Neuer Rechtsextremen-Treffpunkt in Luzern Aktion Luzern nazifrei, 06.01.2005
Seit dem Sommer müssen wir in Luzern leider feststellen, dass das Rechtsextremismus-Problem sich massiv verschärft hat. Nicht nur die Szene ist gewachsen, sondern auch deren Aggressivität hat stark zugenommen. Neuer Rechtsextremen-Treffpunkt in Luzern
Seit dem Sommer müssen wir in Luzern leider feststellen, dass das Rechtsextremismus-Problem sich massiv verschärft hat. Nicht nur die Szene ist gewachsen, sondern auch deren Aggressivität hat stark zugenommen. Erst vor zwei Monaten kam es rund ums Restaurant Cheers an der Pfistergasse immer wieder zu Angriffen und massiven Drohungen. Nachdem es aus dem Cheers heraus immer öfter zu Übergriffen auf PassantInnen kam, musste auch der Cheers-Wirt zur Einsicht gelangen, dass die Situation so nicht mehr tragbar sei. Rechtsextreme wurden daraufhin in seinem Lokal nicht mehr bedient. Die Situation hat sich nun an der Pfistergasse massiv entspannt. Es wurden keine Übergriffe mehr beobachtet.
Bar "Absolut" als neuer Treffpunkt der Nazis
Die Neo-Nazis haben seitdem einen neuen Unterschlupf gefunden. An der Bernstrasse 58, in der Bar Absolut, finden regelmässig Neo-Nazi-Treffen statt. 20-30 Neonazis benützen dabei die Bar Absolut als Zentrale, von wo aus sie ihre Angriffe planen. Seit mehreren Wochen ist festzustellen, dass an der Basel- und Bernstrasse immer wieder Vandalenakte stattfinden, Steine auf Immigrantenhäuser geworfen werden, Leute von Neonazis angegriffen werden. Trauriger Höhepunkt ist dabei der Angriff auf das autonome Kulturzentrum an der Sentimattstrasse, welcher am 23. Dezember stattfand. Dabei griffen mehrere Rechtsextreme das Haus mit Steinen an, wurden jedoch vertrieben. Die Polizei verstärkte in der Folge ihre Präsenz im betreffenden Quartier. Am gleichen Abend wurden mehrere Rechtsextreme - wie überraschend - kurz vor der Bar Absolut an der Bernstrasse von der Polizei kontrolliert.
Wir sind schockiert, dass der Absolut-Wirt hier nicht klar Stellung bezieht und sind etwas verwundert, dass den Neonazis mit "Südstaatenrock"-Anlässen im Absolut noch zusätzlich Antrieb gegeben wird. "Needful Things" in der Nähe des Absolut liefert den Nazis zusätzliche Plattform Ein Zufall? An der Bernstrasse 35, einige Meter vom Restaurant Absolut entfernt, befindet sich ein unscheinbarer Kleiderladen. Wer sich aber die zum Verkauf stehenden Artikel genauer anschaut, könnte Gänsehaut kriegen. Kleider der Marken "Pro Violence" (!!), "Pitbull", "Hooligan", "ACAB" (All Cops Are Bastards), "Helvetic Core" und der berüchtigten Neonazi-Marke "Thor Steinar" werden angeboten.
Besonders zum Thema Thor Steinar gilt es festzuhalten, dass in Deutschland ein Neonazi zu vier Monaten Haft wegen Tragen eines Thor Steinar-Pullovers verurteilt wurde. Das Runen-Logo "Thor Steinar" erinnere stark an die SS-Runen. Daraufhin hatte das Amtsgericht Königs Wusterhausen angeordnet, dass die den NS-Symbolen zum Verwechseln ähnlichen Logos der brandenburgischen Firma MediaTex beschlagnahmt werden sollten. Weitere Infos zu Thor Steinar: www.stop-thorsteinar.de.vu/
Im "Needful Things"-Laden weiss man zwar, dass illegales Material aus Deutschland verkauft wird, scheint sich aber nicht daran zu stören. Aber es reicht offenbar noch nicht: Nicht nur Neonazi-Klamotten werden im "Needful Things" verkauft, auch T-Shirts und CDs der Neo-Nazi-Band "Dissens" aus der Innerschweiz können ergattert werden. Dissens ist eine bekannte Hammerskin Band, deren Liedtexte bei genauer Überprüfung eindeutig gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen. Ihre Musik wird "Helvetic Core" genannt.....Mehr Informationen zu "Dissens" finden sich auf der Homepage des Rechtsextremismusexperten Hans Stutz: www.hans-stutz.ch
Nie wieder Faschismus
Wir müssen leider feststellen, dass das Absolut zum Treffpunkt der innerschweizer Neonazi-Szene geworden ist. Wir fordern die Betreiberschaft des Absoluts und des "Needful Things"-Laden auf, endlich Farbe zu bekennen und den Neonazis eine klare Absage zu erteilen. Auch fordern wir sie ultimativ auf, alle Neonazi-Klamotten aus dem Sortiment des Ladens zu nehmen. Wir appellieren an BürgerInnen, PolitikerInnen und Medienschaffende, wachsam gegenüber diesen rechtsextremen Tendenzen zu sein.
Wir sind nicht bereit, solche Läden und Treffpunkte in Luzern zu akzeptieren.
Die Geschichte hat es uns bereits gezeigt: Wehret den Anfängen!
By all means necessary!
Aktion Luzern Nazifrei