21/03/2004

Medienmitteilung Nr. 75

Die Stadtpolizei Bern teilt mit:

Militante Demonstranten verursachen auch am 5. Abendspaziergang Sachschäden

pid.Um 20.30 Uhr besammelten sich am Samstag Abend ca. 3'000 zum grossen Teil vermummte Demonstranten zum 5. antifaschistischen Abendspaziergang in Bern. An der Kundgebung beteiIigten sich auffallend viele Militante; so waren viele Demonstranten aus der Agglomeration, aber auch aus Zürich, Winterthur, Basel und aus der Westschweiz angereist. Die Demonstranten besammelten sich bei der Heiliggeistkirche und marschierten in einer unbewilligten Kundgebung durch die Innenstadt. In einer von Beginn weg angeheizten und mit Raketen und Petarden begleiteten Stimmung führte der Umzug zuerst durch die Hauptgassen, wobei die Demonstranten unzählige Kleber anbrachten. Die Polizei begleitete den Umzug, schützte speziell gefährdete Gebäude und sperrte gleichzeitig die Nebengassen ab. Via Kramgasse marschierten die Demonstranten durch Kreuzgasse, Rathausplatz, Rathausgasse auf den Kornhausplatz. Auf dieser Route wurden wiederum Kleber und einzelne Sprayereien und Kreideleien angebracht. Auch wurden Dutzende von parkierten Fahrzeugen, insbesondere in der Kramgasse und der Rathausgasse, beim Vorbeigehen zerkratzt und auch Aussenspiegel abgebrochen. Daraufhin verhinderte die Polizei ein Weitermarschieren Richtung Bundeshaus und stoppte den Umzug auf dem Waisenhausplatz. Anschliessend versperrte die Polizei die Zugänge zum oberen Waisenhausplatz und der Neuengasse und Aarbergergasse und verhinderte damit, dass die Demonstranten ihr Unwesen in den Gassen der Innenstadt weiter treiben konnten. Der Umzug bewegte sich darauf hin durch die Speichergasse, und nachdem die Spitze im Bollwerk wiederum Richtung Bahnhof marschieren wollte, musste die Polizei massiv Reizstoff und Gummischrot einsetzen. Das Geschehen verlagerte sich anschliessend auf die Schützenmatte: Während sich ein grosser Teil der Kundgebungsteilnehmenden in die Reithalle zurückzog oder Richtung Grosse Schanze und Bierhübeli verschwand, leisteten kleinere Gruppierungen der Polizei bis nach Mitternacht Scharmützel. Im Verlauf der Kundgebung nahm die Stadtpolizei, die wiederum von der Kantonspolizei Bern unterstützt worden war, 29 Demonstranten fest. Ein Polizist wurde durch einen Schlag mit einer Eisenstange leicht verletzt. Die Sanitätspolizei musste zudem zwei Passanten ambulant behandeln. Die Höhe des Sachschadens kann zur Zeit noch nicht beziffert werden, er dürfte aber weit über 100'000 Franken liegen. Der öffentliche Verkehr war ab 20.30 Uhr bis nach Mitternacht behindert. Der private Verkehr wurde grossräumig umgeleitet.

Polizeikommando der Stadt Bern Autor/Autorin:

fm Porträt: Stadtpolizei