17. Januar 2004 Aktionstag gegen das WEF

Das WEF entmachten - Zug um Zug!


Vom 21.1 - 25.1.2004 findet das Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) in Davos statt. Das WEF wurde im Jahre 1971 vom Schweizer Klaus Schwab ins Leben gerufen. Dieses Forum setzt sich hauptsächlich aus Vertretern einflussreicher, global tätiger Firmen sowie politischen Eliten zusammen. Durch die Einbindung von Vertretern einiger NGO's versucht das zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik geratene WEF sein Ansehen aufzupolieren und den Anschein einer demokratischen Legitimation zu erwecken.

Am WEF sind allerdings in erster Linie die informellen Kontakte zwischen Vertretern der Wirtschaft und der Politik entscheidend. Über diese werden zukünftige Entscheide zur Erhaltung der Macht und der Profitmaximierung festgelegt. Die am WEF teilnehmenden, reformistischen NGO’s, dienen einzig und allein der Imageaufbesserung und haben keinen Einfluss auf die am WEF getroffenen Beschlüsse.

Welche tragende Rolle das WEF auf globale politische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge ausübt, zeigt sich darin, dass die Gründung der WTO durch das Davoser Forum lanciert wurde: 1982 brachte das WEF Kabinettsmitglieder der wichtigsten Länder und Führungskräfte internationaler Organisationen wie dem IWF, der Weltbank und dem GATT (allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) zusammen. Diese spezielle Versammlung organisierte die Einführung der Uruguay Runde, welche wiederum die Grundlage zur WTO legte, beziehungsweise deren Entstehung massgeblich antrieb.

Die verheerende Politik der WTO (Liberalisierung aller Märkte; Abbau des Sozialstaates; Dominanz der Wirtschaftsinteressen zu ungunsten der Ökologie) ist heute weltweit spürbar. Derzeit versuchen zum Beispiel die USA mit Hilfe des WTO-Gerichts die europäische Union zu zwingen, gentechnisch veränderte Organismen zuzulassen.

Viele der am WEF vertretenen multinationalen Konzerne wie Nestlé, Novartis, Siemens, Nike oder auch die Credit Suisse Group gewichten Profitmaximierung höher als ein Menschenleben und treten menschliche Grundrechte mit Füssen.

- Nestlé (und andere Lebensmittelmultis) unterstützen z.B. über die weltweite Regulierung der Kakaopreise indirekt Kinderarbeit, da sich die Kakaobauern in ärmeren Regionen aufgrund dieser tiefen Weltmarktpreise gar keine anderen Arbeitskräfte leisten können.

- Novartis (und andere Pharmariesen) vergeben u.a. Forschungsaufträge an Ärzte, welche neue Medikamente mit teilweise tödlichen Nebenwirkungen an unwissenden Patienten oder verzweifelten Personen, welche gar keine andere Wahl haben, testen.

- Voith, eine Tochterfirma von Siemens, stellt Bauteile für Wasserkraftwerke her, durch deren Bau beispielsweise in China bis zu 1,9 Millionen Menschen durch Zwangsumsiedlung ihre Heimat verloren.

Das WEF und die Praktiken seiner Teilnehmer stellen allerdings nur einen Teil des ausbeuterischen vorherrschenden kapitalistischen Wirtschaftssystems dar. Dieses System gründet auf dem Recht des Stärkeren, Unterdrückung und Krieg. Im Kapitalismus zählt ein Menschenleben nichts - es geht einzig und allein um die Vermehrung des Kapitals. Der Kapitalismus durchdringt unser aller Leben. Die Verantwortlichen für die Aufrechterhaltung des Systems sind auch hier bei uns zu finden. Es ist deshalb wichtig, den Widerstand gegen WEF und Kapitalismus in die Regionen zu tragen.

Aus diesen Gründen rufen wir zu einem Aktionstag gegen die sogenannten global leaders und ihr menschenverachtendes System auf.

Geplant sind Aktionen in folgenden Städten:

Fribourg: 13.00 Place Python

Bern: 14.30 Heiliggeistkirche

Burgdorf: 16.30 Bahnhof

 

Langenthal: 18.00 Bahnhof

Das WEF entmachten – Zug um Zug!

WTO against people – people against the WTO!

Kampf dem Kapital!

 

Antifa Bern, Anti-WTO Koordination, Autonome GipfelBlockade, Kollifri, Muh-Vie, Nestbau, Repro Burgdorf, RZL