Neonazitreff in Hildisrieden
Am letzten Samstag dem 26. Februar 2005 fand in Hildisrieden (LU) eine Veranstaltung von Neonazis statt.
Zur Party der Crew38 luden die Schweizer Hammerskins (SHS) ein. Ebenfalls daran beteiligt war die Organisation Morgenstern.
Auf dem Hof der Familie Gassmann (Stoss, 6024 Hildisrieden) wo ein Partyraum eingerichtet ist, konnten die Rechtsextremen ihren Event durchziehen.
Die Besucher wurden nach Sempach, bei dem grossen Parkplatz am See (neben der Vogelwarte) beordert, an welchem ein Schleusensystem eingerichtet war. Dort erwarteten Helfer des Anlasses die Ankommenden und lotsten sie zum Veranstaltungsort. Zwischen 100 und 150 Besucher vermochte die Party schätzungsweise anzulocken. Die Polizei war nicht sichtbar präsent und bemerkte möglicherweise gar nicht, dass ein Rechtsextremen-Treffen stattfand.
Es ist erschreckend festzustellen, wie konspirativ solche Veranstaltungen von statten gehen, ohne dass nur schon die örtliche Bevölkerung davon Kenntnis nimmt. Leider gilt es hier festzuhalten dass selbst bei Kenntnisnahme das Interesse oft sehr gering ist und Reaktionen ausbleiben. Die Gruppe Morgenstern zum Beispiel, existiert seit 1993 und gilt als in Sempach beheimatet. 1995 bei dem Überfall auf ein Konzert gegen Faschismus in Hochdorf waren sie bereits beteiligt. Seit ein paar Jahren nehmen sie auch regelmässig beim Schlachtgedenken in Sempach teil, wo sie als Rechtsextremen-Block mitmarschieren. Diese jahrelangen Aktivitäten in und um Sempach wurden entweder ignoriert oder unter den Teppich gekehrt. Das führte unweigerlich zur Erstarkung der Gruppierung und ermöglichte ihnen ein immer offensiveres Auftreten.
Die Treffen der Rechtsextremen stärken den Zusammenhalt der Szene und ermöglichen eine bessere Vernetzung der einzelnen Organisationen. Offen können sie ihre rassistische Meinung kundtun und ihrem menschenverachtenden Gedankengut frönen. Ebenfalls dienen sie zum Einführen neuer Mitglieder in die bestehenden Strukturen. Solche Treffen von Neonazis sowie deren Aktivitäten auf der Strasse können und wollen wir nicht tolerieren. Jeder Form des Faschismus muss energisch entgegengetreten werden. Nicht nur den gewalttätigen Schlägern sondern auch den rassistischen Stammtischgesprächen, der behördlichen Willkür (Ausschaffungen) oder der ausländerfeindlichen Hetze der SVP jegliche Erscheinungsform von Rassismus gilt es zu bekämpfen.
Faschismus war, ist und bleibt ein Verbrechen!
Luzern, 1. März 2005
Antinationales Kollektiv Luzern