Für eine kämpferische Gewerkschaftskultur!
Die Arbeiterschaft dieses Landes braucht dringend kämpferische Gewerkschaften, die den Widerstand und die Revolte in der Arbeitswelt vorwärts tragen. Eine kämpferische Gewerkschaft bedeutet eine soziale Bewegung, die ihre Kraft in der Selbstorganisation und der direkten Aktion der Ausgebeuteten sieht und nicht in der Fusion von Bürokratien, in durch FunktionärInnen kontrollierten Strukturen, in institutionneller Politik, in Absprachen mit den UnternehmerInnen.
Die KapitalistInnen häufen ihre Profite aus dem gesellchaftlichen Reichtum, den wir produzieren. Sie häufen Macht an. Wir leben unter der Diktatur der Wirtschaft. Schweizer Manager haben sich letztes Jahr 44% mehr Lohn zugestanden. Eine derartige Erhöhung ihrer Gehälter ist ein Schlag ins Gesicht derer, die immer zahlreicher kein Auskommen mehr finden. Die UnternehmerInnen haben es auf die Sozialversicherungen abgesehen, insbesondere die Invalidenversicherung (IV). Sie greifen die AHV und die zweite Säule an. Die Arbeitslosen werden immer schlechter behandelt: Vermehrt werden sie gezwungen, eine beliebige Arbeit zu Tiefstlohn anzunehmen, als moderne SklavInnen des Kapitals. Die Lohngleichheit bleibt den Frauen weiterhin verwehrt, nicht zu reden von den Hunderttausenden von illegalen ArbeiterInnen, die ohne jegliche Rechte in einem kapitalistischen Unterdrückungs- und Ausbeutungssystem schuften müssen, dass welches ihnen keinen Millimeter an legalem Dasein zugestehen will. Unter dem Vorwand der europäischen Integration öffnet das Bürgertum der wilden Konkurrenz zwischen Lohnabhängigen Tür und Tor und leitet die Deregulierung des Arbeitsmarktes ein. Die einzige Antwort der GewerkschaftsbürokratInnen lautet: Referendum androhen und staatlichen InspektorInnen fordern. Dabei ginge es darum, mit Streiks und Demos zu reagieren! Die Bürgerlichen wollen auch den 'Service Public' vernichten und das Personal über eine brutale Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, der Entlöhnung und der Rechte klein kriegen. Wenn dieser Plan gelingt, bedeutet das eine Schwächung für die ArbeiterInnen dieses Landes. Im öffentlichen Dienst wird eine entscheidende Schlacht gegen den neoliberalen Kapitalismus ausgefochten. In diesem Bereich sind die meisten Gewerkschaftsstrukturen nicht auf der Höhe des heute laufenden Klassenkampfes. Die Litanei der leeren Staatskassen rechtfertigt puren Blödsinn. Die 9 Milliarden im Sparpaket des Bundes, die Sparmassnahmen der Gemeinden und Kantone werden Zehntausende von Arbeitsplätzen kosten. Der Abbau des 'Service Public' hat gravierende Folgen für Fürsorge, Gesundheit, Bildung, öffentlicher Verkehr und Umwelt. Will heissen für die Lebensbedingungen der einfachen Leute. Überall verschärfen sich die Lebensbedingungen. Immer mehr ArbeiterInnen werden dazu gezwungen, Überstunden zu leisten. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit gehört zum Alltag. All das beruht weder auf einer wirtschaftlichen Notwendigkeit, noch auf einer unumstösslichen gesellschaftlichen Entwicklung. Das was uns fehlt ist, was das Bürgertum tagtäglich praktiziert: Angewandter Klassenkampf! Wir rufen alle ArbeiterInnen dazu auf, eine kämpferische Gewerkschaftspraxis zu entwickeln, zur direkten Aktion und Selbstorganisation zu greifen, unabhängig davon, welcher Gewerkschaft sie angehören. Wir rufen dazu auf, überall wo es sinnvoll und möglich ist, Basisgewerschaften aufzubauen. Die Zukunft ist in unseren Händen!
Kämpfen wir!
Bildungssyndikat, Gruppe Germinal, Freie ArbeiterInnen Union (FAU), Interprofessionelle Gewerkschaft der ArbeiterInnen (IGA), solidaires - unitaires - démocratiques (SUD)