Medienmitteilung
Italienische Sicherheitskräfte attakieren Schweizer Teilnehmer des European Social Forums
Bern/Domodossola 6.11.02
Zwei Reisegruppen aus der Schweiz, die mit dem Zug nach Florenz an das European Social Forum (6.-10.11.02) reisen wollten, wurden heute Vormittag von italienischen Sicherheitskräften aufgehalten und durchsucht. Vier AktivistInnen wurden brutal verhaftet.
Die AktivistInnen von JuSo, Comedia, Erklärung von Bern, Anti-WTO-Koordination und Sans-Papiers-Kollektiv Bern wurden in Domodossola aus dem Zug geholt und durchsucht. Die Sicherheitskräfte interessierten sich vor allem für politisches Informationsmaterial.
Die erste, 18-köpfige Reisegruppe (JuSo, Comedia, Erklärung von Bern) durfte mit einem Bummelzug weiterreisen und wurde in Mailand nochmals von etwa 15 Polizisten durchsucht. Sie befinden sich im Moment (17Uhr) auf der Weiterreise nach Florenz.
Bei der zweiten, 4-köpfigen
Reisegruppe (Anti-WTO-Koordination, Sans-Papiers-Kollektiv Bern) fanden die
Grenzwächter Flugblätter für die bewilligte Anti-WEF-Protest-Demo
in Davos (Januar 2003), sowie 2 CDs der Ausstellung "Le Geometria della
Memoria" (Nachdenken über den G8-Gipfel in Genua 01, in der Reitschule
Bern).
Dies reichte den Grenzwächtern aus, um die drei Männer und eine Frau
als unerwünscht zu erklären und sie in einen Zug zurück in die
Schweiz zu zwingen.
Als die Gruppe (und auch das Zugpersonal des betreffenden Zuges) dagegen protestierte
und wieder aus dem Zug ausstiegen, wurden die 4 AktivistInnen brutal verhaftet
(Kopfnüsse, Schläge ins Gesicht, Knie in den Rücken, Handschellen.
1 Aktivist blutete aus dem Mund).
Zwei wurden mittlerweile freigelassen und sind in die Schweiz zurück gekehrt.
Die Einreise nach Italien wurde ihnen untersagt. Sie bestätigen das brutale
Vorgehen der Grenzwächter.
Die zwei anderen befinden sich unter dem Vorwand "Widerstand gegen die
Staatsgewalt" weiterhin in Haft. Sie müssen mit Gefängnisstrafen
von 6 Monaten und mehr rechnen.
Hintergrund des brutalen
Vorgehens ist die durch die italienische Regierung angeheizte Stimmung in Italien.
TeilnehmerInnen des European Social Forum werden schon im voraus als "Terroristen"
gebrandmarkt und die Bevölkerung von Florenz verunsichert.
Die Hetzkampagne der italienischen Regierung gegen die TeilnehmerInnen des European
Social Forum erinnert stark an die Hetzkampagnen gegen die G8-Demonstrationen
von Genua im Juli 01. Will die italienische Regierung wieder eine Prügelorgie
der Sicherheitskräfte, mit Toten und Verletzten, inszenieren?
Wir protestieren gegen die Durchsuchung und die brutale Festnahme der AktivistInnen
Wir fordern:
Anti-WTO-Koordination
Bern
Verein für angwandte Geometrie
Freie ArbeiterInnen Union FAU Bern
FAUCH Thun
Büro gegen finstere Zeiten Bern
Büro gegen finstere Zeiten Thun
Sans Papiers Kollektiv Bern
Wagenburgergemeinde Bern
Bündnis "Alle gegen Rechts" Bern