Uni Bern: Scherrer gepfeffert, Fehr geeiert


Heute Abend wurde Jürg Scherrer Präsident der Unfreiheitspartei und Polizeichef von Biel vor dem Hauptgebäude der Uni Bern gepfeffert; Sein Begleiter Nationalrat Hans Fehr (SVP/ZH) von Eiern getroffen. Sie waren auf dem Weg zu einer Podiumsdiskusion zur SVP-Anti-Asyl-Initiative.

Kein Dialog und kein Podium mit Rassisten und Revisionisten!

NEIN zu Asylinitiative und Ausländergesetz!

Antirassistisches Begrüssungskomitee Uni Bern

 

Hintergrund-Info zu den Lieferanten des Pfeffersprays

Bund 2.10.02

Es ist Jagd- und Wildzeit, und die JSVP tischt Fuchspfeffer auf Selbstverteidigung / Räuber gehen harten Zeiten entgegen: Die Junge SVP rüstet das Volk mit Pfeffersprays aus.

MARKUS DÜTSCHLER

«Nie war die Gefahr, überfallen und ausgeraubt, verletzt oder vergewaltigt zu werden, so gross wie heute.» So stehts zwar nicht in der Polizeistatistik. Aber in einem ganzseitigen Inserat in der Postille «Die Idee», dem Schweizerischen Organ der Jungen SVP. Düster heisst es dort weiter: «Ahnungslosigkeit und Wehrlosigkeit ermöglichen erst die Verbrechen.» Deshalb, so rät das Inserat eindringlich, sei «Selbstschutz eine Notwendigkeit». Und weil die (J)SVP die Menschheit mit den von ihr aufgeworfenen dringlichen Fragen niemals allein lässt, hat sie die Lösung auch schon parat: «Mit unserem Pfefferspray können Sie sich im Ernstfall verteidigen.»

Noch nicht überzeugt? «Nichts erscheint den Experten derzeit so effektiv in seiner Wirkung und dennoch so einfach in der Handhabung wie der Pfefferspray», wird in der Annonce dargelegt. Es folgt ein Abriss der durchschlagenden Wirkung dieser Wunderdinger bei «getroffenen Menschen oder Tieren (z. B. Kampfhunden)». Sie würden «sofort kampfunfähig», sähen wegen «krampfhaften Lidschlusses» nichts mehr und seien wegen heftigen Tränenflusses total ausser Gefecht gesetzt. Was für die «gesamten U.S. Polizeibehörden» gut ist, ist auch für den Schweizer Bürger billig.

Eigentlich müsste man diese Kerle noch ganz anders Mores lehren, schimmert zwischen den Zeilen durch. Doch «Elektroschocker» und Messer seien «reine Nahkampfwaffen, d. h. Sie müssen den Angreifer an sich heranlassen». Ganz anders der Pfefferspray. Dieser habe «eine Reichweite von über 2 Metern, wobei der Ausstoss fast explosionsartig erfolgt».

Hoffentlich nicht auf die falsche Seite, denn wie leicht hält man so ein Döschen «Pfeffer KO Pepper» verkehrt herum. Aber wenn - wie ausdrücklich versichert wird - der Angreifer keine «Spätschäden» davontrage, dürfte das für den Absender wohl umso mehr gelten.

Na dann, her mit dem «Spezialangebot der Jungen SVP». Doch halt! Sahen wir in unserem zweiten Leibblatt «BernAktuell» («Was andere in und um Bern nicht berichten») nicht ein identisches Inserat? Bis auf den Titel natürlich: «Spezialangebot der Vereinigung BernAktiv».
Wo ists billiger? Ein Vergleich zeigts: Bei beiden kostet der «handliche Pfefferspray (36 ml)» den «Preis von nur Fr. 30.-». Kaum überraschend, ist doch der Talon in beiden Fällen an die «FUTO Trading SA» einzusenden, einmal «c/o Junge SVP», einmal «c/o BernAktiv», beide Male in 3001 Bern. Die haben sogar die gleiche Telefonnummer. So ein Zufall.

Insider riechen den Braten. Die Bezugsfirma Futo Trading AG hat ihren Sitz am Niederbottigenweg 101 in Bern-Oberbottigen. Oberbottigen? Klingelts?
Verwaltungsratspräsidentin ist eine Frau Bethli Fuchs-Stettler. Fuchs? Nun klingelts noch heftiger. Richtig. Es ist die Mutter des Thomas Fuchs, des umtriebigen SVP-Politikers. Und falls der Schuss mit dem Fuchspfeffer doch hinten raus gehen sollte - keine Bange: Thomas Fuchs ist zugleich Präsident der Samaritervereinigung der Stadt Bern.