Offener Brief des Bündnis Alle gegen Rechts!


Sehr geehrte Medienschaffende

Bekanntlich findet in Bern am kommenden Samstag, 20. März 2004, um 20.30 Uhr der 5. Antifaschistische Abendspaziergang statt.

Die Demonstration besammelt sich bei der Heiliggeistkirche.

Im Vorfeld des Abendspaziergangs wurden wir des Öfteren kritisiert, keine Demonstrationsbewilligung eingeholt zu haben. Wir möchten an dieser Stelle ein weiteres Mal unsere Haltung darlegen:

Am 20. März 2004 spazieren wir wie in den letzten Jahren kraftvoll, lautstark und selbstdiszipliniert gegen rechte Bürokraten und Nazis auf den Strassen. Uns ist es ein unbedingtes Anliegen, dass der Abendspaziergang in entspannter Atmosphäre stattfindet. Wir wollen Inhalte vermitteln.

Uns gibt der neue Repressionskurs der Stadtbehörden -Anti-Krieg-Camps 2003, Einkesselung am Bahnhof Bern nach G-8-Demos, Polizeispalier während der AHV-Demos und Zug-um-Zug-Demo vom Januar 2004 -zu denken.

Hinzu kommt die unhaltbare Gleichsetzung von Sprayereien und Kreidekritzeleien. Sucht die Polizei den kleinsten Vorwand, um antifaschistische Statements im Tränengas aufzulösen?

Ein Zeichen gegen Rassismus, Faschismus, Sexismus, Kapitalismus und Staatsgewalt muss in einer offenen Gesellschaft prinzipiell überall möglich sein. Antifaschismus braucht keine Bewilligung, erst recht nicht von einer Instanz welche ihre Macht auf Ausgrenzung, Einschüchterung und Gewalt aufbaut.

Wir wehren uns gegen Kriminalisierungsversuche von rechten HardlinerInnen, Polizei und Schlagzeilen-Journalismus. Wir fordern die Polizei auf, sich wie im vergangenen Jahr dezent im Hintergrund zu halten und den 5. Antifaschistischen Abendspaziergang weder zu stören noch zu provozieren.

Da auch uns daran liegt, den öffentlichen Verkehr nicht unnötig zu stören, lassen wir BernMobil die Route zukommen. Weitere Informationen zu den Demo-Inhalten finden Sie auf www.buendnis-gegen-rechts.ch, Menüpunkt "Kampagnen". Mit antifaschistischen Grüssen

Bündnis Alle gegen Rechts!