Dieser Text wurde anlässlich der Störaktion von 60 AntifaschistInnen gegen den Naziaufmarsch der PNOS am 1.Mai in Langenthal verteilt.

Kein Raum für Rechtsextreme

- auch nicht am 1. Mai


Seit einiger Zeit versuchen Rechtsextreme, sich am 1. Mai die Strasse zu nehmen. So will auch die rechtsextreme "Partei National Orientierter Schweizer" (PNOS) eine "eidgenössische" Kundgebung durchführen. Die Kleinstpartei verheimlichte den Veranstaltungsort aus berechtigter Angst vor antifaschistischen Gegenaktionen bis zuletzt. Die Aktionen der PNOS wurden in der Vergangenheit von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das liegt zum Einen an der für eine Partei seltsam anmutenden Geheimnistuerei und zum Anderen an der geringen Beteiligung. Trotzdem können und wollen wir AntifaschistInnen nicht tolerieren, dass menschenverachtendes und rassistisches Gedankengut auf die Strasse getragen wird.Besonders nicht am 1. Mai, dem Internationalen Tag der ArbeiterInnen.

Nationen brauchen ArbeiterInnen - ArbeiterInnen brauchen keine Nationen!

Die PNOS versucht, wie schon Hitler und die NSDAP, den 1. Mai, den Internationalen Tag der ArbeiterInnen für sich zu beanspruchen und als einen Tag der "nationalen Arbeit" zu missbrauchen.

Dies ist ein Widerspruch in sich, da dieser Tag auf einen ArbeiterInnenaufstand von 1886 in Chicago zurückzuführen ist, bei dem mehrere streikende Arbeiter durch die Polizei erschossen wurden. Später wurden acht Anarchisten - stellvertretend für die ganze ArbeiterInnenbewegung - zum Tode verurteilt, da sie sich auf radikale Weise gegen Streikbrecher und Staatsgewalt zur Wehr gesetzt hatten. Zudem ist es verlogen, einen "Eidgenössischen Tag der Arbeit" inszenieren zu wollen, zumal ein grosser Teil der arbeitenden Bevölkerung keinen Schweizer Pass besitzt.

Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Nationen, sondern zwischen Arm und Reich!

Die PNOS und andere Parteien präsentieren die AusländerInnen, die sich an der Urne nicht revanchieren können, als Sündenböcke, um von den wirklich Verantwortlichen für Arbeitslosigkeit, Unterbezahlung, Rentenklau usw. abzulenken und Stimmengewinne zu erreichen.

Das ist absurd. Verantwortlich ist die kapitalistische Logik der (Schweizer) Patrons und PolitikerInnen. Nicht die AusländerInnen bedrohen "unsere" Ausbildungs- und Arbeitsplätze, nicht sie sind für die Kürzungen im Bildungsbereich verantwortlich, nicht sie kürzen Arbeitslosengeld und Renten, nicht sie spekulieren mit "unseren" Wohnungen, nicht sie nehmen Massenentlassungen vor und verweigern die Frühpensionierung für die ArbeiterInnen.

Teile und herrsche!

Es liegt im Interesse der Herrschenden, die arbeitende Bevölkerung zu spalten. Solange sich die ArbeiterInnen in "SchweizerInnen" und "AusländerInnen" teilen lassen und nicht geschlossen und solidarisch gegen die UnterdrückerInnen und AusbeuterInnen und für die Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen, haben die Mächtigen leichtes Spiel.

Rassismus und AusländerInnenfeindlichkeit werden möglich, weil Menschen mit anderen konkurrieren müssen. Um Ausbildungs- und Arbeitsplätze, um Wohnungen, um eine lebens-werte Zukunft. Dieser menschenverachtenden kapitalistischen Logik setzen wir den Kampf für eine solidarische Welt, für Basisdemokratie, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung entgegen.

Für die Freiheit - für das Leben - Nazis von der Strasse fegen!

Libertäre AntifaschistInnen