Proteste gegen Fini-Besuch in der Schweiz
Polizeigewalt ermöglicht Besuch und Rede eines Faschisten
Mehrere hundert DemonstrantInnen versuchten heute (07.09.02), eine Rede des bekennenden Faschisten und italienischen Vizepräsidenten Gianfranco Fini auf der Arteplage Yverdon an der Expo.02 zu verhindern. Beim Empfang Finis in Bern durch Bundesrat Couchepin waren ebenfalls gegen hundert Protestierende präsent und klagten Fini u. a. der Anstiftung zu Mord und schwerer Körperverletzung an. Die Berner Polizei liess die Situation eskalieren und griff zu Tränengas und Gummischrot, woraufhin es zu Strassenschlachten kam.
Mehrere hundert DemonstrantInnen wurden heute Mittag beim Versuch, eine Rede des italienischen Faschisten Fini zu verhindern, vom privaten Sicherheitsdienst der Expo.02 (Firma Protectas) mit Steinen beworfen, mit Pfefferspray besprüht (teils aus knapp 20cm Distanz) und mit "Absperrrohren" geschlagen. Die protestierenden Menschen empörten sich über diesen Gewalteinsatz, der dazu nötig war, einen Faschisten und Rassisten zu beschützen und "in Ruhe" reden zu lassen.
Am Nachmittag bot sich in Bern eine ähnlich Szenerie: DemonstrantInnen (darob äusserst erstaunt, dass neuerdings in der Schweiz Faschisten von einem Bundesrat empfangen werden!) wurden von der Berner Stadtpolizei brutal angegriffen, eine Person, die von einem Polizisten zu Boden gestossen wurde, zog sich einen offenen Armbruch zu und wurde ins Spital eingeliefert. Die Protestierenden hatten zuvor eine Vorladung verlesen, in der Fini wegen der Anstiftung zu Mord, zu schwerer Körperverletzung, des Amtsmissbrauches und der Gründung einer kriminellen Organisation, begangen während des letztjährigen G8-Gipfels in Genua, angeklagt wurde. Alsbald versuchten die AktivistInnen Fini gewaltfrei den Weg zu italienischen Botschaft zu blockieren und ihn vorsorglich in Gewahrsam zu nehmen, um in am 5. Oktober in der Reithalle anlässlich der Austellung "La Geometria della Memoria" vor ein Volkstribunal zu stellen. Die Berner Stadtpolizei schoss jedoch dem bekannten und bekennenden, bei der Wegfahrt lachenden und zuwinkenden Faschisten den Weg frei und feuerte mit Gummischrot und Tränengas auf am Boden sitzende AktivistInnen. Darauf hin eskalierte die Situation. Die AktivistInnen wehrten sich mit Steinen und Flaschen und beschädigten mehrere Polizeifahrzeuge. Mindestens eine Person wurde verhaftet.
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
(Dieses Communiqué wurde uns am 07.09.02 zugeschickt)