Sie marschieren wieder...
Ein paar Jungen legen sich in unsere Nähe. Ein kleiner Kerl sieht mit sehnsüchtigen Augen auf unsere Zigaretten... Wir fragen ihn nach seinem Alter. Dreizehn Jahre, antwortet er... Wir fragen wie er mit seinen 13 Jahren überhaupt dazu komme mitzukämpfen. Und er zeigt auf seine Kameraden
"Wir wurden von den Standartenführern, durch die Polizei aus den Häusern geholt. Dann wurden die einzelnen Fähnlein aufgeteilt und Gruppen der SS und des Volkssturms zugeteilt. Die meisten von uns wurden durch Infanteriefeuer getötet, denn wir mussten über freiem Feld angreifen. Später tobte der Krieg in unserer Stadt. Und als wir Schluss machen wollten, wurden wir angehalten und mussten mit über den Kanal flüchten. Mein Jungzugführer, der sich weigerte, wurde von ein paar SS-Männern am nächsten Baum aufgehängt. Er war ja auch schon 15 Jahre alt."
Augenzeugenbericht über die letzten Kampftage in Berlin (April 1945)
JedeR weiss, wie viele Kinder von den Nazis zu Propagandazwecken oder als "Kanonenfutter" missbraucht wurden, dazu kommen die tausenden, die ihrem kranken Krieg zum Opfer wurden.
Wir sind hier, um friedlich und lautstark gegen den Aufmarsch von ca. 80 Neonazis letzten Samstag zu demonstrieren. Hinter der scheinheiligen Parole "gegen Kinderschänder" trugen sie den Faschismus/Nationalsozialismus auf die Strasse und versuchen ihn wieder salonfähig zu machen.
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.
Neonazis stoppen!