AbschlussCommuniqué zur libertären Kampagne “Wir wollen alles!“
Revolutionärer Block mit starker libertärer Beteiligung am 1.Mai in Bern
Um 09.30 Uhr formierten sich in der Kramgasse vorwiegend Leute aus dem libertären Spektrum zum revolutionären Block. Gut 150 Personen stark, war der Block deutlich grösser als in den vergangenen Jahren. Lautstark Parolen gegen Kapitalismus und Staat rufend, Fahnen schwenkend und ArbeiterInnenlieder singend reihte sich der Block inmitten der Demo ein. Dass beim Bundesplatz der Innenminister Pascal Couchepin just in dem Moment kurz aus einem Fenster im 3. Stock schaute, als der Block vorüber zog, verlieh der Lautstärke und der Intensität der Parolen gegen Bourgeoisie und Regierung noch zusätzlichen Drive. Kurz vor der Polizeikaserne am Waisenhausplatz scherte der revolutionäre Block aus der Demo aus und verliess die bewilligte Route über die Nägeligasse. Damit wurden die SozialdemokratInnen symbolisch rechts liegen gelassen. Die Polizei hielt sich im Hintergrund. Auf dem Kornhausplatz lauschte der Block gespannt den Reden. Besonders die ersten Reden in denen etwa „ein starker Staat“ oder eine „Revolution der Moral“ gefordert wurden, wurden von Pfiffen und Buhrufen begleitet oder mit Parolen für die soziale Revolution unterbrochen. Zum Abschluss wurde aus der Demo heraus noch eine Rede gehalten, die über den Ursprung und den Zweck des ArbeiterInnen-Kampftags 1.Mai und über die Hintergründe der „Wir wollen alles!“ Kampagne aufklärte.
Unbewilligte 1. Mai Demo in Thun
Etwa 60 Menschen beteiligten sich an einer nicht bewilligten Demo durch die Hauptstrassen von Thun. Kräftig und bunt. Die Gewerkschaften aus Thun hatten ihren eigenen Umzug aus Angst, die Schwarz-Roten seien in Überzahl, abgesagt. Die Jungen zogen recht schnell durch die Strassen, so dass nicht so bewegliche und ältere Semester nicht mithalten konnten. In Zukunft bitte an alle GenossInnen denken, auch an die, welche nicht mehr so laufstark sind! Der kräftig-bunte Block fand sich zum Schluss, nach einem kräftigen Gussregen, auf dem Rathausplatz bei der Gewerkschaftsfeier ein, wo bereits zwei Stände der Libertären mit Bücher/Infos und Crepes die GewerkschafterInnen davon überzeugten, nächstes Jahr vielleicht doch gemeisam eine Demo zu machen. Parolen waren „1.mai Strasse frei“, „Anarchia total subito“ und viele internationale Slogans für eine gerechtere, solidarische, basisdemokratische Welt.
Revolutionärer Block am 1.Mai in Winterthur
Um 09.45 Uhr besammelten sich libertäre AktivistInnen aus Winterthur und St. Gallen auf dem Neumarkt. Bei der Anfangskundgebung hatte die LAW die Möglichkeit eine offizielle Rede vor den Gewerkschaftern zu halten. Um 11.00 Uhr machte sich der Umzug auf den Weg durch die Stadt Richtung Reitplatz. Zu vorderst, mit vielen Parolen und lauter Musik lief der revolutionäre Block, welcher die Demo an der Bankenstrasse stoppte um zwei inoffizielle Reden zu halten – auch hier eine des „Wir wollen alles!“ Bündnisses. Wo die Gewerkschaften und die SP früher noch versuchten den revolutionären Block an dieser Stelle zu überholen, schien es, dass sie sich dieses Jahr schon damit abgefunden hatten. Am Reitplatz angekommen, löste sich der Block auf und die meisten machten sich auf den Weg Richtung Zürich, Basel oder St. Gallen. Die LAW betrieb noch einen Büchertisch mit Infos und Flyern.
Zum ersten Mal ein revolutionärer Block an der 1. Mai Demo in St. Gallen
Das überregionale „Wir wollen alles!“ Bündnis beteiligte sich auch an der 1.Mai Kundgebung in St.Gallen und trat mit klar revolutionären und libertären Forderungen auf. Daran teil nahm auch die Libertäre Aktion Ostschweiz, die sich an der überregionalen Kampagne beteiligte. Die neu formierte „Libertäre Aktion Ostschweiz“ sowie das „Wir wollen alles!“Bündnis forderten - wie der Name schon sagt - „Alles für alle!“. Wir geben uns nicht mit einer einfachen Lohnerhöhung, ein bisschen besseren Arbeitsbedingungen und ein wenig mehr Sozialstaat zufrieden. Wir wollen mehr! Wir wollen alles...
In einem libertären Block wurde versucht die traditionellen, abgestumpften Forderungen der systemtreuen Gewerkschaften und der Parteien zu durchbrechen und mit systemüberblickenden und radikalen Forderungen die Menschenmasse zu erreichen. Zudem nahm sich das Bündnis zusammen mit der trotzkistischen Gruppierung „Revolution“ – mit deren Inhalten wir uns jedoch nicht identifizieren können! - die Freiheit das Rednerpult zu stürmen und eine Rede zu halten. Auch der Jugend sollte eine Stimme gegeben werden und die Reden und Anliegen, die am 1.Mai hinausgetragen werden, sollen nicht immer im gleichen Sumpf von reformistischen Illusionen und gewerkschaftlicher Plattheit bleiben.
Für eine revolutionäre und libertäre Linke!