Zur Antifa-Demo vom Samstag in Zürich
Der offene Aufruf zur Demo am Samstag in Zürich hat gezeigt, dass das Interesse an der Mobilisierung gegen Rechtsentwicklungen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sehr gross ist. Aus der ganzen Schweiz, selbstredend den Städten Bern, Basel, Lausanne sind Leute aus dem Wallis, Welschland ja selbst aus dem Emmental angereist, um sich gemeinsam, auch mit türkischen Menschen die Strasse zu nehmen.
Da der offizielle Besammlungsort am Hirschenplatz von der Polizei besetzt war und wir keine direkte Konfrontation wollten, wurde zum Bahnhof Stadelhofen mobilisiert.
Auf dem Weg dahin und vor Ort kam es zu spontanen Bewegungen, welche den Bullen trotz ihres Aufgebotes etliche Schwierigkeiten bereiteten.
Nach und nach gelang es trotz massiven Kontrollen am Central und hoherPräsenz ziviler Bullen im Niederdorf ca. 300 Personen sich am Bahnhof Stadelhofen zu besammeln, um gegen Rassismus, Faschismus und reaktionäre Mobilisierung zu demonstrieren. Da sich der Demonstrationszug wegen der hohen Polizeipräsenz nicht in Bewegung setzen konnte und wir keine direkte Konfrontation wollten, haben wir beschlossen eine Platzkundgebung abzuhalten und dann aufzulösen. Nach der Auflösung kam es zu Angriffen der Polizei gegen TeilnehmerInnen der Kundgebung. Tränengas wurde direkt in einen Zug hinein gesprüht, in dem Personen nach der Kundgebung den Bhf. Stadelhofen verlassen wollten. Der Zug wurde angehalten und Personen wurden teils brutal herausgezerrt. Vielen aber gelang es, auch dank der Unbeholfenheit der Blauen, der Personenkontrolle zu entkommen.
Was den linken revolutionären Kräften verschlossen blieb, hat die SP-Polizeivorsteherin den türkischen Ultranationalisten und Faschisten, die bekanntlich bewaffnet auftreten, zugestanden:
Am Nachmittag konnten diese auf dem Helvetiaplatz, im Herzen linker Quartiere ihren Aufmarsch ungehindert durchführen.
Das massive Aufgebot von Kantons- und Stadtpolizei, neue Fahrzeuge mit Gitteraufsätzen der Kapo Zürich, Einführungsübungen junger Grenadiere und ziviler Bullen usw. lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es nebst dem politischen Entscheid auch um eine Euro 08-Übung ging.
Bisheriges Fazit:
Das Interesse gemeinsam und überregional der wachsenden Rechtsentwicklung à la SVP, Rassismus und Nazis gemeinsam entgegenzutreten wächst. Eher schwierig ist es in der aktuellen politischen Situation, auf diese nicht staatlich abgesegneten und kontrollierten Mobilisierungen offen aufzurufen.
Dies zumindest hier in Zürich.
Für uns kann dies nichts anderes heissen, als dass wir Infotours wie andere verdeckte Kommunikationsmittel weiter auf- und ausbauen, direkter kommunizieren und uns stärker vernetzen müssen. Insgesamt wird uns dieser vielleicht etwas umständlichere Weg jeden und jede, da wo wir politisch aktiv sind wie aber auch als gesamte linke Kräfte, mit all unserer Verschiedenheit dem gemeinsamen Ziel, der Rechtsentwicklung im allgemeinen oder dem Rassismus im Speziellen entgegenzutreten oder den Kapitalismus als solchen infrage zu stellen, stärken. Nur gemeinsam können wir dieser gesellschaftlichen Tendenz entgegentreten und nach revolutionären Alternativen suchen.
Der Kampf geht weiter mehr denn je!
Nächster Anlass: das WEF 08 mit seinen Ehrengästen Henry Kissinger (seine Blutspur beginnt in Chile und liest sich wie eine Geschichtslektion aggressiver US-Politik) und dem Kriegstreiber Tony Blair.
AG Antifa des Revolutionären Aufbau Schweiz und BündnispartnerInnen