Revolutionäres Aktionsbündnis 1. Mai Zürich:
Die Nachdemo ist tot – es lebe die Nachdemo
Generelles
Dass wir dieses Jahr zu keiner Nachdemo aufgerufen haben, heisst nicht, dass wir diese aufgegeben haben. Vielmehr haben wir am heutigen 1. Mai erfolgreich versucht, die Repression mit vielfältigen dezentralen Aktionen zu unterwandern. Diese Repression (Demoverbote, Einkesselungen, Massenverhaftungen) hat sich in den letzten Jahren massiv verschärft und trifft jede Manifestation, die einen antikapitalistischen Charakter hat und sich nicht an behördliche Einschränkungen hält. Das Revolutionäre Aktionsbündnis hat deshalb zu einem revolutionären Treff aufgerufen, um mit fantasievollen Aktionen die Repression zu umgehen und den Kampf trotzdem auf die Strasse zu tragen.
Revolutionärer Block an der offiziellen 1. Mai-Demonstration
Ein kämpferischer und revolutionärer Block war Teil der Demonstration am Morgen. Die Teilnehmenden riefen Parolen gegen den imperialistischen Krieg und gegen den Kapitalismus. Verschiedene Aktionen (Transpi an der Quaibrücke, Aktion auf dem Parade-Tramhäuschen) transportierten die Inhalte des Revolutionären Blocks.
Revolutionärer Treff auf dem Kanzlei
An einer ersten Kundgebung wurde vor der Berufsschule Ecke Militärstrasse / Kanonengasse gegen die Jugendarbeitslosigkeit und den Bildungsabbau protestiert. Mit Bodenmalereien und gesprayten Parolen wurde ein bleibender Eindruck hinterlassen.
Eine zweite Blitzkundgebung fand vor dem Fremdenpolizeigebäude am Neumühlequai gegen die Asylgesetzverschärfung statt. Mit einer dritten Kundgebung wurde das SP-Büro beim Hallwylplatz mit einer Spray- und Farbaktion besucht, weil die SP diejenige Partei ist, die bei der Umsetzung der Angriffe des Kapitals (Sozialabbau) eine führende Rolle übernimmt. An allen Kundgebungen wurde niemand verhaftet.Auf dem Kanzleiareal wurde per Videoleinwand laufend über die stattfindenden Aktionen informiert.
Faschos
Wie jedes Jahr versuchen sich auch die Faschos in Zürich zu besammeln, um den 1. Mai zu stören. Eine Ansammlung von rund 50 Faschisten, die sich in der Nähe des Revolutionären Treffs aufhielten, konnte erfolgreich in die Flucht geschlagen werden. Leider gelang es ihnen, eine kleine Gruppe am HB anzugreifen, wobei eine Person verletzt wurde, bevor sie wiederum in die Flucht geschlagen wurden.
Einschätzung
Der Revolutionäre Treff wurde auch von zahlreichen weiteren Interessierten besucht. Dieser 1. Mai zeigt, dass es weiterhin möglich ist, antikapitalistischen Protest und revolutionäre Forderungen auf die Strasse zu tragen. Damit ist ein Beitrag geleistet, dass in Zukunft auch Demonstrationen wieder möglich sein werden.
Zürich, 1. Mai 2005 Revolutionäres Aktionsbündnis