Communiqué zu den Provokationen und Übergriffen durch Neonazis vom vergangenen Wochenende
In letzter Zeit häufen sich in der Stadt Bern die Provokationen von offen auftretenden Rechtsextremen. Am vergangenen Wochenende kam es sogar zu Übergriffen:
Bereits am Donnerstag, 23.10.03, versuchten kleine Gruppen von rechtsextremen Skinheads die Demonstration gegen die Schweizer Rüstungsindustrie zu stören. Einige Neonazis waren dabei vermummt. Die Polizei verhielt sich zuerst passiv und verzichtete darauf, die Rechtsextremen wegzuweisen oder zu kontrollieren. Später erhielten die übermütigen Neonazis immer wieder Schutz hinter den Polizeigrenadieren. Nach dem Ende der Kundgebung griff eine Gruppe von ca. 15 Neonazis im Bahnhof DemonstrationsteilnehmerInnen, die zu den Perrons wollten, an. Den Angegriffenen gelang es glücklicherweise, dank des beherzten Eingreifens von weiteren AntifaschistInnen und Passanten, die Naziskins in die Flucht zu schlagen. Die Polizei reagierte prompt und versuchte – ohne Erfolg – die AntifaschistInnen (!) und nicht etwa die Faschisten zu verhaften.
Am Samstag, 25.10.03, fielen in der Umgebung des Bahnhofs erneut Neonazis (darunter auch Frauen) auf, die versuchten, Leute die sich auf dem Rückweg von der Anti – Besatzungsdemo befanden, abzufangen. Es kam mindestens zu einem Übergriff vis à vis vom Rifflyhof: Die Faschos schlugen eine männliche Person asiatischen Aussehens zusammen. Wiederum griff eine Gruppe von AntifaschistInnen, die sich auf dem Heimweg von der Demo befanden, ein und es gelang erneut, die FaschistInnen zu vertreiben. Eine Gruppe ZivilpolizistInnen versuchte, die AntifaschistInnen festzunehmen. Unter zum Teil massiver Gewaltanwendung verhaftete die Polizei mindestens fünf Personen – darunter auch unbeteiligte Passanten!
Am Sonntag, 26.10.03, verhinderte die Polizei einen drohenden Angriff durch ca. 20, mit Schlägern bewaffneten Neonazis auf die Gassenküche beim Burgerspital.
Wir sehen diese Vorfälle im Zusammenhang mit dem zum Teil rassistischen und hetzerischen Wahlkampf der rechten und ultrarechten Parteien. Die Hetze, die während des Wahlkampfs gegen AusländerInnen, DemonstrantInnen, DrogengebraucherInnen, die Reitschule und viele andere betrieben wurde, zeigt jetzt ihre hässlichen Auswüchse auf der Strasse: Die Neonazis fühlen sich als „willkommene Vollstrecker“, die nun „etwas tun“ gegen das „Reitschulpack“, die „Drögeler“, „Chaoten“ und „Asylanten“. Wir AntifaschistInnen werden diesen Tendenzen mit aller Kraft und auf verschiedenen Ebenen entgegentreten!
Kein Raum für Nazis – Nirgendwo!
Libertäre Antifa Bern