextremen ist offensichtlich der terminal-b hinter dem bahnhof biel. hier kam - und kommt - es immer wieder zu pöbeleien gegenüber menschen, welche nicht in das kranke, faschistische weltbild passen. auch in der innenstadt sieht mensch inzwischen beinahe täglich kleine gruppen von neo-nazis. (aufgepasst: nicht jeder skinhead ist ein neo-nazi!)
uns sind diverse vorfälle bekannt:

1.8.02 nicht nur auf dem rüttli marschierten die neo-nazis auf, auch in biel gab es eine kleinkundgebung mit ca. 13 teilnehmerInnen, welche vor dem haupteingang des bieler bahnhofs endete. Die bieler stadtpolizei war zwar mit wenigen zivilbeamten anwesend, hielt es aber offenbar für unnötig einzuschreiten. dafür wurden aufgebrachte passantInnen kontrolliert…

13.8.02 ein junger mann wird im terminal b von neo-nazis vom nebentisch aus beobachtet. während er aufs wc geht wird unter den neo-nazis diskutiert welcher ihm aufs wc folgt. als der mann vom wc zurückkommt, kann er knapp noch dem auf ihn zusteuernden neo-nazi ausweichen und sich unter die leute mischen.

20.8.02 zwischen dem restaurant börse und dem kongresshaus wird ein schwarzer mann von einer neo-nazi-frau mit "scheiss-neger" betitelt. auf seine verbale reaktion hin hetzt sie ihren american staffordshire auf ihn. der schwarze kann sich glücklicherweise in ein nahe gelegenes restaurant flüchten. das restaurant-team verständigt die polizei, worauf zwei beamte per fahrrad eintreffen. Inzwischen hat die neo-nazi-frau ebenfalls über natel verstärkung bei ihren "kameraden" herbeigerufen, welche auch sofort eintrifft. die beamten der bieler stadtpolizei beziehen in diesem fall noch klarere stellung als am 1.august, anstatt die rechtsextremen zu verhaften nehmen sie den schwarzen mit.

30.8.2 und wieder terminal b: mehrere neo-nazis pöbeln passantInnen an. sie kommen ungestraft davon.

uns geht es aber nicht nur um die vermehrte anwesenheit der neo-nazis auf der strasse. in einer stadt, in welcher ein rechts-aussen polizeidirektor ungestraft die gaskammern während dem zweiten weltkrieg als detail der geschichte bezeichnen darf (detail hat im deutschen dieselbe bedeutung wie im französischen, abgesehen davon, dass sich biel-bienne eine bilingue stadt rühmt…) und dies sowohl von der justiz wie auch vom sp-stadtpräsidenten gedeckt wird, muss mensch sich nicht verwundern, wenn die braune brut auftaucht. der stadtpräsident liess nach scherrers aussage verlauten, wegen diesem "seich" habe er fünf stunden verloren, die er für die medientage investieren wollte und herr scherrer habe seine aussage nicht als polizeidirektor sondern als "freiheits"partei-präsident gemacht. (bei bedarf dürfen politiker wohl schizophren sein.)
das offizielle (expo)biel stellt sich gerne als weltoffene und tolerante stadt dar. wenn aber ein mensch wie herr scherrer eine solche position im gemeinderat bekleiden kann bedeutet dies, dass ein grösserer teil der wählerInnen ein tendenziell rassistisches wenn nicht gar tendenziell faschistoides, gedankengut vertritt. was wiederum einen idealen nährboden und ein rekrutierungsfeld der neo-nazis darstellt.

wir werden nicht zulassen, dass biel zu einer hochburg der neo-nazis und der salonfähigen rassistInnen wird!

wir fordern die betreiberInnen des terminal b und aller anderen lokale der stadt biel auf, rechtsextreme weder zu bedienen noch zu tolerieren!

wir fordern vom gemeinderat, vom stadtrat, von den schulen und den jugendarbeiterInnen klare stellungnahmen gegen faschismus, rassismus und sexismus sowie präventionsarbeit!

kein fussbreit dem faschismus!

schweigen heisst zustimmen!

bieler antifaschistInnen

antifa-biel@immerda.ch