Neonazi will Militärkarriere machen


Stefan Wüthrich, der Vorsitzende des PNOS-Ortsgruppe Langenthal lässt sich im Moment in der Panzer RS 21 zum Wachtmeister ausbilden - obschon die Schweizer Armee ihr Image als Sprungbrett für rechtsextreme Militärkarrieristen gerade loswerden will.

Erst vor drei Wochen musste Adrian Spring, ein weiteres PNOS-Kadermitglied seine Ausbildung zum Wachtmeister abbrechen. Der Armeechef Christoph Keckeis ordnete die Entlassung persönlich an, weil gegen Spring ein Strafverfahren wegen Rassendiskriminierung hängig ist.

Schon im Jahr 2005, im Nachfeld des Rütli-Trubels vermeldete die Fachstelle für Extremismus in der Armee, sie werde die PNOS-Führungsleute betreffend ihrer Dienstpflicht, Einteilung und militärischem Dienstgrad durchleuchten (Blick 12.8.2005). Der Name Stefan Wüthrich stand weit oben auf der Liste. Weil diese Durchleuchtung bis zum heutigen Tag nicht öffentlich wurde, und Wüthrich weiterhin an seiner Militärkarriere bastelt, braucht es etwas Licht ins Dunkel seiner neonazistischen Tätigkeiten.

Der angehende Ausbildner von Rekruten tritt seit Jahren in rechtsextremen Kreisen in Erscheinung. Zuerst als Webmaster der Gruppe "Langenthaler Offensive" (offensive.ch.vu), ab 2004 als Gründungsmitglied der neonazistischen Kameradschaft "Helvetische Jugend", deren Kürzel HJ an die "Hitler Jugend" des Dritten Reichs erinnert. Verschiedene Akteure der HJ hatten im Herbst 2004 eine bewilligte Demonstration gegen Rassismus in Willisau angegriffen. Bei anschliessenden Hausdurchsuchungen wurde von der Polizei ein Waffenarsenal sichergestellt. Die Angreifer lagerten Zuhause Hieb- und Stichwaffen, Abwehrsprays, ein Elektroschockgerät, Hochleistungsschleudern, eine Schrotflinte, Teile von Armeegranaten und -munition sowie einen Nebelkörper. Kein Wunder sind solche Leute militärbegeistert. In den letzten Jahren engagierte sich Wüthrich vermehrt in der PNOS.
So beteiligte er sich als Wahlhelfer bei der Hirschi-Kandidatur, schrieb für die PNOS-Zeitschrift "Morgenrot", nahm an Demonstrationen teil (z.B. Rütli 2005 siehe Bild 1) und trat als Redner auf (zuletzt bei der Platzkungebung gegen das Minarett in Langenthal (16.12.2006).

Neben seiner militärischen Karriereanstrengungen (siehe Bild 2) besucht der Langenthaler zurzeit eine Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft bei der ELITE GUARD GmBH in Hünenberg. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Kombination von Militarismus, Waffenfanatismus und rechtsextremem Gedankengut eine explosive Mischung darstellt. Kameradschaften wie die "Helvetische Jugend" übernehmen bei Rechts-Rock-Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen häufig die Funktion eines Sicherheitsdienstes - das von der ELITE GUARD vermittelte Wissen kommt diesen Zwecken gelegen. Ähnlich werden auch militärische Kenntnisse in der rechtsextremen Szene nicht selten zur Schulung von paramilitärischen Gruppen genutzt.

Die Schweizer Armee beweist mit ihrem inkonsequenten Vorgehensweise, dass sich  rechtsextremes Gedankengut und Militär nicht schlecht vertragen. Hierarchiedenken, Patriotismus und Freude an der Waffengewalt werden in beiden Kreisen hochgehalten. Indem ein einziger PNOS-Exponent seine Militärkarriere beenden muss, wird höchstens Pfläschterli-Politik und Imagepolitur betreiben. Daneben gibt es weiterhin unzählige - und dem Militär seit Jahren bekannte - neonazistische Akteure die in der Schweizer Armee Kaderpositionen belegen oder zu solchen ausgebildet werden.

Gegen Neonazis! Überall!

Antifa Agglo IV