Pressecommuniqué: Wetterprognose

Wir haben dieses Jahr die Wetterprognose vom Aberglauben der Bonzenfasnacht befreit und den Böögg als Geisel genommen.

Es geht auch so: Noch bevor der Böögg auf dem Scheiterhaufen stand, war er - schwups - schon weg! Schneller geht es wirklich nicht! Deshalb versprechen wir der Bevölkerung der Stadt Zürich einen heissen Sommer, voller Sonnenschein und Abwechslung. Aber eigentlich brauchen wir keinen Böögg, um zu wissen, woher der Wind weht. Ausserdem sprechen alle immer vom Wetter, wir aber nicht.



Inspiriert ist die Tat aus der Literatur.
Aus den Schulerinnerungen André Kaminskis, ein wenig zuverlässiger, aber dafür unterhaltsamer Zeitzeuge der 30er Jahre. Er schreibt: "Jetzt war ich dran, denn inzwischen war herausgekommen, wer wirklich den Böögg gestohlen hatte. Meine Genossen. Die Kommunisten. An der Maidemonstration hatten sie ihn mitgetragen. Eine Trophäe von der Grösse [...] eines mittleren Kirchturms. Die Roten jauchzten vor Stolz. Die Neandertaler schäumten. So war es."

Wir waren nicht die ersten und werden auch nicht die letzten sein, die mit Freude das Sechseläuten sabotieren. Wovon Generationen kämpfender Arbeiterinnen und Arbeiter geträumt haben, ist uns wiedermal gelungen. Und wir glauben mehr als nur klammheimliche Schadenfreude anzutreffen. Es kann wieder gejauchzt werden. Denn dieser Open-Air-Maskenball der Bonzen, der sich selbst als Volksbrauchtum ausgibt, obwohl das schlicht gelogen ist, ist nicht nur peinlich und lächerlich, er ist auch eine Frechheit. Die, die im normalen Leben Löhne senken, Leute entlassen, Kantone wechseln, um Steuern zu sparen, sozialstaatliche Leistungen abbauen wollen und gegen "die Asylmissbraucher" hetzen, wollen uns edel mit Feuersteinen und Weggli beschenken. Aber das reicht uns keineswegs. Wir wollen eine andere Gesellschaft.


Die Zünfte gehören auf die Müllhalde der Geschichte, oder vielleicht ins Kuriositätenkabinett.
Nicht aber auf die Strasse.

Klassenkampf hat auch seine lustigen Seiten.
Wir freuen uns, jauchzt mit uns.

Revolutionäre Bewegung 1. Mai - Strasse frei

P.S. Lieber Heinz Wahrenberger zum Trost hinterliessen wir einen grossen
Schoggihasen - nichts für Ungut!