WEF: Erklärung zum Angriff gegen die VW-Vertretung in Zürich
In der Nacht vom 20. auf den 21.12. haben wir die VW-vertretung AMAG an der Badenerstrasse in Zürich mit Steinen angegriffen und mit Farbe gekennzeichnet.
VW ist strategischer Partner des diesjährigen World Economic Forum in Davos (Schweiz).
Mit dieser Aktion wollen wir unsere Solidarität mit den 5300 Streikenden des VW-Werks in Forest/Brüssel (Belgien) bekunden. Sie kämpfen gegen die Schliessung des Werks und gegen den Abbau von 4000 Stellen.
Die Schliessung in Brüssel ist das direkte Resultat der Anbiederung der deutschen Gewerkschaft IGM gegenüber den VW-Managern. Diese hat nämlich dem Management mit dem neuen Haustarifvertrag eine unbezahlte Arbeitszeitverlängerung von 28,8 auf 35 Stunden geschenkt.
Dieser ganze Verkauf der deutschen ArbeiterInnen an die VW-Kapitalisten wurde dann auch noch - im chauvinistischen Chor mit den Unternehmern und der regierung - mit der Ideologie von Standortsicher, Unterbietungskonkurrenz und einer guten Portion Nationalismus gefüttert.
Auf diese Spaltung der ArbeiterInnenklasse lassen sich die Streikenden in Brüssel bisher nicht ein. Keine Schliessung - und ohne Kompromisse! Die Erfahrung, dass Zugeständnisse an die Unternehmer an einem Standort die anderen Standorte bedrohen und die Kapitalisten darin ermutigen, die Spirale nach unten zu drehen, gibt den ArbeiterInnen viel Kraft im Streik.
An den Angriffen der VW-Manager zeigt sich praktisch, dass wir ArbeiterInnen all im selben boot sitzen. Und am Streik der Brüsseler-KollegInnen zeigt sich praktisch, dass nur ein kollektiver, klassenbewusster und internationalistischer Kampf ein Mittel gegen die spalterischen Angriffe im Namen des Standortwettbewerbs darstellt.
Die Kämpfe um Profite und Investitionsmöglichkeiten, welche die krisengeschüttelten Kapitalisten und ihre Regierungen untereinander ausfechten, führen zum einen zu mehr Ausbeutung und Unterdrückung der (arbeitenden) Bevölkerungen. Zum anderen werden mit diesen Kämpfen auch wieder reaktionäre, nationalistische Ideologien bemüht.
Wir müssen dem diesjährigen Elite-Treffen in Davos (Schweiz), WEF, recht geben, wenn es erkennt, dass die Welt in einer politischen Krise steckt.
Der Kapitalismus führt offensichtlich zu Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung. Aber das WE will mit mehr Repression und Konkurrenz antworten, Wir antworten mit Klassenkampf und einer kollektiven, proletarischen Perspektive.
In diesem Sinne grüssen wir auch den revolutionären Gefangenen Erdogan E. der sich zur Zeit im Solidaritäts-Hungerstreik befindet.
Das WEF ist angreifbar!