Rechten Lifestyle bekämpfen! MIG-SHOP in Basel verkauft Naziklamotten
Seit einiger Zeit lässt sich beobachten, wie sich die FaschistInnen – wenn auch nur äusserlich – vom stumpfen Skinhead-Image zu lösen versuchen, um mit einem moderneren Style mehrheitstauglich zu werden und das Randgruppendasein hinter sich zu lassen. Nach dem teilweisen Schulterschluss der extremen Rechten mit dem Mainstream, beispielsweise durch Musikgruppen wie den Böhsen Onkelz oder Mia, kann diese Neuorientierung als logische Konsequenz verstanden werden.
Demzufolge tragen modebewusste Nazis also nicht mehr schnöde Springerstiefel und Bomberjacken. Wer heute als FaschistIn en vogue sein will, kleidet sich stilsicher in hochwertiger Streetwear, wie etwa den Sweatshirts und Mützen der Brandenburgischen Firma Mediatex GmbH, welche von bekannten Faschisten betrieben wird. Benannte Firma hat im Jahr 2002 die Marke Thor Steinar angemeldet und kann mit den Produkten dieses Labels erstaunliche Erfolge nicht nur in der rechtsextremen Szene verbuchen.
Die Bedeutung der aufgedruckten Symbole und Begriffe lassen sich von Laien nicht deuten, weshalb die Sweatshirts auch von nicht faschistischen Personen getragen werden. Die primäre Zielgruppe ist allerdings schnell erkannt, wenn man sich mit der Symbolik der Thor Steinar Kleider auseinandersetzt. So besteht das Markenlogo aus völkisch-heidnischen Runen, welche auch in Nazideutschland zur kennzeichnung faschistischer Organisationen bis zu SS-Divisionen verwendet wurden. Auch die verwendeten Labels „Asgard“ oder „Ultima Thule“ sprechen eine klare, völkische Sprache.
Leider versucht auch der MIG-SHOP am Leonardsgraben 8 in Basel, mit dem Verkauf rechter Streetwear schön Kohle zu machen und bietet damit FaschistInnen eine bequeme Bezugsquelle für Fascho-Lifestyle-Artikel mit deren Gewinn faschistische Organisationen mitfinanziert werden. Vor einiger Zeit wurden die BetreiberInnen des MIG-SHOP auf die Bedeutung der Thor Steinar Klamotten aufmerksam gemacht und ihnen nahe gelegt, diese schnellstens aus dem Sortiment zu nehmen. Es wurden sogar noch neue Kleider aufgelegt…. Ganz offensichtlich ist den MIG-SHOP-BetreiberInnen der Profit wichtiger, als die Tatsache, dass sie nicht nur die FaschistInnen in direkter Weise mit Geld unterstützen, sondern auch eine wichtige Position bei der Verbindung von rechtsextremem Lifestyle und massenkompatiblen Mainstream einnehmen.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, wie es momentan durch die kapitalistisch bedingte Krise der Fall ist, kann häufig ein gesellschaftlicher Rechtsruck beobachtet werden. Die Faschos spielen in diesem Szenario eine zentrale Rolle, indem sie quasi als radikalster Teil die Vorgaben der parlamentarischen Politik ausführen. Durch die, von Läden wie dem MIG-SHOP vorangetriebene, Normalisierung faschistischer Inhalte, wird das politische Klima für die FaschistInnen zusätzlich begünstigt. Dass wir dies nicht hinnehmen werden, versteht sich von selbst. Wo der MIG-SHOP ist wissen alle. Und nach einer ersten Warnung ist die Zeit der Zurückhaltung endgültig vorbei. In diesem Sinne….
Auf zur antifaschistischen Aktion!
Rechte Infrastruktur angreifen!