Communiqué zur Gedenkfeier der Schlacht bei Sempach
Die Schlacht bei Sempach jährt sich bald wieder und somit steht die nächste Gedenkfeier vor der Türe. Was ist geblieben von den Ankündigungen die letztes Jahr gemacht wurden, als wie die Jahre davor auch Neonazis mitmarschierten?
Alle Jahre wieder: Am 1. Juli 2006 jährt sich zum 620. Mal die Schlacht von Sempach. In den drei letzen Jahren konnte man eine verstärkte Teilnahme von Rechtsextremen am Festumzug beobachten. Was mit einer Handvoll Aktivisten anfing, mündete letztes Jahr in einem geschlossen formierten Block von ca. 50-60 Personen. Mit Fahnen und dem Verteilen von Flugblättern machten die Neonazis auf sich aufmerksam.
Es ist zu erwarten, dass sich der Trend der letzten Jahre weiterziehen wird. Dieselben Szenen werden sich wiederholen. Erneut werden sich dutzende rechtsextrem Motivierte dem Umzug anschliessen und damit sein Erscheinungsbild prägen.
Hinter den Schweizerfahnen und den oftmals kahl geschorenen Köpfen verbirgt sich mehr als biederer Patriotismus. So marschierten unter anderem Exponenten der Helvetischen Jugend im rechtsextremen Block mit. Diese Gruppierung ist hauptverantwortlich für den Überfall auf eine Demonstration gegen Rassismus in Willisau vom 30.10.2004. Bei den polizeilichen Ermittlungen wurden ein ganzes Waffenarsenal und verschiedenste neonazistische Propagandautensilien sichergestellt. Auch Mitglieder der Crew 38 waren beim Aufmarsch anwesend. Die Crew 38 ist eine Organisation die den Hammerskins nahe steht und über Kontakte zur in- und ausländischen Neonaziszene verfügt. Zudem organisierte die Crew 38 in der Vergangenheit verschiedene Neonazikonzerte, so auch am 26.Februar in Hildisrieden. Zumindest ein Führungskader ist in Sempach selbst wohnhaft.
Wie auch am 1.August schwimmen also Neonazis im patriotischen Fahrwasser mit und füllen solche Veranstaltungen mit eigenen Inhalten.
„An der Sempacher Schlachtgedenkfeier 2006 wird ein derart dominanter Auftritt unerwünscht sein“, liess der Informationschef des Kantons Luzern Urs Hangartner verlauten (Ausgabe der Neuen Luzerner Zeitung vom 9.8.2005). Auch der Stadtpräsident von Sempach Andreas Frank, beteuerte dass rechtsradikale Aktivitäten keineswegs ignoriert würden (Ausgabe 20 Minuten vom 4.3.2005).
Nach diesen markanten Aussagen ist es jedoch still geworden. So weiss man nichts darüber was das OK der Schlachtfeier für dieses Jahr geplant hat, um dem Problem zu begegnen. Der Verdacht liegt nahe, dass es bloss bei leeren Phrasen bleiben wird. Analog zu Brunnen (1. Augustfeier) beteuern die Behörden Jahr für Jahr ihren Willen, dem Treiben einen Riegel zu schieben. Trotzdem ziehen die Aufmärsche immer mehr Leute an und die Versprechen werden nicht eingehalten.
Wir fordern deshalb das OK der Schlachtfeier sowie die Behörden des Kantons Luzern auf, endlich Farbe zu bekennen und die nötigen Schritte einzuleiten, um solch neonazistische Aktivitäten Einhalt zu gebieten. Auch appellieren wir an die Zivilcourage eines jeden Teilnehmers der Gedenkfeier. Den Neonazis muss eine klare Absage erteilt werden.
Rechtsextreme sind nicht erwünscht! Weder in Sempach noch sonst wo!
Mit freundlichen Grüssen, Antinationales Kollektiv Luzern
akl@immerda.ch