Communique zur Schiesserei im Berner Hauptbahnhof während der Fasnacht vom vergangenen Samstag, 28.02.2004.
Wie in den vergangenen Jahren kam es auch dieses Jahr wieder zu Übergriffen durch RechtsextremistInnen während der Berner Fasnacht. Im Bahnhof pöbelten Neonazis wiederholt links aussehende Jugendliche und junge Hip-Hopper an. Einige der Hip-Hopper wurden bei einem Angriff leicht verletzt.
Gegen 23.30 Uhr bedrohten die Neonazis Jugendliche sogar mit einem Messer und einer Schreckschusspistole. Daraufhin versuchten AntifaschistInnen die RechtsextremistInnen zu vertreiben und zu entwaffnen. Beim Bahnhof Treffpunkt feuerte einer der Neonazis mindestens drei Schüsse ab. Seine Begleiterin bedrohte die AntifaschistInnen mit einem Messer.
Trotzdem gelang es einer Übermacht von AntifaschistInnen die Rechtsextremen in die Flucht zu schlagen. Es kam zu einer Verfolgungsjagd, bei der am Bubenbergplatz weitere Schüsse fielen. Der Schütze flüchtete in einem an der Ampel wartenden Auto. Ob der Fahrer zur rechtsextremen Gruppe gehört, entzieht sich unserer Erkenntnis.
Die Zunahmen der rechtsextremen übergriffe im ganzen Kanton in den letzten Monaten, deutet auf ein gestiegenes Gewaltpotenzial und auf eine bessere Organisierung der Berner Neonaziszene hin. Ein Zusammenhang mit dem Rechtsrutsch in der Politik ist deutlich zu erkennen: Die zunehmende Akzeptanz gegenüber den Rechtsextremen und die Hetze gegen Andersdenkende, AusländerInnen und behinderte Menschen ermutigt die Neonazis vermehrt zu Übergriffen.
Die libertäre Antifa wird sich dieser Entwicklung auch in Zukunft mit aller Kraft entgegenstellen!
Kein Fussbreit dem Faschismus!
Heraus zum Antifaschistischen Abendspaziergang am 20. März 2004, 20.30 Uhr bei der Heiliggeistkirche!