Solidaritätserklärung zum Antifa-Spaziergang in Rorschach



Am Samstag, 10. Dezember 2005, demonstrierten in Rorschach über 100 Personen gegen Faschismus. Wir erklären uns solidarisch mit den Antifaschistinnen und Antifaschisten, welche ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung gesetzt haben.

Vor einer Woche wurden 4 Personen in Goldach brutal von Neonazis angegriffen und teilweise schwer verletzt. Dieser Vorfall dürfte den bisherigen Höhepunkt einer langen Kette von faschistisch motivierten Attacken in Rorschach und Umgebung bilden. Immer wieder wurden AusländerInnen und Andersdenkende angegriffen. Immer wieder haben die Medien, Politiker und allen voran die Kantonspolizei St. Gallen weggeschaut, die faschistische Gewalt akzeptiert.

Wir verurteilen die örtlichen Medien aufs Schärfste. Ein "St. Galler Tagblatt", welches hartnäckig von "linken Hitzköpfen" schreibt, aber die spitalreif geschlagenen Opfer meint, unterstützt unserer Meinung nach den aufkommenden Faschismus massgeblich.

Wir verurteilen die Kantonspolizei St. Gallen aufs Schärfste. Eine Kantonspolizei, welche versucht zu verschweigen, vertuschen, runterzuspielen, muss grundlegend hinterfragt, wenn nicht sogar grundsätzlich verurteilt werden. Es scheint, als wäre die in Richtung braun tendierende Kantonspolizei seit Jahren nicht in der Lage, ihre Existenzberechtigung darzulegen.

Am Donnerstag, 08. Dezember, informierten wir die Medien über den Vorfall in Goldach. Wir entschlossen uns zu diesem Schritt, weil wir festgestellt hatten, dass weder die Kantonspolizei, noch die Gemeinde Goldach bereit waren, in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen und über den Vorfall zu informieren. Handelt es sich hier etwa um eine politische Vertuschungsaktion?

Gegen Faschismus sind alle - Könnte man meinen. Doch wenn es um Übergriffe in der "eigenen" Region geht, ändern viele ihre Meinung. Wenn der eigene Nachbar oder die eigene Tochter als Neonazis geoutet werden, schwindet der "bürgerliche Antifaschismus" plötzlich.

"Antifa heisst Angriff!" - Der Spruch auf dem Front-Transparant sagt aus, was wir meinen. Faschistische Strukturen angreifen. Auf allen Ebenen. Nicht nur der Faschismus auf den Strassen muss angegriffen werden, sondern auch die faschistischen Strukturen, welche in Politik und Wirtschaft festgestellt werden können. Ein Faschist wir nicht als solcher geboren, darum müssen die Ursprünge gesucht, gefunden und bekämpft werden.

Die friedliche, lautstarke Demonstration vom Freitagabend werten wir als erfolgreich. Wir erachten es als absolut notwendig, auf Übergiffe zu reagieren - mit allen Mitteln. Wie im Communiqué vom Donnerstag geschrieben: "Doch solche Übergriffe bleiben nicht unkommentiert." Wie wahr.

Antifaschismus leben.

AntifaRechercheThurgau