Scharmützel am 3. Knastspaziergang vor dem Berner Amthaus


Vergangenen Samstag Abend kam es vor dem Berner Regionalgefängnis zu Scharmützeln zwischen der Polizei und den TeilnehmerInnen einer Mahnwache für Erdogan E.

Kurz vor 19.00 Uhr versammelten sich knapp 50 Leute vor dem Tor des Regionalgefängnisses (Seite Hodlerstrasse). PolizistInnen in Demomontur standen im geschlossenen Vorhof bereit und zielten mit ihren Gummischrotgewehren auf die lautstark protestierenden KnastspaziergängerInnen.

Als die AktivistInnen daraufhin zum zweiten Tor (Seite Genfergasse) ziehen wollten, um dort ihren Protest möglichst nahe bei Erdogan fortzusetzen, stellte sich ihnen ein weiterer Polizeicordon in den Weg. Der aggressive Einsatzleiter in Zivil wollte einen „Umzug“ verbieten und entriss den AktivistInnen ein Transparent. Daraufhin kam es zu einem Gerangel. Die Polizei setzte kurz Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

Die Polizeitaktik zur Verhinderung des Knastspaziergangs war nun aber gründlich gescheitert: Die AktivistInnen teilten sich in mehrere Gruppen und es kam zeitgleich zu Protesten vor beiden Toren, und in den umliegenden Strassen. Einer kleinen Gruppe gelang es im allgemeinen Tumult sogar erneut kurzzeitig in den Vorhof des Regionalgefängnisses vorzudringen und Erdogan per Megafon solidarische Grüsse zu übermitteln.

Allmählich beruhigten sich die Gemüter auf beiden Seiten wieder und nach kurzen Verhandlungen war die Polizei sogar bereit, das entrissene Transparent zurückzugeben.

Zu Erdogans Person und den Aktionen für seine Freilassung:

Erdogan E. ist ein seit 9 Jahren in der Schweiz lebender kurdischer Flüchtling. Am 21. Februar 2006 wurde er von der Polizei in Biel-Benken (BL) verhaftet. Am vergangenen Montag wurde er ins Berner Regionalgefängnis verlegt. Er soll nun in die Türkei ausgeschafft werden, wo ihm aufgrund politischer Aktivitäten die Todesstrafe drohte, welche nun auf Druck der EU in lebenslange Haft umgewandelt wurde.

Erdogan E. trat auch in der Schweiz für eine radikale Systemkritik ein und engagierte sich bei antiimperialistischen- und anarchistischen Aktionen. Wir setzen alles daran, dass Erdogan E. vor seiner Auslieferung und somit vor Gefängnis, Folter oder Tod bewahrt bleibt. Wir sind in diesem Sinne durch das Bündnis gegen Ausschaffungen und Auslieferungen in die Türkei unterstützt.

Genau wie in Basel, wo jeden Donnerstag, jeweils um 19.00h auf dem Barfüsserplatz ein Zeichen für die Freiheit von Erdogan gesetzt wird, demonstrieren wir nun auch in Bern jeden Samstag vor dem Berner Regionalgefängnis (Amthaus) für Erdogans Freilassung.

Wir wollen mit diesen kleinen Demonstration vor dem Berner Regionalgefängnis einerseits die Öffentlichkeit auf Erdogans Schicksal (und das vieler anderer Häftlinge) aufmerksam machen. So wollen wir Druck auf die Schweizer Behörden machen, welche Erdogan an das Türkische Folter-Regime ausliefern wollen. Andererseits können wir Erdogan so auch direkt mit lauten Parolen unsere solidarischen und kämpferischen Grüsse übermitteln, damit er weiss, dass wir ihn draussen nicht vergessen haben und der Kampf für seine/unsere Sache
weiter geht!


Freiheit für Erdogan!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Keine Ausschaffungen und Auslieferungen in die Türkei und nach anderswo!


Berner Aktionsgruppe Freiheit für Erdogan


Bündnis gegen Ausschaffungen und Auslieferungen in die Türkei:Anti WTO Koordination Bern, Anarchistische Aktion, Armutskonferenz, Alternative Liste Schaffhausen, BaStA, BIR-KAR, BfS Schweiz, Bündnis Alle gegen Rechts, CEDRI, Cso il Molino, FAUCH Thun, FAUCH Murifeld, Grüne Partei Bern - Demokratische Alternative, IGA, Komitee Sans Papiers Nordwestschweiz, Libertäre Antifa Bern, Liste 13, Neue PdA, PdA Schweiz, Rifondatione Comunista, Rote Hilfe International, Rote Hilfe, Revolutionärer Aufbau, Roter Faden, SoAl, Sofortiges Umdenken AG, Solidarité sans frontieres, Tayadkomitee Schweiz,Theologische Bewegung für die Befreiung und Solidarität, Unia Jugend Zentralschweiz, Uniguerilla, Villa Rosenau, Einzelpersonen