Eine Gruppe von Leuten die an der bewilligten Grossdemonstration in Genf teilgenommen hatte, erlebte eine böse Überraschung, als sie mit dem 16.30 Uhr Zug in Bern eintrafen. Schon am Perron als die Personen durch den Bahnhof nach Hause wollten, standen ihnen etwa 10 Polizisten entgegen. Die weniger auffälligen Demonstranten wurden durchgelassen, hingegen bei den auffälligeren (Rastas, bunte Haare) verlangte die Polizei, dass sie sich durch den Schanzenpostausgang entfernen sollten. Da die Gruppe keine weiteren Probleme wollte, entschloss sie sich den Schanzenausgang zu nehmen. Die grosse Überraschung folgte dann auf der Schanzenstrasse. Mindestens 50 Polizisten samt Wasserwerfer kesselten die Jugendlichen ein. Ohne Vorwarnung nahm die Polizei gleich die ersten Verhaftungen vor. Während der Verhaftungsaktion wurden zwei Personen mit Pfefferspray "behandelt". Eine Person stürze etwa drei Meter dabei über das Geländer zur Terrasse bei den Treppen am Bahnhof hinunter und erlitt glücklicherweise nur leichte Rippenfrakturen. Alle anderen wurden dabei Verhaftet.
Deeskalation? Provokation!
Wie kommt die Berner Polizeiführung dazu nach einer friedlichen und bewilligten Grosskundgebung willkürlich Leute zu verhaften? Allein dem besonnen Verhalten der Jugendlichen, kam es zu keinen Ausschreitungen. Aus Genf kamen mehrere Züge mit Demonstranten in Bern an, jedoch wurden nur bei zwei Zügen ein sehr kleiner Teil von Jugendlichen willkürlich verhaftet. Kein einzelner gehörte dem sogenannten schwarzen Block an. Die meisten der Jugendlichen sind zum ersten mal von der Polizei -augrund ihres Aussehens- verhaftet worden! Mit Demokratie und Deeskalation haben solche Aktionen nichts zu tun. Dies ist reinste Provokation und Angstmacherei, indem Ausschreitungen, wie sie nach dem WEF-Treffen in Davos heraufbeschworen werden.
Wir protestieren zudem gegen die Haftbedingungen, denen die Jugendlichen ausgesetzt waren. Es wurde ihnen jegliche Telefonate verweigert, Photos gemacht, die Festnahmen wurden nicht begründet, der Gang auf die Toilette wurde ihnen verwehrt, ausserdem wurden die Jugendlichen ohne ersichtlichen Grund bis zu fünf(!) Stunden festgehalten
. Wir fordern die Polizei auf, sofort wieder zur erfolgreichen Deeskalationsstrategie zurückzukehren, die sich in den letzten Monaten eindeutig bewiesen hat. Mit solche unüberlegten Aktionen werden nur Gewalt und Verletzte heraufbeschworen. Ausserdem fordern wir, dass die Polizei auch die Rechte von politisch aktiven Jugendlichen akzeptiert. In einem Rechtsstaat haben Verhaftungen nur aufgrund von Verbrechen und nicht aufgrund von Aussehen und Vermutungen zu erfolgen
Wir fordern die Presse auf, von polizeilichen Repressalien gegen die globalisierungskritische Bewegung nicht die Auge zu schliessen und bei der gezielten Kriminalisierung nicht mithilfe zu leisten.
Jugend gegen Krieg