Antifa Abendspaziergang Bewilligt?!
Liebe Genossinnen und Genossen,Zur Situation vor dem 9. Antifa Abendspaziergang in Bern

In Zeiten der Krise, in denen die Gegensätze und die negativen Folgen des Systems für alle deutlich erkennbar werden, werden die Leute nicht einfach zu AntikapitalistInnen. Aber immerhin erhalten KritikerInnen der herrschenden Verhältnisse wieder vermehrt Beachtung. Leider oft die falschen:
Rechtsextreme und FaschistInnen stossen mit ihrem Ruf nach einem starken Staat und einer autoritären Führung, die das Ruder herum reisst und den „Sauladen“ endlich aufräumt, auf offene Ohren. Insbesondere wenn sie zusätzlich versprechen, den entarteten Kapitalismus damit in Schranken zu weisen, oder ihn gar überwinden zu wollen.
Das ist natürlich ein Witz. Rechtsextreme wollen alles andere als das kapitalistische Übel an der Wurzel packen. Geld, Lohnarbeit und Eigentum wollen die FaschistInnen unangetastet lassen und auch auf den Klassenkampf wollen sie verzichten. Die FaschistInnen streben in Wirklichkeit eine Volksgemeinschaft an, in der die Schweizer Arbeiterklasse von Schweizer Bonzen ausgebeutet wird. Für sie ist die Welt damit in Ordnung, schliesslich geht es ihnen nicht um das Wohl der Menschen, sondern um die Stärke ihres Nationalstaates und der nationalen Wirtschaft. Damit unterscheiden sich die FaschistInnen nicht gross von den bürgerlichen DemokratInnen. Es ist die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft, die das Fundament für den Faschismus bildet.
Die demokratische Rechte fordert genau wie die FaschistInnen immer offener autoritäre und repressive Massnahmen. Bei einem Grossteil der Bevölkerung stossen sie auf breite Zustimmung. Mitglieder und SympathisantInnen der bürgerlichen und der faschistischen Parteien sind sich im Grunde einig: Mehr Polizei, mehr Videoüberwachung, mehr Einschränkungen von Demonstrationen, Verhinderung von unbewilligten Demos. Ein härteres Vorgehen gegen kriminelle AusländerInnen und gegen Drogensüchtige, gehört ebenso zum guten Ton wie Casablanca gegen Graffitti und Broncos gegen „herumlungernde“ Jugendliche. Dem Missbrauch wollen sie einen Riegel schieben, Schluss mit den „Sozialschmarotzern“ und den „Scheininivaliden“. Das Volk soll endlich sein „Anspruchsdenken“ zurückschrauben und der nationalen Gemeinschaft dienen. Und wer ist schon für Ausländer?!
Sofern überhaupt nach den Ursachen der Probleme gefragt wird, begnügen sich die Meisten mit Antworten, welche lediglich die Symptome betreffen, statt die eigentliche Ursache: das kapitalistische System selbst. Bis zum Schluss wollen sie an diesem ausbeuterischen System festhalten. Und da kommen ihnen Sündenböcke, gegen die sie die Massen mobilisieren können gerade recht. Leider ist diese Politik äusserst erfolgreich. Dabei sollten die offensichtlichen Widersprüche längst den breiten Massen auffallen.
Wer nimmt denn den Leuten die Arbeitsplätze weg? Die ausländischen Arbeitskräfte oder etwa die Bosse der Firmen, die Lohnkosten sparen wollen und BilliglöhnerInnen anstellen oder ihre Firmen ins Ausland verlagern?
Wer versucht denn die Gewerkschaften, die Verteidigungsorganisationen der ArbeiterInnen, zu schwächen? Die DemonstrantInnen oder eben doch die politische Rechte, die den Klassenkampf von oben führt?
Wer hat mit unseren Pensionskassengeldern spekuliert und will jetzt Rentenkürzungen durchsetzen? Die Drogensüchtigen oder doch eher Verwaltungsräte, die dem Gesetz der Profitmaximierung gefolgt sind?
Wer ist für die zunehmende Gewalt verantwortlich? Jugendliche Secondos oder doch eher der wachsende Graben zwischen Arm und Reich, die Aussicht, in diesem System nichts erreichen zu können?
Wer bedroht denn den angeblichen Mittelstand? Die Mittellosen mit ihrem Anspruchsdenken oder doch eher das kapitalistische System, das die Reichen immer reicher und die anderen immer ärmer macht?
Und wer profitiert eigentlich so richtig von diesem System? Eben!
Wenn wir also verhindern wollen, dass die FaschistInnen und andere rechte Kreise aus dieser Krise Kapital schlagen, dann müssen wir uns ihnen in den Weg stellen und dabei gleichzeitig die Bahn frei machen für die soziale Revolution!
Heraus zum 9. Antifaschistischen Abendspaziergang in Bern:
26.09.2009 / 20.00 Uhr / Heiliggeistkirche Bern
Youtube Trailer: www.youtube.com/watch?v=dTZc3WeVHWI

Kapitalismus und Krise
Die Finanzkrise treibt die Weltwirtschaft in eine Rezession. Die Folgen für die Beschäftigten, die Arbeitslosen, RentnerInnen und für die Armen in dieser Welt sind in ihrem ganzen Umfang noch nicht absehbar. Täglich folgen neue schlechte Nachrichten: Kurzarbeit, Senkung der Mindestzinssätze der Pensionskasse auf 2%, Senkung des Umwandlungssatzes, schwindende Kaufkraft und Inflation...
Wir fordern eine radikale Abkehr von diesem Spiel mit unseren Existenzen und eine Wirtschaft die sich nach den Bedürfnissen aller richtet.
Kaptitalismus überwinden – gemeinsam verändern – alles gewinnen
Weitere Infos auf:
Bündnis Alle gegen Rechts (BAgR) erklärt sich solidarisch mit dem entlassenen Berufsschullehrer und Kommunisten Rolf Zbinden (PdA) |
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Wir vom Bündnis Alle gegen Rechts (BAgR) erklären uns solidarisch mit dem entlassenen Berufsschullehrer und Kommunisten Rolf Zbinden und fordern die sofortige Zurücknahme der Kündigung! Sie treffen jetzt Rolf, aber gemeint sind wir alle! „Nicht nötig ist's, nach Schritt und Takt gehorsam vorwärts zu marschieren. Doch wenn der Hahn der Flinte knackt, dann miteinander zugepackt und nicht den Nebenmann verlieren!“ Erich Mühsam Je weiter der eingeläutete Niedergang des Neoliberalismus fortschreitet, desto mehr wird das herrschende System gezwungen, seine demokratische Maske abzulegen. Wenn ein Kommunist aufgrund seiner solidarischen Haltung gegenüber autonomen Kulturzentren und aufgrund seines antifaschistischen Engagements nach einer ungerechtfertigten Verurteilung durch die Klassenjustiz auch noch mit einem faktischen Berufsverbot belegt wird, können und wollen wir libertären AntifaschistInnen nicht schweigen! Genauso wenig wie Rolf schwieg, als der dänische Staat das autonome Jugendzentrum „Ungdomshuset“ brutal räumen liess und als die reaktionäre und rassistische SVP durch Berns Strassen marschieren wollte. Genauso wenig schweigen wir jetzt, wenn der Staat den in die Krise geratenen Kapitalismus mit voller Härte verteidigt. Wenn dieser Staat und seine SchergInnen dazu ihre eigenen bürgerlichen Grundsätze über Bord werfen und die BürgerInnenrechte aushebeln um den GegnerInnen dieser Kapitaldiktatur mittels Berufsverbot die Gurgel zu zu drücken. Wir fordern die sofortige Zurücknahme der Entlassung von Rolf Zbinden! Wir fordern alle auf, gemeinsam Schulter an Schulter, gegen Reaktion und Faschismus einzustehen – Mit verschiedenen Mitteln, auf allen Ebenen! Solidarität ist eine Waffe! Bündnis Alle gegen Rechts |
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Naziaufmarsch in Sempach 2008: Bilder und Bericht
Bilder der Neonazis und Bericht vom Autonomen Medienkollektiv Freiburg
«Friedliche» Neonazis? Nachdenken über Sempach 2008 Communiqué der Antifa Bern
Communiqué zum 8. Antifaschistischen Abendspaziergang

Heute, 31. Mai 2008, fand der 8. antifaschistische Abendspaziergang statt. Trotz grossem Druck von Seiten der Behörden und der Politik spazierten gut 800 Personen mit und setzten damit ein starkes Zeichen gegen den Rechtsrutsch in Gesellschaft und Politik. Zunächst führte die abendliche Kundgebung durch die Altstadt, später im Abendrot über die Kornhausbrücke und durchs Breitenreinquartier.
Radikale Gesellschaftskritik ist heute wichtiger denn je. Weltweit wütet der Kapitalismus. Menschen, Tiere und Umwelt werden gnadenlos ausgebeutet, was auch auf das Klima fatale Auswirkungen hat. Hunderttausende verarmen und verhungern, während die Reichen immer reicher werden. Kriege, in denen sich die Angehörigen der unteren Klassen gegenseitig umbringen, obwohl einzig die Herrschenden davon profitieren, überziehen den Globus. Rechtsextremismus, religiöser Fanatismus und andere reaktionäre Ideen haben Hochkonjunktur. Auch in der reichen Schweiz erfahren immer breitere Bevölkerungsschichten direkt Sozialabbau, Lohndumping und Massenentlassungen. Die dadurch entstehende Unzufriedenheit und Wut wird von den Herrschenden geschickt auf Minderheiten gelenkt. Mit diesen Minderheiten haben wir uns heute aktiv solidarisiert.
Die Demonstration verlief durchwegs selbstdiszipliniert und kämpferisch. Am Rande des Umzugs wurden einige SVP-Abstimmungsplakate verändert. Kurz vor der Reitschule zeigte sich jedoch, dass antifaschistische Gegenwehr auch auf der Strasse immer noch bitter nötig ist. Rund 50 Rechtsextreme sammelten sich zu diesem Zeitpunkt im Bollwerk. Die Polizei liess sie trotz provokativen Posen gewähren. Da waren einige AntifaschistInnen nicht mehr zu halten. Sie vertrieben die Neonazis in Richtung Bahnhofsplatz. Die Polizei formierte sich daraufhin zwischen den Neonazis und den AntifaschistInnen. Der Besonnenheit der AntifaschistInnen und der OrganisatorInnen der Kundgebung ist es zu verdanken, dass es anschliessend NICHT, wie von Seiten gewisser Medien behauptet, zu Ausschreitungen gekommen ist.
Der heutige Abend hat gezeigt, dass antifaschistischer Widerstand immer noch dringend notwendig ist. Weiter ist festzuhalten, dass es durchaus immer noch möglich ist, unbewilligt auf die Strasse zu gehen. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Bewilligungsfrage nicht ausschlaggebend für den Verlauf von Kundgebungen ist. Da sich die Polizei im Hintergrund hielt und die KundgebungsteilnehmerInnen nicht provozierte, verlief alles wie geplant. Das Bahnhofsplatzfest wurde in keiner Weise tangiert. Wir halten auch weiterhin Wort und werden am 7. Juni nicht vom angekündigten Verschiebedatum Gebrauch machen.
Grossen Dank an alle, die heute mitspaziert sind, mitgeholfen haben und an all diejenigen, die sich weltweit gegen das ausbeuterische kapitalistische Wirtschaftssystem zur Wehr setzen. Es hat heute Mut gemacht! Wir werden weiterhin aktiv sein und Schulter an Schulter mit euch gegen faschistische Tendenzen kämpfen!
Antifaschistische Solidarität statt nationalistische Konkurrenz!
Auf viele weitere antifaschistische Abendspaziergänge!
You'll never walk alone!
Bündnis Alle gegen Rechts


Wir trauern um Daniele Jenni
Die, die sterben, die werden weiterleben,
in unsren Kämpfen, unsren Herzen sowieso.
Und, die die leben, die werden weiterkämpfen,
bis zum Sieg vielleicht irgendwann, irgendwo...
Daniele, Du hast uns nie verraten - wir werden Dich nie vergessen!
Flugi: Der Schwarze Block als Wahlhelfer der SVP?

Weitere Infos: http://www.de.indymedia.org/2007/10/196800.shtml
News und Updates:
letztes Update: 01.02.2009