Pressecommuniqué:

Bern, Samstag, 21. Dezember 2002

Internationale Aktionstage: "Solidarität mit den Menschen in Argentinien!"

Argentinen kämpft! - Wir auch!
Reclaim the streets!-Reclaim the world!

Heute um 14.00 Uhr versammelten sich in Bern zahlreiche Menschen, die sich mit den Menschen in Argentinien und mit ihrem Kampf solidarisieren. Sie gingen auch auf die Strasse, um gegen Konsum (Weihnachtskonsum im Speziellen), Kapitalismus und Ausbeutung ein Zeichen zu setzten. Fast 400 Menschen feierten, Trommel und Pfannen schlagend, Pfeiffchen pfeiffend und mit viel guter Laune den zivilen Ungehorsam. Wie schon gestern, dem 20.12., wurde wiederum ein Vertreter der Weltbank durch die Stadt gejagt und verprügelt.
Einen ersten Halt machten wir beim "Zytglogge", um anschliessend über den Weihnachtsmarkt, am McDonalds, wo es wieder einen lautstarken Halt gab, und am Bundeshaus vorbei in Richtung UBS/"Loebegge". Die UBS wurde symbolisch gestürmt (Auf einem Plakat war zu lesen: Schweizer Banken: Gebt den ArgentinierInnen ihr Geld zurück.). Anschliessend wurde vor dem Schweizerhof ein letzter Halt eingelegt, wo ca. 5 vermummte Zivilbeamte Wache hielten. Nun zog mensch zur Reitschule hinunter, um dort die "Reclaim the streets" aufzulösen.

Die Polizei konnte es natürlich doch nicht sein lassen und musste nach der friedlichen und lustigen Aktion noch mehere Menschen am Bollwerk festnehmen.


 

Nun noch das verteilte Flugblatt:
20. Dezember 2001 in Argentinien: Nach dem Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft und der Beschlagnahmung der wenigen Ersparnisse auf den Banken, haben die Menschen genug. Töpfe und Pfannen schlagend, gehen Tausende auf die Strassen und setzten die Regierung ab. Trotz des grossen Ehlends in Argentinien, haben die Menschen Mut gefasst, Widerstand zu leisten. Unter dem Motto "Que Se Vayan Todos"- sie müssen Alle gehen. JedeR PolitikerIn jeder Partei, das oberste Gericht, der IWF, die Konzerne, die Banken - alle sollen gehen und die Menschen selber entscheiden lassen, was in ihrem Land geschieht!
So nehmen die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand.Von der Bewegung der Erwerbslosen, den "piqueteros", die Strassen blockieren und soziale Projekte in ihren NachbarInnenschaften aufbauen- bis hin zu den "asambleas", den horizontal organisierten NachbarInnenschaftsversammlungen, die spontan in den Städten entstanden sind. Von den "Ahorristas", den wütenden SparerInnen, die täglich die Banken angreifen, um ihre Ersparnisse zurückzuerhalten- bis hin zum Tauschhandelsnetzwerk, das 7 Millionen Menschen an Stelle von Geld nutzen. Von den ArbeiterInnen in zahlreichen Fabriken, die ihre Arbeitsorte selber organisieren- bis hin zu den GymnasiastInnen, die ihre Schulen besetzen und billigere Bustarife fordern. Der Geist der Autonomie, das Feiern der Vielseitigkeit und die Praxis der direkten Basisdemokratie können quer durch Argentinien beobachtet werden.

Nun fragen sich viele Menschen sicher, was das alles mit uns zu tun hat. Die Antwort ist nicht schwer zu finden. Wir Alle leben in einer kapitalistischen Welt, in der Geld, Profit und Umsatz mehr Wert sind, als Menschlichkeit. Tagtäglich werden Menschen ausgebeutet, damit wir unseren Wohlstand erhalten können. Deshalb stehen wir am Jahrestag dieser Proteste in Argentinien auf. Wir stehen auf für eine gerechte Verteilung des Kapitals. Für mehr Gerechtigkeit und Selbstbestimmung, für Alle! Wir stehen auf um zu zeigen, dass Menschen auf der ganzen Welt für eine gerechte und basisdemokratische Lebensweise einstehen. Dass dieser Traum keine Utopie ist, beweisen die Vorkommnisse in Argentinien! (Wer mehr zu den Aktionstagen wissen will und wo überall Menschen auf der Strasse waren, siehe www.december20.cjb.net) Also lasst uns gemeinsam auf verschiedenen Ebenen und mit verschiedenen Mitteln für unsere Träume kämpfen!
Für Gerechtigkeit, Basisdemokratie und Selbstbestimmung!

Die Menschen, welche diese ganze Misere zu verantworten haben, treffen sich 2003 gleich zweimal ganz in der Nähe von uns. Also, zeigen wir ihnen, was wir von ihrer Politik halten!

- WEF 2003 in Davos, 25. Januar (www.oltnerbuendnis.ch)

- G8 Treffen in Evian- Les- Bains (Genfersee), 1.- 3. Juni 2003 (www.anti-g8.de)